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Betreiber rüsten auf

Kritische Infrastrukturen "under attack"

| Redakteur: Jürgen Schreier

Krankenhäuser ohne Strom, tote Kommunikationsnetze, Chaos im Straßenverkehr: Cyberattacken auf Kritische Infrastrukturen kosten nicht nur Geld, sondern möglicherweise Menschenleben. Die Bedrohung aus dem Netz nimmt weiter zu, die Betreiber wappnen sich.

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Malware aller Art bedroht Kritische Infrastrukturen.
Malware aller Art bedroht Kritische Infrastrukturen.
(Bild: pixabay)

Eine große Anzahl der Betreiber sogenannter Kritischer Infrastrukturen hatten im Jahr 2016 Angriffe verzeichnen. Allerdings ist das Problem erkannt, was zur Folge hat, dass die Betreiber inzwischen viel in die IT-Sicherheit investieren und schätzen ihre Fähigkeit, Angriffe abzuwehren als hoch einschätzen. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie, die von Prof. Ulrike Lechner mit ihrem Team im Rahmen des Forschungsprojekts „Vernetzte IT-Sicherheit Kritischer Infrastrukturen“ an der Universität der Bundeswehr München erstellt wurde.

Öffentliche Sicherheit steht auf dem Spiel

Zur Kritischen Infrastruktur zählen unter anderem Atomkraftwerke, Wasserwerke, Flughäfen, Kontrollzentren für den Schienenverkehr, Krankenhäuser, Banken und Versicherungen. Bei diesen Einrichtungen hätte eine Störung dramatische Folgen für die öffentliche Versorgung und zum Teil auch für die öffentliche Sicherheit.

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„Nehmen wir das Beispiel Auto. Für uns ist es selbstverständlich, dass die Autos fahren und der Verkehr geregelt wird. Auch die IT-Systeme in Autos oder die Ampelsysteme in einer Stadt können heute Ziel einer Cyberattacke sein. Rettungsdienste könnten nicht mehr fahren, Eltern nicht mehr ihre Kinder von der Schule abholen, die Versorgung mit

Lebensmitteln wäre in Gefahr“ schildert Prof. Lechner die Folgen solcher Attacken an einem Beispiel aus dem Alltag. Eine Gesellschaft komme dann schnell an ihre Grenzen, so die Wissenschaftlerin.

Innentäter und Ransomware - die neuen "Gefährder"

Bei den Angriffen auf Betreiber Kritischer Infrastruktur kommen die bekannten Arten von Schadsoftware wie Denial of Service oder Spam zum Einsatz. Doch mit Ransomware - das sind Schadprogramme, die zum beispielsweise Dateien auf Rechnern "verschlüsseln" - ist ein neues Bedrohungsszenario entstanden. Mit solcher Malware erwirkt ein Eindringling eine Zugriffs- oder Nutzungsverhinderung der Daten sowie des gesamten Computersystems, wobei die Freigabe in der Regel erst nach Zahlung eines "Lösegeldes" erfolgt.

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