Weiterbildung Kostenfreier Crashkurs zu KI in der Produktion

Redakteur: Alina Hailer

Eine von Wissenschaftlern entwickelte Schulung zur Prozessoptimierung soll den Teilnehmern fundiertes Wissen in Bezug auf Künstliche Intelligenz und Maschinellem Lernen vermitteln.

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Einer der Demonstratoren der KI-Schulung: Ein Sauggreifer saugt Plättchen verschiedenen Materials an und misst präzise den Druckverlauf. Anhand der Messdaten gilt es, verschiedene Materialien zu unterscheiden und zu sortieren.
Einer der Demonstratoren der KI-Schulung: Ein Sauggreifer saugt Plättchen verschiedenen Materials an und misst präzise den Druckverlauf. Anhand der Messdaten gilt es, verschiedene Materialien zu unterscheiden und zu sortieren.
(Bild: WBK Institut für Produktionstechnik am KIT)

Um Fach- und Führungskräften aus der Industrie eine Wissensgrundlage zu den Themen Künstliche Intelligenz (KI) und Maschinelles Lernen (ML) zu vermitteln, haben Fraunhofer-Experten einen Crashkurs veröffentlicht. Hinter der Schulung steht das Fraunhofer Institut für Optronik, Systemtechnik, und Bildauswertung IOSB sowie das Fraunhofer Institut für Chemische Technologie ICT und das WBK-Institut für Produktionstechnik des Karlsruher Instituts für Technologie KIT.

Die „Videoschulung KI-gestützte Prozessoptimierung“ umfasst eine Lernzeit von vier bis acht Stunden. Interessenten können die interaktiven, für das Selbststudium konzipierten Materialien nach der Registrierung kostenfrei herunterladen und durcharbeiten. Anhand konkreter Anwendungsszenarien, eigens entwickelter Demonstratoren und angeleiteter Programmierübungen ermöglicht die Schulung konkrete Erfahrungen mit KI im Produktionskontext.

Fundierte Grundlagen

In Industriebetrieben gibt es im Produktionsprozess oft ungelöste Probleme oder es wird ein Optimierungspotenzial vermutet. Um den Produktionsprozess mithilfe von KI zu optimieren, fehlt jedoch oft das nötige Fachwissen. Diese Wissenslücke soll durch die Videoschulung geschlossen werden. Der Kurs soll fundierte und realitätsnahe Vorstellungen vermitteln, was KI- und ML-Methoden leisten können, in welchen Fällen sie sinnvoll anzuwenden sind und wie dabei vorgegangen wird.

Die Projektleiterin Janina Stompe betont, dass die Schulung niemanden zum KI-Experten mache, der komplexe Lösungen im Alleingang umsetzen kann. Die Teilnehmenden würden allerdings ein gutes Gefühl dafür bekommen, was möglich ist, und hätten nach dem Kurs das nötige Wissen, um ihr Thema voranzutreiben und produktiv mit KI-Experten zusammenzuarbeiten.

Programmierübungen ohne Vorkenntnisse

Der Kurs gliedert sich in drei Module. Teil eins und zwei zu den Themen „KI in der Produktion – das Big Picture“ und „Von den Daten zum Modell – die Basics“, sind eher theoretisch ausgelegt und richten sich gleichermaßen an Führungs- und Fachkräfte aus Industriebetrieben.

Der dritte Teil „ML in der Produktionspraxis – Deep Dive“ ist primär für Fachkräfte bestimmt. Hier geht es ganz praktisch zur Sache: Die Teilnehmenden führen anhand vorbereiteter „Jupyter-Notebooks“ angeleitete Programmierübungen durch. Dabei geht es um die Themen Regressionsanalyse und Anomalieerkennung. Die realen Daten der vorgestellten Demonstratoren machen die Übung anschaulich und möglichst praxisnah. Dabei seien Vorkenntnisse für diese Übungen nicht notwendig.

Die zwei am Projekt beteiligten Fraunhofer Institute IOSB und ICT sowie das WBK-Institut treiben ebenfalls die Nutzbarmachung von KI und ML für die Industrie im Rahmen der Karlsruher Forschungsfabrik für KI-integrierte Produktion voran. Das Kurs-Projekt wird im Rahmen einer Ausschreibung für regionale KI-Labs vom baden-württembergischen Wirtschaftsministerium gefördert.

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