Digital Transformation Kollaboration zwischen Mensch und Maschine muss effizienter werden

Redakteur: Julia Bender

Das Wissen darüber, wie der Mensch mit einer Maschine interagiert und welche Faktoren dabei berücksichtigt werden sollten, wird immer wichtiger. Eine Forschungsgruppe hat sich nun mit eben diesen Fragen beschäftigt.

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Systeme und Maschinen werden zunehmend wichtiger. Doch wie müssen sie gestaltet sein, damit die Interaktion mit dem Menschen problemlos abläuft?
Systeme und Maschinen werden zunehmend wichtiger. Doch wie müssen sie gestaltet sein, damit die Interaktion mit dem Menschen problemlos abläuft?
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Cybertechnologien sind bereits heute ein Teil unseres Alltags und werden zukünftig noch weiter verbreitet sein. Aus diesem Grund wird es zunehmend relevanter, zu verstehen, wie die Interaktion zwischen einem Mensch und einer Maschine abläuft. Ein Forschungsteam, bestehend aus den Wissenschaftlern Prof. Dr. René Fahr und Marius Protte vom Heinz Nixdorf Institut der Universität Paderborn und Prof. Dr. Daniel Quevedo der Queensland University of Technology, hat nun untersucht, wie sich im Kontext der Mensch-Maschine-Interaktion die besten Ergebnisse für den Nutzer eines Systems erzielen lassen.

Problem: Maschinen sind nicht an menschliches Verhalten angepasst

„Viele Systeme und Maschinen sind zwar von Menschen für Menschen entwickelt und hergestellt worden, sie berücksichtigen menschliches Verhalten in vielen Fällen jedoch nicht“, schildert Prof. Dr. Quevedo von der TU Queensland die Problemlage. Das läge aber meist nicht an dem System, sondern daran, dass die Menschen die Maschine nicht richtig verstehen würden und bedienen könnten. Deshalb müsse daran gearbeitet werden, die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine effizienter zu gestalten.

Um herauszufinden, wie die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine gestaltet sein muss, damit sie erfolgreich und effizient abläuft, hat das Forschungsteam eine Studie durchgeführt. Dabei mussten die Probanden Entscheidungen im Szenario einer von einem Menschen gesteuerten Drohne zur Verkehrsüberwachung treffen. Das Ergebnis verdeutlicht, dass sich Mensch und Maschine stark unterscheiden: Während die Leistung von Maschinen durch direktes und häufiges Feedback verbessert wird, verschlechterte sich die Steuerung der Drohnen-Pilotinnen und -Piloten, je mehr Rückmeldung ihnen über die Präzision der Überwachungsaufnahmen gegeben wurde. Außerdem konnte gezeigt werden, dass Menschen die Neigung besitzen, ihre Fähigkeiten im Umgang mit einer Maschine überschätzen, sobald sie in einer bestimmten Sache erfolgreich waren.

Das werfe die Frage auf, ob man den Menschen jedes Mal, wenn sie erfolgreich waren, eine positive Rückmeldung geben sollte oder ob unter gewissen Umständen solche Informationen zurückgehalten werden sollten, so Prof. Dr. Fahr vom Heinz Nixdorf Institut der Universität Paderborn. Als Beispiel führt er ein GPS-Navigationsgerät an: „Der Computer kann die schnellste Route berechnen, indem er auch Faktoren wie ein erhöhtes Verkehrsaufkommen auf einer Strecke in seine Rechnungen inkludiert. Trotz der Berücksichtigung dieser Einflussfaktoren durch den Computer hat der Fahrer möglicherweise eine bevorzugte Route oder eine, von der er denkt, sie sei schneller. Hierbei hat er jedoch äußere Faktoren nicht berücksichtigt. Das Problem besteht also darin, abzuwägen, welche Faktoren eine Maschine preisgibt, um ein bestimmtes menschliches Verhalten hervorzurufen.“

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