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Reality Check 4.0 Kippt die Digitalisierung im Mittelstand?

| Redakteur: Julia Moßner

Jeder, der sich mit Industrie 4.0 beschäftigt, hat schon eine dieser typischen Konferenzen besucht und Vorträge gehört, bei denen vor allem die großen Hersteller Ihre Lösungen präsentieren. Die Beiträge von produzierenden Unternehmen, die bereits Erfahrung mit Industrie 4.0-Projekten gemacht haben, sind dagegen rar gesät. Genau solche Beispiele werden am 6. Juli beim Reality Check 4.0 in Köln vorgestellt, denn Industrie 4.0 ist inzwischen keine abstrakte Idee mehr, sondern in der Realität des Unternehmensalltags angekommen.

Am 6. Juli findet in Köln im Haus der Kommunikation der Reality Check 4.0 statt. Bis Mitte Mai können Tickets noch zum vergünstigten Frühbucherpreis von 445,- Euro erworben werden.
Am 6. Juli findet in Köln im Haus der Kommunikation der Reality Check 4.0 statt. Bis Mitte Mai können Tickets noch zum vergünstigten Frühbucherpreis von 445,- Euro erworben werden.
(Bild: Serviceplan (Claudia Ast/Ralf Jürgens))

Dass die digitale Transformation der Industrie viele Unternehmen vor große Herausforderungen stellt, liegt auf der Hand. Einige Unternehmen haben bereits Erfahrungen mit ersten Umsetzungsprojekten gesammelt, dabei den einen oder anderen Fehler gemacht, daraus gelernt und Hürden umschifft. Es gibt wohl kaum Industrie 4.0-Projekte, die man im Nachhinein nicht doch anders angepackt hätte.

Aber auf den zahlreichen Konferenzen zum Thema wird nur von unglaublich erfolgreichen „Leuchtturmprojekten“ großer Unternehmen berichtet. Dabei lohnt es sich genauer hinzuschauen und zu fragen: Ist wirklich alles positiv gelaufen? Was würde man beim zweiten Mal anders machen? Welche Probleme sind aufgetaucht und wie wurde damit umgegangen? War überhaupt jedes Projekt notwendig und sinnvoll? Diese und weitere Fragen werden bei der erstmalig stattfindenden Veranstaltung Reality Check 4.0 am 6. Juli in Köln diskutiert.

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Vormittagsprogramm: Denkanstöße und Best Practices

Die Keynote hält Prof. Dr. Andreas Syska, Professor für Produktionsmanagement an der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach. Er stellt die Frage nach dem „Sinn und Unsinn von Industrie 4.0“. Denn aus seiner Sicht kommt Industrie 4.0 als Konjunkturprogramm für Fabrikausrüster daher und beschränkt sich auf Automation und Effizienzsteigerung. Das greift zu kurz, wird der Größe des Themas nicht gerecht und verfehlt die Zielgruppe, die sich eigentlich angesprochen fühlen sollte – der produzierende Mittelstand.

Es folgen Erfahrungsberichte von Georg Weber von Wilo SE und Michael Piekarzewitz von der Weidmüller Interface GmbH. Beide berichten darüber welche Erfahrungen Ihre Unternehmen beim Bau von neuen, modernen Fabriken gemacht haben, welche Hürden Sie dabei gemeistert haben und was man mit dem Erfahrungsschatz von heute evtl. anders machen würde.

Interessante Einblicke wie Unternehmen mit der Herausforderung der digitalen Transformation umgehen, liefern anschließend auch die beiden Referenten Dr. Marius Grathwohl von MULTIVAC Sepp Haggenmüller SE und Dr. Stephan Fischer von TRUMPF Werkzeugmaschinen.

Nachmittags: Diskussionen und Networking

Dr. Frank Breitenbach von EDAG PS erläutert in seinem Vortrag „Wie erkenne ich low-hanging Blödsinn 4.0?“, was wirklich hinter dem Konzept „Industrie 4.0“ steckt und warum es so wichtig ist, genauer hinzuschauen, wenn man Anbieter zu diesem Thema sucht. Nun dürfen die Teilnehmer selbst aktiv werden: in drei Worldcafés wird über die Fragestellungen diskutiert, warum das Silodenken gerade bei Industrie 4.0-Projekten nicht funktioniert, warum es häufig keine geeigneten technischen Lösungen für den Mittelstand gibt und warum die Mammutaufgabe Digitalisierung von keinem Mittelständler allein bewältigt werden kann.

Weil die Vernetzung von Anlagen auch immer höhere Anforderungen an die IT-Security stellt, zeigt Thomas Haase von T-Systems in seinem Vortrag wie Hacker vorgehen, wenn sie miteinander vernetzte Geräte angreifen.

Die Teilnahmegebühr für den Reality Check 4.0 beträgt 595,- Euro. Bis Mitte Mai können Tickets noch zum vergünstigten Frühbucherpreis von 445,- Euro erworben werden. Nähere Informationen und das vollständige aktuelle Programm finden Sie im Web unter www.reality-check40.de. Dort können Sie sich auch für die Veranstaltung anmelden.

Ergänzendes zum Thema
Veranstalter-Team

Hinter dem Reality Check 4.0 steht ein besonderes Team, das in seiner Zusammensetzung in Deutschland einmalig ist, aber exemplarisch ist für neue Herangehensweisen, die Unternehmen bei der Umsetzung komplexer Projekte wagen müssen.

Entstanden ist die Idee für die Veranstaltung im Sommer 2016 bei Gesprächen zwischen Ronny Steinhagen, Leiter strategische Geschäftsentwicklung bei EDAG PS, Philipp Ramin, Co-Founder und CEO des Forschungs-, Schulungs- und Beratungsunternehmens Innovationszentrum für Industrie 4.0 und Julia Moßner, Head of Industry of Things von Vogel Business Media. Später stieß noch Oliver Grüttemeier, Geschäftsführer von Serviceplan Köln dazu.

Die vier Unternehmen haben es sich – gemeinsam mit weiteren Partnern – zum Ziel gemacht, dem Kunden bei der Umsetzung von Industrie 4.0 genau die Hilfestellung anzubieten, die er wirklich braucht. Diese Hilfestellungen reichen von der Information und Wissensbildung über Schulungen, Beratung und Planung bis hin zur Umsetzung. Denn nur mit einer verzahnten Dienstleistungskette können Unternehmen diese komplexe Aufgabe bewältigen.

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