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Expertenbeitrag

Oliver Schonschek

Oliver Schonschek

IT-Fachjournalist, News Analyst und freier Lead News Analyst bei Insider Research

Künstliche Intelligenz auf der Cebit 2017

KI-Systeme erweitern die Möglichkeiten des Menschen

| Autor/ Redakteur: Oliver Schonschek / Nico Litzel

Künstliche Intelligenz und selbstlernende Systeme waren Megatrends der diesjährigen Cebit. Wir haben uns Beispiele aus der Praxis angesehen.

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Beispiele für KI-Nutzung gab es reichlich auf der Cebit 2017. Auf dem Bild zu sehen ist eine KI-Lösung mit IBM Watson, mit der die Stimmung von Kunden auf Basis von Videobildern abgeschätzt werden soll, zum Beispiel, um die Reaktion auf eine Werbung zu testen.
Beispiele für KI-Nutzung gab es reichlich auf der Cebit 2017. Auf dem Bild zu sehen ist eine KI-Lösung mit IBM Watson, mit der die Stimmung von Kunden auf Basis von Videobildern abgeschätzt werden soll, zum Beispiel, um die Reaktion auf eine Werbung zu testen.
( Bild: Oliver Schonschek )

Ob am ersten Cebit-Tag bei dem IBM Analyst Day über Cognitive Computing, an dem Insider Research teilnahm, oder in den Messehallen der Cebit 2017: AI-Systemen wird eine große Zukunft vorhergesagt. Die Marktforscher von IDC sagen, dass in weniger als zwei Jahren mehr als 50 Prozent aller Apps, die entwickelt werden, mit kognitiven Fähigkeiten ausgestattet sein werden. IDC geht zudem davon aus, dass bis 2018 die Hälfte aller Verbraucher regelmäßig mit kognitiven Services interagieren wird.

Watson-Lösungen werden laut IBM gegenwärtig in über 45 Ländern und 20 verschiedenen Branchen genutzt. IBM schätzt, dass bis zum Ende des Jahres eine Milliarde Menschen auf der Welt Kontakt mit Watson haben, 200 Millionen davon sind Konsumenten in unterschiedlichen Branchen wie zum Beispiel Handel, Reiseplanung, Versicherungen, Bank- und Verwaltungsservices. Weitere 200 Millionen sind Patienten. Watson arbeitet zurzeit mit 50 verschiedenen kognitiven Technologien, um Bilder, Texte und andere Datenformate verarbeiten zu können. Im letzten Jahr ist die Anzahl der Entwickler, die mit Watson APIs arbeiten, um über 300 Prozent gestiegen.

Cebit zeigt praktische Anwendungen von KI

Ein Roboter wie Pepper kann in Hotels ebenso als Assistent eingesetzt werden wie im Handel.
Ein Roboter wie Pepper kann in Hotels ebenso als Assistent eingesetzt werden wie im Handel.
( Bild: Oliver Schonschek )

Als Beispiele für KI-Anwendungen gab es auf der Cebit zahlreiche Showcases zu sehen, wie KI-Systeme in der Produktion, im Rahmen der vorausschauenden Wartung (Predictive Maintenance), bei der Qualitätssicherung oder als Assistenten am Arbeitsplatz. Auch in der medizinischen Diagnostik und im Fahrzeugverkehr sind selbstlernende Lösungen im Einsatz. Ebenso konnte man auf dem IBM-Stand sehen, wie KI-Systeme und Chatbots bei Maschinen Probleme frühzeitig selbst erkennen und bei Bedarf Ersatzteile ordern können. Der Roboter-Bankangestellte Pepper und der autonom fahrende „Olli Bus“ waren nur zwei Beispiele von vielen, die besonders ins Auge fielen.

Fujitsu stellte Live Talk vor. Das Tool wurde speziell für Menschen mit eingeschränktem Hörvermögen entwickelt sowie für jede Form von Kommunikation, die in anderen Sprachen funktionieren soll. Das gesprochene Wort wird über eine Spracherkennung in schriftlichen Text umgewandelt, der dann auf einem PC, Tablet oder Smartphone angezeigt wird. Fujitsu hatte auch das sogenannte Intelligent Dashboard parat. Die Benutzeroberfläche unterstützt Fertigungsleiter durch die Verarbeitung verschiedener Fabrikdaten, die mithilfe von Sensortechnologie erfasst werden. Durch Dialoge zwischen einem Menschen und dem auf Künstlicher Intelligenz basierenden digitalen Assistenten „Anna“ können neue Prozesse bei der Problemlösung in Fabriken zur Anwendung kommen.

Digitale Assistenten müssen nicht immer Alexa, Cortana oder Siri heißen, ein weiteres Beispiel: Auf der Cebit wurde Scoper als sprachgesteuerter, digitaler Assistent präsentiert. Scoper von Scopevisio beantwortet Abfragen etwa zum Umsatz oder zu Kunden. Die Materna GmbH stellte ebenfalls Chatbot-Lösungen vor. Diese wurden auf Basis kognitiver Services wie IBM Watson für den Service Desk entwickelt. Der Showcase von Materna zeigte, wie ein Chatbot die im Service Desk eingehenden Standardanfragen beantwortet und mit dem Endanwender interagiert.

Vom Kleiderschrank bis ins Security Operation Center (SOC)

Auch als Konsument kann man heute schon von KI-Systemen profitieren: Auf der Cebit wurde zum Beispiel DailyDress vorgestellt, eine App, die „individuelle Outfit-Inspirationen“ passend zum eigenen Kleiderschrank bietet, wie es der Anbieter beschreibt. Die Idee: Selbstlernende Algorithmen sollen dabei helfen, Alltagsentscheidungen schneller und besser treffen zu können. In diesem Fall soll dem Nutzer dabei geholfen werden, die Outfit-Möglichkeiten, die sich im eigenen Kleiderschrank befinden, besser zu nutzen.

IBM Watson kann Security-Analysten bei der Auswertung von Security-Events helfen. IBM QRadar bindet bereits Watson Services ein.
IBM Watson kann Security-Analysten bei der Auswertung von Security-Events helfen. IBM QRadar bindet bereits Watson Services ein.
( Bild: Oliver Schonschek )

Wie IBM Watson in der Cyber-Security helfen kann, wurde nicht nur im virtuellen SOC auf dem IBM-Stand gezeigt. Es gab auch eine passende Ankündigung auf der Cebit: IBM und SIX, Infrastrukturbetreiber für den Schweizer Finanzplatz, haben ihre Pläne angekündigt, IBM Watson for Cyber Security im neuen, kognitiven Security Operations Center einzusetzen. Im Rahmen der Partnerschaft bietet das neue, auf IBM Technologie gestützte SIX SOC den Kunden Zugriff auf kognitive IBM Sicherheits-Tools zur Bekämpfung von Internetkriminalität.

Die kognitive IBM-SOC-Plattform gibt Sicherheitsanalysten Tools an die Hand, um Informationslücken zu schließen und Attacken besser abzuwehren. Das Kernstück der neuen Plattform ist der IBM QRadar Advisor with Watson, das erste Tool, das Watsons Wissenspool im Bereich der Internetsicherheit nutzen kann.

Fazit

Die IBM Watson Developer Cloud ermöglicht es, IBM Watson Services in neue KI-Lösungen zu integrieren.
Die IBM Watson Developer Cloud ermöglicht es, IBM Watson Services in neue KI-Lösungen zu integrieren.
( Bild: Oliver Schonschek )

KI-Systeme erobern immer neue Bereiche und ergänzen dort die Tätigkeiten und Fähigkeiten von uns Menschen. Wie vielfältig der Einsatz von KI bereits ist, zeigte einmal mehr die Cebit 2017. Besonders zu erwähnen sind die Möglichkeiten, KI in neue Lösungsideen zu integrieren, wie dies zum Beispiel die IBM Watson Developer Cloud bietet. Dank solcher Services wird die Vielfalt an KI-Lösungen in kurzer Zeit weiter ansteigen. Man darf also auf weitere Ideen für KI-Lösungen gespannt sein.

Dieser Beitrag ist bei unserem Partnerportal BigData Insider erschienen.

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Über den Autor

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