KI-Ethik KI, ethische Werte und der Mensch

Autor / Redakteur: Udo Urban* / Lea Täufer

Das Netzwerk HumanE-AI-Net will Künstliche Intelligenz weiterentwickeln. Und zwar so, dass sie den Menschen versteht - und ethische Werte erkennt.

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Mit dem Netzwerk HumanE-Al-Net wollen Forscher rund um Europa menschenzentrierte und ethische KI entwickeln.
Mit dem Netzwerk HumanE-Al-Net wollen Forscher rund um Europa menschenzentrierte und ethische KI entwickeln.
(Bild: pixabay)

Europäische Spitzenforschungszentren, Universitäten und namhafte Industrieunternehmen arbeiten im Rahmen des Netzwerks HumanE-AI-Net zusammen, um ein gemeinsames Ziel zu verwirklichen: die KI-Forschung zu einer ethischen und menschzentrierten Marke zu etablieren und Europas Position im globalen Wettbewerb zu stärken. Für die nächsten drei Jahre soll das Projekt laufen und wird mit über 10 Millionen Euro gefördert.

“Um von der Gesellschaft akzeptiert zu werden, müssen KI-Systeme vertrauenswürdig und ihre Entscheidungen vor allem nachvollziehbar sein. Sie müssen den Menschen 'verstehen', um sich an komplexe reale Umgebungen anpassen zu können und in sozialen Umfeldern angemessen und ethisch vertretbar zu handeln”, sagt Prof. Dr. Paul Lukowicz, Leiter des Forschungsbereichs Eingebettete Intelligenz am DFKI und Koordinator von HumanE-AI-Net. Das bedeutet, dass der Mensch der Maschine potenziell eher vertraut, wenn sie menschenzentriert, mit ethischen, rechtlichen, demokratischen und kulturellen Werten der Europäischen Gemeinschaft, entwickelt wurde. Die KI-Systeme müssen wissen, was der Mensch braucht und ihm bei seinen Aufgaben helfen, ohne ihm die Kontrolle zu nehmen.

„Menschen und Maschinen haben unterschiedliche Stärken. Wenn es aber gelingt, Systeme so zu entwickeln, dass sie unser menschliches Weltbild begreifen, werden sie wiederum nachvollziehbare Entscheidungen und Ergebnisse liefern.“, so Lukowicz In der Technologie hat die Kombination Mensch und Maschine großes Potenzial für neue Anwendungen und Geschäftsmodelle.

Hintergrund des Projektes

Die Vorarbeit von HumanE AI dient als Ansatz, um HumanE-Al-Net zu entwickeln. Schlüsselakteure der KI stehen dabei in enger Zusammenarbeit mit Unternehmen und Wissenschaftlern aus verwandten Bereichen wie Mensch-Maschine-Interaktion, Psychologie, Kognitions-, Sozial- und Komplexitätswissenschaft.

An dem Projekt sind insgesamt 21 europäische Länder und 53 Projektpartner, beispielsweise namhafte Firmen wie Airbus, SAP und Philips, beteiligt, sowie die DFKI-Forschungsbereiche Eingebettete Intelligenz (EI), Agenten und Simulierte Realität (ASR), Speech and Language Technology (SLT) und Robotics Innovation Center (RIC). Mit 12 Millionen Euro fördert die EU das Projekt. Außerdem arbeitet HumanE-Al-Net eng mit den europäischen KI-Initiativen CLAIRE und ELLIS zusammen.

Für weitere Unterstützung und Weitergabe des bisherigen Wissens werden über die AI4EU-Plattform und ein virtuelles Laboratorium die Ergebnisse der europäischen KI-Gemeinschaft bereitgestellt. Zudem sollen eine Reihe von Sommerschulen, Tutorien und MOOCs (Massive Open Online Courses) entwickelt, ein industrielles Doktorandenprogramm eingerichtet und die wichtigsten Industrieakteure aus den entscheidenden europäischen Wirtschaftsbereichen in die Definition der Forschungsagenda und die Ergebnisbewertung einbezogen werden.

* Udo Urban arbeitet an der DFKI (Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz) Kaiserslautern.

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