Künstliche Intelligenz KI erfolgreich in der Arbeitswelt integrieren

Redakteur: Alina Hailer

Öffentlich zugänglich für Alle: Ein neuer Lernraum zum Thema Künstliche Intelligenz in unserer Arbeitswelt soll die Forschung für alle Beteiligten greifbar und transparent machen.

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Künstliche Intelligenz wird sowohl in unserem Alltag als auch in der Arbeitswelt zunehmend relevanter.
Künstliche Intelligenz wird sowohl in unserem Alltag als auch in der Arbeitswelt zunehmend relevanter.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Ende Mai wurde erstmals der Lernraum für Künstliche Intelligenz (KI) des Projektes „Humain-Work-Lab“ eröffnet. Die Ziel des Lernraumes ist es, die Forschung zu KI transparenter zu machen und Ergebnisse schneller zu kommunizieren und öffentlich zu diskutieren. Das Konzept des Lernraumes folgt dem Open-Science-Ansatz: Im Lernraum werden ab sofort wissenschaftliche Ergebnisse präsentiert und diskutiert, und zwar nicht nur unter Forschenden, sondern auch mit den Partnern aus Unternehmen, Gewerkschaften, Verbänden und Politik. Die Hürde zwischen Wissenschaft und Praxis soll damit abgebaut werden.

Der Hintergrund des Projektes sind die vielen Möglichkeiten, die KI für unseren Alltag und unsere Arbeitswelt bietet. Durch den Einsatz von KI entstehen zum Beispiel neue Geschäftsmodelle und Innovationsstrategien. Hinter dem dazugehörigen Forschungsprojekt „Künstliche Intelligenz und der Wandel von Arbeit – Betriebliche Praxislaboratorien zur menschenzentrierten Gestaltung von Künstlicher Intelligenz“ steht das Münchener Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung e.V. (ISF). Das Ziel des Projektes: Aufzeigen, wie man mit KI Arbeitsprozesse verbessern und die Arbeitsqualität der Menschen steigern kann. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Lernraum für Forschung, Politik und Experten aus der Wirtschaft

Der Lernraum startete mit einem Beitrag von Tobias Kämpf vom ISF. Im Beitrag werden die drei Thesen vorgestellt, die dem Projekt zugrunde liegen. Dies sind die drei Thesen:

  • 1. Daten sind der strategische „Rohstoff“ der digitalen Transformation: Künstliche Intelligenz ist der Schlüssel und das passende strategische Werkzeug, um die Datenberge der digitalen Welt sinnvoll nutzen zu können. Nur wer es beherrscht, daraus Innovationen, echte Gebrauchswerte und Geschäftsmodelle zu entwickeln, wird sich auch in Zukunft an der Spitze der Wertschöpfungssysteme halten können.
  • 2. KI wird in der Arbeitswelt vor allem als Mittel zur Rationalisierung und Kostensenkung vorangetrieben. Das ist das falsche Leitbild. Denn es droht die Einstellung auf eine neue Phase der Digitalisierung zu blockieren: Mit der einseitigen Fokussierung auf die Kostensenkung, beispielsweise durch Automatisierung, wird es schwierig, in den Belegschaften Begeisterung für die digitale Transformation zu wecken.
  • 3. Leitstern für den Einsatz von KI sollte die Steigerung von Handlungsfähigkeit und die Verbesserung der Arbeitsqualität der Menschen sein: Der Fokus sollte nicht nur darauf liegen, das „Schlimmste zu verhindern“, sondern KI und Empowerment zu vereinen. Es geht nicht darum, den Menschen durch KI Entscheidungskompetenzen zu entziehen, sondern deren Handlungsfähigkeiten zu erweitern.

Im Lernraum findet sich außerdem ein Beitrag des Change-Managers Lars Schatilow (IBM), der die Initiative „Human Friendly Automation“ gegründet hat und zusammen mit mehreren Unternehmen und dem ISF eine Werte-Charta für den Einsatz von KI entwickelt hat. In seinem Beitrag stellt er diese Werte-Charta in Zusammenhang mit KI in der Arbeitswelt vor. Hier geht es darum, dass mehr darauf geachtet werden muss, dass die ökonomischen Vorteile aus technischem Fortschritt nicht zu Lasten der Würde der Menschen gehen. Dies ist vor allem in Zusammenhang mit Arbeitsplätzen wichtig. Viele Berufsgruppen stehen vor einer Neuerfindung, da ihre Arbeitsplätze zunehmend beeinträchtigt oder substituiert werden. Soll der Einsatz von KI also zum Vorteil für den Menschen werden, so muss dieser anhand einem verbindlichen Werte-Fundament geschehen.

Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales unter dem Dach der Initiative „Neue Qualität der Arbeit“ (INQA) gefördert. Die Initiative soll eine Plattform bieten, auf der sich Verbände der Wirtschaft, Unternehmen und Gewerkschaften, die Agentur für Arbeit, Sozialversicherungsträger und Stiftungen gemeinsam mit der Politik für eine neue, nachhaltige Arbeitskultur einsetzen. Sie bietet konkrete Beratungs- und Informationsangebote für Betriebe und Verwaltungen sowie vielfältige Austauschmöglichkeiten in Unternehmens- und Branchennetzwerken. Unter der Führung des Instituts für Sozialwissenschaftliche Forschung e.V. München beteiligen sich am Projekt folgende Partner:

  • Input Consulting
  • IBM Deutschland
  • Deutsche Telekom
  • Micaraa
  • Dienstleistungsgewerkschaft Verdi

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