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Expertenbeitrag

Dr.  Hans Christoph Dönges

Dr. Hans Christoph Dönges

Vorstand, SALT Solutions AG

Dieser Beitrag ist im Rahmen des Themenspecials "Industrie 4.0" erschienen.

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Digitale Transformation Jetzt digitalisieren heißt auch Wandel mitgestalten

Autor / Redakteur: Hans Christoph Dönges / Sebastian Human

Das revolutionäre an der vierten industriellen Revolution ist die Tatsache, dass wir Denkprozesse automatisieren. Das klingt im ersten Moment gruselig und wie Science-Fiction - hat aber mehrere nicht zu unterschätzende Vorteile.

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Die Digitalisierung wird unseren Arbeitsalltag verändern, doch diesen Wandel können wir mitgestalten.
Die Digitalisierung wird unseren Arbeitsalltag verändern, doch diesen Wandel können wir mitgestalten.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Es ist nicht neu, dass wir einen weltweiten Trend zu individuelleren und schneller gefertigten Produkten erleben. Gerade aus dem B2C-Bereich, durch Versprechen von Unternehmen wie Amazon oder auch Anreize aus digitalen Medien, sind wir daran gewöhnt, Produkte und Services schnell zu erhalten. Und die Variantenvielfalt steigt, weil diese Produkte immer individueller an Verbraucher-Bedürfnisse angepasst werden.

Wir sehen heute schon die ersten Auswirkungen dieses Trends: Während über mehrere Jahrzehnte hinweg die weltweiten Bestandsniveaus zurückgegangen sind, wachsen sie seit 2010 beständig und nähern sich inzwischen wieder dem Allzeit-Hoch aus den 80er Jahren an. Gut verfügbare Bestände sind im B2C-Umfeld der einzige Weg, um auf die steigenden Kundenanforderungen möglichst schnell reagieren zu können.

Auf wachsende Kundenanforderungen richtig reagieren

Zwar wissen wir heute- auch dank Social Media – mehr über unsere Kunden, doch erwarten sie auch immer mehr. Während jahrelang Arbeitsschritte ins günstigere Ausland verlagert wurden, müssen jetzt im eigenen Land Strukturen geschaffen werden, um diesen Servicegrad überhaupt zu ermöglichen. Dabei explodieren aber die Kosten, wenn man so vorgeht wie bisher.

Die mit diesem Trend einhergehenden Entwicklungen – die Individualisierung von Produkten, das Ansammeln von Massendaten über das Kundenverhalten und die steigenden Service-Erwartungen – sollten genau eine Reaktion hervorrufen: Digitalisierung.

Heutzutage werden zu viele Prozesse von Menschen gesteuert und ausgeführt, gerade Planungsprozesse: Oft werden Entscheidungen auf der Grundlage von persönlichen Erfahrungen und Einschätzungen getroffen. Das war lange Zeit gut genug, aber heute ist das zu ungenau, zu unflexibel und zu langsam.

Die IT ist inzwischen in der Lage, Daten in riesigen Mengen aufzunehmen. Mit modernen Technologien sind wir in der Lage, unüberschaubare Daten zu verarbeiten, sie auszutauschen und zu analysieren. Das gilt insbesondere für die unstrukturierten Daten aus den sozialen Netzwerken. Wenn man darüber hinaus noch die Algorithmen für maschinelles Lernen einbezieht, sind wir heute in der Lage, wesentlich genauere und bessere Entscheidungen zu treffen.

Die Automatisierung des Denkens

Wir können Maschinen auf die Herausforderungen der heutigen Zeit ansetzen, etwa Denkprozesse durch maschinelle Prozesse ersetzen, die auf Big Data basieren. Noch dazu können Maschinen schnell auf Veränderungen reagieren – etwas, was uns Menschen bekanntermaßen schwerfällt.

In der Folge können Unternehmen nicht nur ihre Bestände wieder reduzieren. Sie können bessere Planungen erstellen, über Strategien, den Absatz, Transporte, und so weiter. Sie können Markttrends erkennen und flexibel darauf reagieren. Maschinen sind dabei schneller, besser und genauer als wir Menschen. Und damit kann man auch einen hohen Servicegrad im eigenen Land ermöglichen, ohne mit explodierenden Kosten kämpfen zu müssen.

Die Digitalisierung muss man unbedingt als Chance begreifen, Prozesse besser zu gestalten. Wir werden schneller, besser und zugänglicher, wenn wir die Daten nutzen, die heute schon zur Verfügung stehen. Während wir im Rahmen von Industrie 3.0 Handhabungsprozesse automatisiert haben, gehen wir jetzt noch einen Schritt weiter – wir automatisieren Denkprozesse.

Wer einwendet, dass das die gesamte Struktur der Arbeit verändert, der hat recht: Diese industrielle Revolution wird nicht ohne große Veränderungen in der Art, wie wir arbeiten, ablaufen. Aber sie sichert die Grundlage unserer zukünftigen Wettbewerbsfähigkeit. Betroffene und Entscheider sollten das als Chance wahrnehmen. Wer frühzeitig und durchgängig digitalisiert, hat die große Chance, diesen Wandel aktiv zu gestalten.

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Über den Autor

Dr.  Hans Christoph Dönges

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