Studie zur Digitalisierung Jedes zweite Unternehmen setzt IIoT-Lösungen ein

Redakteur: Alina Hailer

Eine Marktforschungsstudie sieht einen Großteil der deutschen Unternehmen aus der fertigenden Industrie in einem digitalen Transformationsprozess. Welche Rolle das IIoT dabei spielt, lesen Sie hier.

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Die Marktforschungsstudie der Forsa zeigt deutlich, dass sich ein Großteil der deutschen Industrieunternehmen in einem digitalen Wandel befindet.
Die Marktforschungsstudie der Forsa zeigt deutlich, dass sich ein Großteil der deutschen Industrieunternehmen in einem digitalen Wandel befindet.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Im Fokus der Studie, welche vom IIoT-Unternehmen Relayr an das Marktforschungsunternehmen Forsa in Auftrag gegeben wurde, stehen vor allem der digitale Wandel und der Technologieeinsatz in deutschen Industrieunternehmen. Die Ergebnisse der Studie zeigen deutlich, dass der Großteil der befragten 200 Unternehmen (77 %) einen Transformationsprozess im jeweiligen Markt beobachtet. 94 Prozent der Befragten befinden sich zudem selbst in einem Prozess des digitalen Wandels.

Sie befinden sich überwiegend in der Phase der Maßnahmenplanung (27 %) oder der Phase der Erprobung (34 %).

Das Industrial Internet of Things als Antrieb für den Transformationsprozess

Die wichtigsten Schlüsseltechnologien sind nach Angaben der Unternehmen

  • das IIoT (60 %)
  • Big-Data-Technologien (46 %)
  • Künstliche Intelligenz (36 %)
  • und Blockchain-Technologien (10 %)
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Das IIoT wird hierbei mit Abstand als wichtigste Schlüsseltechnologie angegeben und von den Befragten als „wichtig“ oder „sehr wichtig“ eingeschätzt.

Jedes zweite Unternehmen setzt auf IIoT

Zum Zeitpunkt der Befragung wurde das IIoT von 49 Prozent der Unternehmen bereits genutzt. Das am häufigsten genannte Anwendungsgebiet stellen Datenanalysen anhand von Sensordaten der Maschinen und Anlagen (84 %) dar. Hauptgründe für den Einsatz spielten dabei Prozessoptimierung (24 %), Effizienz (18 %) und die Anforderungen des Auftraggebers oder des Marktes (17 %) sowie Modernisierung (15 %).

Von den übrigen 51 Prozent, die das IIoT noch nicht nutzten, planen 65 Prozent die Einführung des IIoT. Hier waren die Gründe für die zukünftige Implementierung die Verbesserung der betrieblichen Abläufe (84 %) und die Erhöhung der Qualität.

Insgesamt überzeugt das IIoT die Unternehmen in der deutschen Industrie. 79 Prozent der Befragten bewerten den Nutzen der Technologie als positiv, 74 Prozent plant weitere IIoT-Projekte.

Hintergründe zur Studie

Das Ziel der Studie „Industrial IoT in Deutschland: Transformation und Technologieeinsatz bei industriellen Unternehmen aus Entscheiderperspektive“ war es, den „Status Quo“ der digitalen Transformation unter Rückbezug des IIoT abzubilden. Der Untersuchungszeitraum wurde auf den 17. März bis 03. Juli 2020 gelegt.

Die repräsentative Stichprobe berücksichtigt 200 Unternehmen mit einer Mitarbeiterzahl von unter 1.000 und einem Jahresumsatz von mehr als 50 Millionen Euro. Die Unternehmen operieren in Branchen der fertigenden Industrie. In den teilstandardisierten Telefonbefragungen wurden gezielt Personen in C-Level-Position und aus dem Bereich der IT interviewt.

Report zur Studie

Fachkräftemangel als größte Herausforderung

Herausforderungen im Zusammenhang mit dem digitalen Wandel war der Mangel an Fachkräften der am häufigsten genannte Aspekt. 63 Prozent der Befragten sehen einen deutlichen Fachkräftemangel, der sich auch bei der Umsetzung von IIoT-Projekten äußert. Durch Probleme wie Mangel an qualifiziertem Personal oder fehlendem Know-how greifen die Unternehmen auf externe Fachkräfte. Drei Viertel haben bereits mit externen Partnern im IT-Bereich zusammengearbeitet. Weitere Herausforderungen stellen laut der Unternehmen auch eine veraltete oder unpassende Datenarchitektur (60 %) und notwendige strategische Investitionen dar (59 %).

Nicht genutzte Chancen?

Das Potenzial vom Industrial Internet of Things zur Weiterentwicklung der individuellen Geschäftsmodelle wird weitestgehend noch nicht genutzt. Während 44 Prozent dies für keine Option halten und 17 Prozent ihr Geschäftsmodell bereits geändert haben, können sich 38 Prozent zumindest vorstellen, dies in Zukunft in Erwägung zu ziehen.

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