Empfehlungen des Zukunftsrats

Jedes Unternehmen braucht eine Digitalisierungsstrategie

| Redakteur: Jürgen Schreier

Die Herausforderungen der Digitalisierung sind groß, deshalb braucht jedes Unternehmen einen konkreten Plan, wie es diese Aufgaben angeht.
Die Herausforderungen der Digitalisierung sind groß, deshalb braucht jedes Unternehmen einen konkreten Plan, wie es diese Aufgaben angeht. (Bild: Pixabay / CC0)

Jedes Unternehmen braucht eine Digitalisierungsstrategie. Der Zukunftsrat der Bayerischen Wirtschaft hat Ratschläge erarbeitet, wie die Wertschöpfung durch Digitalisierung konkret in die Praxis umgesetzt werden kann. Unternehmen und Staat sind dabei gleichermaßen gefordert.

Basierend auf der Studie „Neue Wertschöpfung durch Digitalisierung“ der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft hat der Zukunftsrat der Bayerischen Wirtschaft konkrete Handlungsempfehlungen formuliert, wie der Freistaat und die Unternehmen die Potenziale der Digitalisierung nutzen können. „Jedes Unternehmen braucht eine eigene Digitalisierungsstrategie. Diese muss fortlaufend überprüft sowie gegebenenfalls ergänzt oder erneuert werden“, ist Alfred Gaffal, Präsident der vbw und Zukunftsratsvorsitzender überzeugt.

Bestandsaufnahme und Bewertung des „digitalen Kapitals“

Laut Zukunftsrat geht es dabei zunächst um die Bestandsaufnahme und Bewertung des „digitalen Kapitals“ von Unternehmen. Dazu zählt alles, was als Datei virtuell darstellbar ist, also zum Beispiel Kunden-, Prozess- und Produktdaten, Datenmodelle, Software oder Lizenzen. Darauf aufbauend können dann unter anderem Entscheidungen über Geschäftsmodelle getroffen werden und das Unternehmen kann prüfen, welche Chancen und Risiken jeweils eine Offenlegung digitalen Wissens – etwa im Rahmen von Kooperationen oder Innovationsprozessen – mit sich bringt.

„Aus diesen Erkenntnissen ergibt sich dann auch die Cyber-/Datensicherheitsstrategie, die von entscheidender Bedeutung ist. Denn jedes Unternehmen verfügt über Daten, die für den eigenen Geschäftsbetrieb essenziell sind und die es deshalb zu schützen gilt. Leider unterstreichen immer wiederkehrende Wellen von Hacker-Angriffen die Dringlichkeit“, erklärt Gaffal.

Laut Zukunftsrat nicht minder wichtig im Zusammenhang mit einer Digitalisierungsstrategie sind

  • eine Medienstrategie,
  • eine digitale Erfassung des Bestands,
  • aktives Kompetenz- und Wissensmanagement sowie
  • eine Innovationsstrategie.

„Die Herausforderungen der Digitalisierung sind groß, deshalb braucht jedes Unternehmen einen konkreten Plan, wie es diese Aufgaben angeht. Der Zukunftsrat gibt mit seinen Handlungsempfehlungen ganz praktische Ratschläge“, betont Gaffal.

Die wesentlichen Grundlagen und Umsetzungsempfehlungen des Zukunftsrats sind nachfolgend auszugsweise zusammengefasst:

Grundlagen schaffen

Veränderungen erkennen und aufgreifen

Die Digitalisierung verändert Produkte, Prozesse und Geschäftsmodelle. Damit wandeln sich auch Märkte, Marktgeschehen und Marktteilnehmer tiefgreifend.

Die Studie Neue Wertschöpfung durch Digitalisierung zeigt, wie sich von der Landwirtschaft über die Industrie bis hin zu den Dienstleistungen die gleichen Veränderungsprozesse vollziehen:

  • Plattformen gewinnen an Bedeutung.
  • Neue technologische Risiken entstehen.
  • Die Rollen wandeln sich, auch im Verhältnis zum Kunden.
  • Wertschöpfungsketten ändern sich.
  • Neue Wettbewerber treten auf.
  • Automatisierungspotenziale und neue inhaltliche Anforderungen prägen die Arbeit.
  • Neue organisatorische Herausforderungen treten auf.
  • Datenmenge und Auswertungsmöglichkeiten nehmen zu.
  • Für Innovationsprozesse ergeben sich neue Potenziale.

Um Chancen zu erkennen und das Risiko zu minimieren, von disruptiven Veränderungen überrascht zu werden, müssen die sich quer durch alle Sektoren abzeichnenden Trends beobachtet und die Übertragbarkeit auf den eigenen Bereich bedacht werden.

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