Luftfahrt 4.0

Jedes dritte Unternehmen in der Luftfahrt noch ohne Digitalstrategie

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Drohnen unterstützen öffentliche Sicherheit und Wirtschaft

Digitale Technologien bringen auch große Fortschritte in der Herstellung von unbemannten Luftfahrtobjekten, also Drohnen. Die befragten Unternehmen sollten einschätzen, für welche Zwecke Drohnen im Jahr 2030 verbreitet eingesetzt werden. Nach Ansicht der Experten werden Drohnen besonders intensiv genutzt, um in der öffentlichen Sicherheit zu unterstützen (100 Prozent), um im Katastrophenfall schwer zugängliches Gelände zu begutachten (99 Prozent) und um besonders sensible Anlagen oder Objekte zu schützen (95 Prozent). Aber auch in der Wirtschaft werden Drohnen im Jahr 2030 eine wichtige Rolle spielen. So werden sie laut der Befragung beispielsweise in der Landwirtschaft zum Einsatz kommen, etwa um Saatgut oder Dünger auszubringen (82 Prozent), oder im Handel, um Pakete zu transportieren (50 Prozent).

Unternehmen sehen große Chancen für neue digitale Geschäftsmodelle

Die digitale Transformation eröffnet auch Chancen für neue Geschäftsmodelle in der Luftfahrt, wobei die Experten das größte Potenzial in der Datenauswertung sehen. Bei einem datenbasierten Geschäftsmodell könnte ein Unternehmen beispielsweise Informationen zum Passagierverhalten an Flughäfen auswerten und darauf aufbauend eine Navigations-App entwickeln. 84 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass solche Modelle im Jahr 2030 zum Einsatz kommen. Auch plattformbasierte Geschäftsmodelle werden sich nach Ansicht vieler Experten (80 Prozent) durchsetzen. Dabei können beispielsweise über eine digitale Plattform Luftfracht und verfügbare Flugzeuge zusammengebracht werden. 78 Prozent der Befragten nehmen an, dass Geschäftsmodelle, die auf dem Prinzip der Share Economy beruhen, verbreitet sein werden, so etwa Mitflugzentralen. Rund die Hälfte (48 Prozent) sieht auch Potenzial für Geschäftsmodelle, bei denen zum Beispiel Triebwerke nutzungsabhängig vergütet werden.

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Festhalten an traditionellen Geschäftsmodellen hemmt Innovation

Die Unternehmen sehen aber auch einige Hemmnisse für digitale Innovationen: So sind zwei Drittel der Experten der Ansicht, dass Luftfahrtunternehmen zu sehr an traditionellen Geschäftsmodellen hängen (68 Prozent). Weitere unternehmensinterne Hemmnisse sind fehlendes Kapital für Forschung und Entwicklung (61 Prozent) sowie mangelndes Know-how im Management der Luftfahrtunternehmen (34 Prozent). Auch auf politischer Ebene sehen die Befragten einige Innovationshemmnisse: Zum einen fehle Unterstützung durch die Politik (73 Prozent), zum anderen unterliege die Luftfahrt einer zu starken Regulierung (30 Prozent). Als Innovationshemmnis sehen die Befragten außerdem, dass die Passagiere skeptisch gegenüber Innovationen in der Luftfahrt seien (34 Prozent).

Zur Studienerhebung

Grundlage der Angaben ist eine repräsentative Befragung, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 102 Vorstände und Geschäftsführer von Unternehmen der Luftfahrtbranche befragt.

In der Bitkom-Studie wurde untersucht, wie sich die Digitalisierung auf die Luftfahrt auswirkt, also zum Beispiel auf die Aspekte Effizienz und Sicherheit, wie sie die Customer Journey verändert, welche Rolle Industrie 4.0 in der Luftfahrt spielt und welche Konsequenzen diese Veränderungen für die Unternehmen und die Branche haben.

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Über Bitkom:

Bitkom vertritt mehr als 2.300 Unternehmen der digitalen Wirtschaft, davon gut 1.500 Direktmitglieder. Sie erzielen mit 700.000 Beschäftigten jährlich Inlandsumsätze von 140 Milliarden Euro und stehen für Exporte von weiteren 50 Milliarden Euro. Zu den Mitgliedern zählen 1.000 Mittelständler, 300 Start-ups und nahezu alle Global Player. Sie bieten Software, IT-Services, Telekommunikations- oder Internetdienste an, stellen Hardware oder Consumer Electronics her, sind im Bereich der digitalen Medien oder der Netzwirtschaft tätig oder in anderer Weise Teil der digitalen Wirtschaft. 78 Prozent der Unternehmen haben ihren Hauptsitz in Deutschland, jeweils 9 Prozent kommen aus Europa und den USA, 4 Prozent aus anderen Regionen. Bitkom setzt sich insbesondere für eine innovative Wirtschaftspolitik, eine Modernisierung des Bildungssystems und eine zukunftsorientierte Netzpolitik ein.

Dieser Beitrag erschien zunächst auf unserem Partnerportal Marconomy

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