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Studie Jeder vierte Digitalchef nutzt keine KPIs

| Redakteur: Lisa Marie Waschbusch

Unternehmen setzen vermehrt auf das Know-how von Chief Digital Officers. Eine aktuelle Studie zeigt: Die Digitalstrategien stehen, allerdings fehlt es vielen Digitalchefs noch an definierten Kennzahlen zur Erfolgsmessung.

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Das Berufsfeld des „Chief Digital Officer“ hat sich durchgesetzt – jetzt müssen die Digitalchefs liefern.
Das Berufsfeld des „Chief Digital Officer“ hat sich durchgesetzt – jetzt müssen die Digitalchefs liefern.
(Bild: Pixabay / CC0 )

Digitale Transformation ist das Gebot der Stunde und die Unternehmen rüsten sich: Viele Firmen legen mit der Position des Chief Digital Officer (CDO) die Verantwortung für den digitalen Wandel in die Hände einer Person – und geben dafür immer mehr Geld aus. Mittlerweile gibt es in der DACH-Region über 320 CDOs. Das sind fast dreimal so viele wie vor zwei Jahren.

Laut einer aktuellen CDO-Studie der Hochschule Quadriga Berlin in Kooperation mit dem Beratungshaus TMG Consultants verfügen 93 Prozent der befragten Unternehmen über eine Digitalstrategie. Was diese voranbringen soll, scheint in den Unternehmen ebenfalls klar zu sein: Der Studie zufolge sehen 73 Prozent der befragten Unternehmen die Digitalisierung der internen Prozesse als wichtigste Maßnahme. 61 Prozent der Befragten erhoffen sich dadurch eine Verbesserung des Kundenerlebnisses – weitere Ziele der Digitalstrategie sind Kostenreduktion (55 Prozent) und Umsatzwachstum (54 Prozent). Dagegen stehen Trends wie die KI-Technologie (24 Prozent) oder die Integration von Startups (elf Prozent) weiter unten auf der Digitalagenda.

Einig ist man sich auch darüber, wer die Digitalisierung vorantreibt: Die Hälfte der Studienteilnehmer nennt die höchste hierarchische Ebene (C-Level). Die Unternehmensleitung oder der CDO selbst steuert die Digitalisierungsprojekte. Zudem zeigt die Studie, dass Unternehmen für den CDO-Bereich immer mehr investieren. Demnach stieg bei 35 Prozent der befragten Unternehmen die Mitarbeiter-Anzahl für die digitale Transformation im Vergleich zum Vorjahr an, bei 42 Prozent ist auch das Budget gestiegen oder zumindest gleichgeblieben.

24 Prozent der CDOs haben keine KPIs definiert

Ob die Strategie und die damit verbundenen Ziele erreicht werden und in der Realität Fuß fassen, lässt sich anhand von geeigneten Key Performance Indicators (KPIs) herausfinden – sofern die Unternehmen solche definiert haben. Laut CDO-Umfrage nutzen immerhin knapp ein Viertel (24 Prozent) der befragten Unternehmen keine KPIs. Dabei ist ihnen durchaus bewusst, wie wichtig diese Kennzahlen sind: 14 Prozent der Befragten sehen die „Entwicklung von Erfolgsmaßen & KPIs“ als sehr wichtig und 38 Prozent als wichtig an. Die Top 3 KPIs sind laut der Studie der Umsatz neuer Produkte/Dienstleistungen (33 %), die Anzahl optimierter Prozesse (31 %) und Rentabilitätskennzahlen (29 %).

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„Wenn man sich die Erfolgsfaktoren der Unternehmen anschaut, wird deutlich, dass diejenigen ohne Erfolgsmessung auch tendenziell weniger Budget und weniger Mitarbeiter haben. Sie schneiden in der Gesamtperformance auch schlechter ab“, bestätigt Studienmacher Wojciech Bolesta der TMG Consultants.

Eine (positive) Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr im Berufsfeld des CDOs konnten die Studienmacher mit den aktuellen Daten belegen: Die Digitalstrategien stehen, die Zielvorstellungen sind klar – nun gehen die Digitalchefs an die Umsetzung und starten dabei mit der unternehmensinternen digitalen Transformation. Wichtig für die Zukunft wird es sein, das Kennzahlen-Reporting anzupassen: KPIs dürfen nicht nur rückwärtsgewandt sein, sondern müssen laufend angepasst werden, damit Geschäftsideen, Märkte und Operations von heute bzw. morgen nicht nach der Logik von gestern bemessen und bewertet werden.

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