Industrie 4.0 in der Praxis

iTiZZiMO macht Industrie 4.0 wahr: Die Bühler AG in Uzwil

| Autor / Redakteur: Christopher Bouveret / Redaktion IoT

Praxisbeispiel: Bühler AG
Praxisbeispiel: Bühler AG (Bild: Bühler)

Bei der Bühler AG in Uzwil startete iTiZZiMO eine Machbarkeitsstudie der besonderen Art: Die Digitalisierung und Vernetzung des gesamten Montageprozesses vom Lager bis zur Qualitätskontrolle. Dazu wurden in einem Hackathon vor Ort mit Hilfe der Low-Code Plattform Simplifier unterschiedliche Applikationen konfiguriert, die Daten untereinander austauschen und so für einen reibungslosen Montageprozess sorgen.

Über Bühler

Wer Nüsse oder Pasta isst, Kaffee oder Bier trinkt, Tiere füttert, Holzpellets verheizt, Zeitschriften liest oder Auto fährt, kommt an der Bühler AG nicht vorbei. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Uzwil, Schweiz beschäftigt über 10.500 Mitarbeiter in mehr als 140 Ländern weltweit. Das Unternehmen entwickelt und produziert Maschinen und Anlagen zur Rohstoffveredlung, ob für die Nahrungsmittel-, die Automobilindustrie oder die chemische Industrie und engagiert sich besonders stark in Grundlagenforschung, um auch in Zukunft wegweisende Technologien zur Rohstoffverarbeitung anbieten zu können.

iTiZZiMO und Bühler

Im Jahr 2015 hat alles angefangen: auf einem Event in Berlin. Andreas Schällebaum, Value Stream Manager & Head of Industrial Engineering MLF besuchte die Smart Process and Manufacturing Systems Konferenz, so kamen wir ins Gespräch. Nach und nach kristallisierte sich der Plan heraus, den Prozess der Montage digital zu unterstützen. Um den Gesamtprozess nachhaltig zu digitalisieren und Fehlerquellen so gut wie möglich auszuschließen, begann die Arbeit bereits im Lager, wo alle notwendigen Teile kommissioniert werden. Am Ende des Montageprozesses stehen fertig montierte Anlagen, die an Kunden in aller Welt versendet werden. Nach Anforderungsanalyse sind im Rahmen eines einwöchigen Hackathons vor Ort in Uzwil verschiedene Anwendungen für unterschiedliche Endgeräte entstanden, die untereinander Informationen austauschen, um den gesamten Montageprozess zu digitalisieren und zu vernetzen und so eine reibungslose Montage zu gewährleisten. Die bisher gewonnenen Erkenntnisse aus dem Hackathon haben bereits für Begeisterung gesorgt, einem Rollout in Uzwil steht nun nichts mehr im Wege.

Smartes Lager

“Im Lager setzen wir auf Datenbrillen, um jedes Teil zu identifizieren und damit sicherzustellen, dass immer die richtigen Bauteile entnommen werden. Für andere Teilprozesse gibt es aber bessere Gerätetypen, die wir ebenfalls nutzen”, sagt Projektverantwortlicher Andreas Schällebaum. Auf der Smartglass wird eine Anwendung ausgeführt, die den Mitarbeitern bei jedem kommissionierten Bauteil eine Rückmeldung geben. So können keine Verwechslungen bei Bauteilen entstehen, die erst bei der Montage auffallen und somit eine Produktionsverzögerung nach sich ziehen.

Bild: itizzimo

Intelligente Logistik

Wenn alle Teile für einen Fertigungsauftrag kommissioniert sind, werden die Transportboxen an bestimmten Positionen im Werk zwischengelagert, um dann just in time zum passenden Montageplatz gebracht zu werden. Die Integration von Beacons ermöglicht es dabei, den exakten Stellplatz jeder Transportbox schnell nachzuvollziehen, Transportaufträge werden auf dem Tablet angezeigt und bearbeitet.

AR-unterstützte Produktion

Die Produktionsapplikation macht Dokumentation einfach: verwendete Werkzeuge werden in den digitalisierten Prozess eingebunden, so kann kontinuierlich überprüft werden, ob z.B. alle Schrauben mit dem richtigen Drehmoment angezogen sind. Diese Informationen dienen einerseits dem Monteur zur Kontrolle, andererseits auch zur nachträglichen Dokumentation. “Wir haben es mit viel manueller Arbeit zu tun, da passieren zwangsläufig Fehler, die aber in der Qualitätssicherung zeitaufwändig ausgebügelt werden müssen. Von der AR-Unterstützung versprechen wir uns messbare Verbesserungen”, so Schällebaum.

Bild: itizzimo

Bei Fehlern stoppt automatisch der gesamte Prozess und fährt erst nach manuellem Eingreifen wieder an. Treten Herausforderungen auf, die der Monteur vor Ort trotz digitaler Hilfestellung nicht allein lösen kann, besteht die Möglichkeit, via Servicecall einen Kollegen hinzuzuziehen und sich unterstützen zu lassen.

Qualitätskontrolle digital unterstützt

Auch der Abschluss der Montage, die Qualitätskontrolle wird mit einer Anwendung für Tablets digitalisiert und kann daher ab jetzt papierlos erfolgen. Das spart eine Menge Zeit für die nachträgliche Digitalisierung der Informationen. Mängel können via Foto erfasst und somit dokumentiert werden. So digital unterstützt verlassen Bühler-Anlagen nun noch schneller die Schweiz und machen sich auf den Weg zu Kunden in alle Welt.

Der Ausbau weiterer Funktionen und die Ausweitung auf weitere Standorte werden derzeit diskutiert.

Wollen Sie das ganze Video sehen?

Wollen Sie sehen, wie das Ganze bei Bühler aussieht? Hier erfahren Sie es. 

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