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IoT-Trends

ISG-Studie: Edge-Computing-Markt könnte explodieren

| Redakteur: Lisa Marie Waschbusch

Eine aktuelle Studie des Beratungsunternehmens ISG prognostiziert die künftige Entwicklung von Edge Computing. Demnach könnte der Markt mit einem Jahreswachstum von durchschnittlich mehr als 30 Prozent kurz- und mittelfristig regelrecht explodieren.

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Neben den Anbietern für „Edge Computing Services“ und „Edge Computing Solutions“ hat die ISG-Studie sieben weitere Teilmärkte analysiert.
Neben den Anbietern für „Edge Computing Services“ und „Edge Computing Solutions“ hat die ISG-Studie sieben weitere Teilmärkte analysiert.
( Bild: Pixabay / CC0 )

Eines der am stärksten wachsenden IoT-Marktsegmente ist das Geschäft mit Edge Computing. Das geht aus der aktuellen IoT-Studie „ISG Provider Lens Germany 2019 – Internet of Things (I4.0) Platforms, Services & Solutions“ hervor, bei der das Beratungs- und Marktforschungsunternehmen ISG insgesamt über 70 Anbieter in neun Teilmärkten befragt hat. Demnach werde der Edge-Computing-Markt mit einem Jahreswachstum von durchschnittlich mehr als 30 Prozent kurz- und mittelfristig regelrecht explodieren.

Im „Leader“-Quadranten des Marktsegments „Edge Computing Services“ konnten sich fünf Anbieter positionieren.
Im „Leader“-Quadranten des Marktsegments „Edge Computing Services“ konnten sich fünf Anbieter positionieren.
( Bild: ISG Research 2018 )

„Edge Computing wird sich auch deshalb sehr schnell verbreiten, weil ohne diese Technologie die Digitalisierung kritischer Infrastrukturen kaum möglich ist“, sagt Dr. Henning Dransfeld, Principal Advisor der ISG Information Services Group und Lead Advisor der Studie. Durch sich verändernde Anforderungen an Rechenzentren reichen die Antwortzeiten zwischen den Endgeräten und der zentralen IT oft nicht mehr aus. Vielmehr benötige IoT sehr kurze Latenzzeiten für die Datenverarbeitung, was den Bedarf an Edge-Computing-Lösungen immer weiter beschleunige, so Dransfeld.

Micro-Rechenzentren als Maßnahme

Zahlreiche Produktanbieter haben laut ISG-Studie ihr Portfolio deshalb um vollständige, schlüsselfertige Micro-Rechenzentren erweitert oder stehen kurz vor der Einführung. „Eine Herausforderung besteht dabei, auch beim Edge Computing für eine hochsichere Umgebung zu sorgen, die einem großen Rechenzentrum entspricht“, so Dransfeld. Hierfür würden die Unternehmen in der Regel Partnerschaften mit anderen Unternehmen eingehen, die sich zum Beispiel auf Stromversorgung, Zutrittskontrolle oder Klimatisierung spezialisiert haben.

Dransfeld weist darauf hin, dass der kommende 5G-Mobilfunkstandard eine wesentlich höhere Performance für das IoT bringe. Zudem würden durch die Rechner-Virtualisierung auch klassische Rechenzentren immer effizienter und generell steige durch die zunehmende globale Vernetzung die Leistungsfähigkeit der Datenverarbeitung.

Neben den Anbietern für „Edge Computing Services“ und „Edge Computing Solutions“ hat die ISG-Studie sieben weitere Teilmärkte analysiert: „IoT Platforms“, „Industrial IoT Platforms“, „IoT Starter Kits“, sowie die Consulting- und Integration-Anbieter bei „Connected Car Services“, „Building Automation“, „Logistics“ und „Retail“. Dabei zeichnen sich folgende Entwicklungen ab:

IoT-Plattformen

Der Markt für IoT-Plattformen konsolidiert sich schneller als vorhergesagt: In Deutschland ist die Zahl der Anbieter auch im vergangenen Jahr nicht weiter angestiegen. Stattdessen verzeichnet die von jährlich durchgeführte Studie einige wenige IoT-Plattformen, um die herum vielfältige Ökosysteme aus Spezialanbietern entstanden sind.

Die führenden Plattformen verfügen vor allem über eine robuste Technologiebasis. Darüber hinaus machen sie es Partnern leicht, neue Applikationen und Services einzubinden. Diese Partner wiederum konzentrieren sich vor allem auf die Diversifizierung und Skalierbarkeit ihrer Angebote.

Industrielle IoT-Plattformen

Bei den IoT-Plattformen speziell für die Fertigungsindustrie liegt der Schwerpunkt auf der Automatisierung von Prozessen. Zu diesem Zweck haben Fertigungsbetriebe vor allem Datenquellen miteinander verbunden, wie zum Beispiel SAP- und MES-Systeme. Die Anzahl der am Markt verfügbaren industriellen IoT-Plattformen, so die ISG-Studie, hat zuletzt weiter zugenommen. IoT-Lösungen kommen demnach vor allem bei der Optimierung der Lieferketten sowie dem Tracking von Produktionsgütern zum Einsatz.

IoT-Starter Kits

Der Geschäftskundenmarkt für schlüsselfertige IoT-Starter-Lösungen wird weiterhin von einigen wenigen Anbietern geprägt. Zwar gibt es eine fast unüberschaubare Zahl von IoT-Starter Kits für technische Programmierer. Diese eignen sich jedoch nach Einschätzung von ISG kaum für Geschäftskunden, die ganze IoT-Szenarien implementieren wollen. Vielmehr sollten Anbieter nach den ISG-Kriterien Lösungen bieten, die sich ohne größeren Integrationsaufwand einsetzen lassen und zum Festpreis erhältlich sind.

Connected Car Services (Consulting & Integration)

Im Markt für Connected Car-Szenarien deutet sich der ISG-Studie zufolge ein fundamentaler Wandel an. Ging es bisher vor allem um einzelne Lösungen, wie zum Beispiel die Wartung von Autos, Infotainment-Systeme oder automatisiertes Parken, wird 2019 im Zeichen der Integration dieser Szenarien stehen. Anbieter, die solche integrierten Lösungen anbieten können, werden laut ISG am Markt die Nase vorn haben.

Gebäudeautomatisierung (Consulting & Integration)

Der Markt für kommerzielle Gebäudeautomatisierung hat sich zum Schlachtfeld für zahlreiche Anbieter entwickelt, die aus unterschiedlichen Branchen kommen. IoT-Lösungen auf diesem Markt bieten der ISG-Studie zufolge nicht mehr nur einzelne Funktionen wie Heizungs-, Ventilations- und Klimaanlagen an. Vielmehr erwarten Gebäudemanager heute integrierte Angebote, die zum Beispiel auch die Beleuchtungssteuerung, Schließanlagen, Garagen oder den Aufzugsbetrieb umfassen. Deshalb treten IoT-Anbieter zunehmend als Integratoren auf und arbeiten mit entsprechenden Spezialistenfirmen zusammen.

Logistik (Consulting & Integration)

In der Logistikbranche hat ISG einen Wandel von der Güternachverfolgung hin zur Fahrzeugautomation festgestellt. IoT-Lösungen für die Logistik gehen heute über das bloße Nachverfolgen, Überwachen und Kontrollieren hinaus und umfassen zum Teil das komplette Flottenmanagement für Schiffe, LKWs und Züge. Bisherige Zukunftsszenarien wie komplett automatisierte Fahrzeuge stehen nun vor dem Piloteinsatz in realen Umgebungen. Führende Anbieter integrieren zudem die Blockchain-Technologie für die Verfolgung und Rückverfolgung („track & trace“) von Waren.

Handel (Consulting & Integration)

Vor dem Hintergrund hauchdünner Gewinnmargen steht der Handel auch weiter vor der Aufgabe, Kundenbindung und -erlebnis zu verbessern. IoT-Lösungen bieten hier zum Beispiel „smarte Regale“ mit Verbindung zu den Lieferketten, „Beacon“-Technologie für die Kundennavigation in Läden oder Roboter. So testen zum Beispiel erste Einzelhändler Roboter für das Wiederauffüllen von Warenregalen. Die führenden Anbieter auf dem deutschen Markt stellen diese Funktionen bereits zur Verfügung.

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