Suchen

Expertenbeitrag

 David Hughes

David Hughes

Gründer, CEO und Vorstandsvorsitzender, Silver Peak

David Hughes, Silver Peak IoT-Trends 2018: SD-WANs werden zur "neuen Normalität“

| Autor / Redakteur: David Hughes / Julia Moßner

David Hughes, CEO von Silver Peak - Anbieter von Breitband- und Hybrid-WAN-Lösungen - sieht im Jahr 2018 den Durchbruch für softwarebasierte Weitverkehrsnetze, sog. SD-WANs. Eine Entwicklung, die sich bereits 2017 ankündigte und die Entwicklung des IoT beschleunigen wird.

Firma zum Thema

David Hughes ist Gründer, CEO und Vorstandsvorsitzender von Silver Peak. Silver Peak ist ein Anbieter von weltweiten Breitband- und Hybrid-WAN-Lösungen.
David Hughes ist Gründer, CEO und Vorstandsvorsitzender von Silver Peak. Silver Peak ist ein Anbieter von weltweiten Breitband- und Hybrid-WAN-Lösungen.
(Bild: Silver Peak)

Die Cloud wird 2018 zum Maß aller Dinge im WAN-Bereich. Denn ein Großteil des Datenverkehrs, der über Wide Area Networks zu Niederlassungen läuft, stammt aus Cloud-Rechenzentren oder ist für solche Datacenter bestimmt. Beispiele sind Applikationen, die als Software as a Service (SaaS) bereitgestellt werden oder IaaS-Dienste (Infrastructure as a Service). Herkömmliche WAN-Architekturen sind nicht für die Cloud ausgelegt. Sie unterstützen den klassischen Ansatz: Alle Daten und Anwendungen werden von einem zentralen Unternehmens-Rechenzentrum bereitgestellt. Das ändert sich 2018: Unternehmen gehen zu einem "Cloud-First"-Ansatz über. Die Grundlage dafür bilden Software-Defined WANs.

Der WAN Edge verdrängt Router in Niederlassungen

Herkömmliche Router sind in Niederlassungen nicht mehr erste Wahl. Das hat mehrere Gründe: die hohen Kosten, die Komplexität solcher Systeme und die Notwendigkeit, Endgeräte mühsam über die Kommandozeile zu konfigurieren. SD-WANs in Verbindung mit WAN-Edge-Systemen machen damit Schluss. Solche Endgeräte lassen sich zentral verwalten und berücksichtigen die individuellen Anforderungen von Applikationen.

Switches von Cisco kommen nicht mehr automatisch zum Zuge

Nicht nur in Niederlassungen verlieren herkömmliche Router und Switches von Cisco an Boden. Dieselbe Entwicklung wird sich 2018 in Rechenzentren abspielen. Auch dort setzen Unternehmen verstärkt auf innovative Netzwerktechnologien anderer Anbieter. Die Folge: Das gesamte "Ökosystem" im Netzwerk-Bereich ändert sich.

Mehr Sicherheit durch den WAN Edge neuer Prägung

Jahrelang waren Unternehmen gezwungen, den Datenverkehr von und zu Niederlassungen über spezielle Hubs zu lenken. Dort überprüften Firewall-Systeme die Datenpakete und Verkehrsströme. Die Alternative war, solche IT-Sicherheitskomponenten in jeder Außenstelle zu installieren - ein teurer "Spaß". Das ändert sich 2018 mit Software-Defined WANs und WAN-Edge-Lösungen. Nun können Netzwerkmanager für jede Anwendung festlegen, auf welche Weise Daten übermittelt und geschützt werden.

"Autonomes Fahren" für das Netzwerk durch Machine Learning

Maschinelles Lernen wird 2018 Netzwerk Automatisierungsfunktionen ergänzen. Dies macht den Weg frei für Corporate Wide Area Networks, in denen IT-Dienste auf Basis des Geschäftszwecks bereitgestellt werden.

Eine Virtual Network Function (VNF) reicht aus

Im kommenden Jahr werden immer mehr Netzbetreiber universelle CPE-Systeme (Customer Premise Equipment) bereitstellen. Dies sind Appliances auf Basis von Standard-x86-Servern, die gleichzeitig virtuelle Netzwerkfunktionen (VNF) unterschiedlicher Anbieter unterstützen. Das ist gut, denn je weniger VNF-Lösungen benötigt werden, desto geringer ist die Komplexität eines Netzwerks. Letztlich reicht jedoch eine Virtual Network Function auf Basis eines SD-WAN aus, um in einer Niederlassung alle benötigten Netzwerkdienste bereitzustellen. Ein Pluspunkt von universellen CPE-Lösungen: Der Nutzer kann den von ihm bevorzugten Technologie-Stack wählen, ohne die Hardware auszutauschen.

Mehr Wahlmöglichkeiten - von "Do-it-Yourself" bis Managed Service

Die ersten Nutzer von SD-WANs setzten auf Lösungen, die sie selbst implementierten und managten, Stichwort "Do-it-Yourself". Mittlerweile gehen Unternehmen dazu über, ein softwarebasiertes Weitverkehrsnetz in Form eines Managed-Services zu buchen. Das ist möglich, weil sich mit einem SD-WAN Niederlassungen deutlich einfacher in ein unternehmensweites Netz einbinden lassen als mit Routern und Switches. So können Nutzer von SD-WANs bei der Implementierung auf die Hilfe von externen Anbietern zurückgreifen, das Netz aber selbst betreiben. Kurzum: 2018 haben Unternehmen viel mehr Optionen, um ein SD-WAN zu "ordern", etwa bei einem Value-Added Reseller, Systemintegrator oder einem Service-Provider.

SD-WAN-Anbieter gehen an die Börse

Zum Abschluss noch ein Blick auf die Entwicklung des SD-WAN-Markts. Es ist zu erwarten, dass 2018 mindestens einer der großen unabhängigen Anbieter von SD-WAN-Lösungen an die Börse geht. Für die kleineren Anbieter ist es dagegen an der Zeit, mit einem größeren, etablierten Unternehmen zusammenzugehen. Bereits 2017 kam es zu Übernahmen im SD-WAN-Bereich. Eine spannende Frage ist, welche der Technologien von SD-WAN-Anbietern, die nun unter neuer Flagge segeln, in die Produkte ihrer neuen Herren Eingang finden.

(ID:45066772)

Über den Autor

 David Hughes

David Hughes

Gründer, CEO und Vorstandsvorsitzender, Silver Peak