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Christian Pereira, Q-Loud

IoT-Trends 2018: "Nutzungsbasierte Abrechnungsmodelle werden sich durchsetzen"

| Autor/ Redakteur: Christian J. Pereira* / Julia Moßner-Klett

Die "Konsumerisierung", d.h. Angebote die stärker auf den Anwender zugeschnitten, also weniger komplex und deutlich preiswerter sind, ist laut Christian Pereira von Q-Loud eine der wesentlichen Entwicklungen in 2018. Doch jede Neuerung birgt neben Chancen auch Risiken.

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Christian J. Pereira, Q-loud GmbH:</br> <a href="https://www.industry-of-things.de/iot-trends-2018-nutzungsbasierte-abrechnungsmodelle-werden-sich-durchsetzen-a-673847/" target="_blank">"Nutzungsbasierte Abrechnungsmodelle werden sich durchsetzen"
Christian J. Pereira, Q-loud GmbH:</br> <a href="https://www.industry-of-things.de/iot-trends-2018-nutzungsbasierte-abrechnungsmodelle-werden-sich-durchsetzen-a-673847/" target="_blank">"Nutzungsbasierte Abrechnungsmodelle werden sich durchsetzen"
( Bild: Q-Loud )

Was sind die drei großen Trends und Entwicklungen, die im Jahr 2018 bezüglich des IoT auf uns warten?

Der IoT-Markt wird an Reife gewinnen und die „totale Vernetzung“ weiter Fahrt aufnehmen. Die wesentliche Entwicklung ist hier, dass sich nach der Etablierung von Smart-Product-Leuchttürmen nun branchenspezifische Lösungen ausprägen. Hier sehen wir insbesondere im Umfeld von Smart Building, Connected Health, Assisted Living und im Energiesektor einen deutlichen Trend zur Produktisierung von Einzellösungen. Mit steigender Anzahl von vernetzten Produkten im Markt werden sich immer weniger Anbieter dem Trend zur Smartifizierung widersetzen können. Die intelligente Vernetzung wird also zur Kernfunktion von Produkten und Angeboten in den genannten Sektoren.

Zweitens werden sich in 2018 auch zunehmend Unternehmen aus einer Anwenderrolle für den Einsatz von IoT interessieren. Themen wie Werkzeugmanagement, Geräteortung oder auch Predictive Maintenance sind einige der hier wesentlichen Anwendungsfelder. Mit der Verbreitung von IoT im Anwendermarkt geht eine „Konsumerisierung“ einher. Die Angebote werden stärker auf den Anwender zugeschnitten, also weniger komplex und insbesondere auch deutlich preiswerter, da höhere Stückzahlen abgesetzt werden können. Für diese Kundengruppe wird das bisher gängige Geschäftsmodell eines Projekt-/Lösungsgeschäfts durch ein Produktmodell ersetzt, in welchem IoT pro Stück oder sogar als Service eingekauft werden kann.

I40 wird in 2018 eine Renaissance erleben. Nach einigen Jahren der sehr akademisch geführten Diskussion rund um Cyber Physical Systems (CPS) und „Losgröße eins“ erkennen die Unternehmen die Potentiale für Quick Wins. Insbesondere im Bereich der Predictive Maintenance liegen erhebliche Potentiale zur Erhöhung der Gesamtanlageneffektivität (OEE „Overall Equipment Effectiveness“) und diese Potentiale lassen sich schon mit relativ einfachen Mitteln heben. Einfache Sensorik wie Beschleunigungsmesser oder Temperaturfühler intelligent in den Prozess eingebracht können kurzfristig sehr effektiv auf potentiell zu erwartende Störungen hinweisen. Werden diese Daten dann auch noch intelligent gefiltert und als Zeitreihe abgelegt, so lassen sich perspektivisch auch über Machine Learning Anwendungen weitere Erkenntnisse gewinnen und Optimierungen erzielen. Das dies kein Hexenwerk ist, werden immer mehr Industrieunternehmen ab 2018 erkennen.

Welche Chancen bieten sich, mit welchen Risiken wird man umgehen müssen?

Die Chancen liegen klar auf der Hand. Eine durchgängige Erhebung von Nutzungsdaten in Echtzeit hilft, den Anwender besser zu verstehen und damit auch bessere Produkte zu bauen. Nicht zuletzt sind Connected Products die Basis für nutzungsbasierte Abrechnungsmodelle, auch wenn sich die deutschen Hersteller mit diesem radikalen Umbruch der Erlösströme noch schwertun. Das arg gestresste Attribut „disruptiv“ wirkt eben nicht nur positiv, sondern löst auch Unsicherheit aus. Dies sollte im Falle unserer potenten, mittelständischen Industrie auch nicht verharmlost werden, denn man hat ja auch einiges zu verlieren und für die meisten deutschen Mittelständler boomt das Geschäft aktuell.

Dominantes Risiko für 2018 sind aber in meinen Augen weiter IT Security und auch die Novelle der EU-Datenschutz-Grundverordnung. Wir werden auch in 2018 weiter erfolgreiche Angriffe auf IoT-Hardware sehen. Dies ist teilweise unvermeidbar aber zu oft auch heute noch einfach nur fahrlässig. Gerade weil Life Cycle Management für viele Produktanbieter noch nicht zur Unternehmens-DNA gehört, gehört das Thema IT Security doch ganz oben auf die Agenda und man sollte sich im Zweifel von externen Experten unterstützen lassen. Unterstützungsbedarf besteht auch im Bereich des Datenschutzes. Hier ändern sich die Rahmenbedingungen im nächsten Jahr so signifikant, dass auch aktuell gut aufgestellte Unternehmen einen erheblichen Handlungsbedarf haben. Da diese Änderungen auch mit verschärften Pönalen einhergehen, sollten Unternehmen dieses Risiko im Blick haben und zumindest seriös bewerten

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* *Christian J. Pereira arbeitet als Senior Advisor bei Q-loud GmbH.

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