IT Industry Skills Initiative

World Economic Forum: Riesige Qualifikationslücke erwartet

| Redakteur: Jürgen Schreier

Beim Meeting 2018 des World Economic Forum wurde die IT Industry Skills Initiative ins Leben gerufen. Diese hat sich zum Ziel gesetzt, bis Januar 2021 eine Million Menschen auf dem SkillSET-Portal mit Ressourcen und Ausbildungsmöglichkeiten zu erreichen.
Beim Meeting 2018 des World Economic Forum wurde die IT Industry Skills Initiative ins Leben gerufen. Diese hat sich zum Ziel gesetzt, bis Januar 2021 eine Million Menschen auf dem SkillSET-Portal mit Ressourcen und Ausbildungsmöglichkeiten zu erreichen. (Bild: World Economic Forum / Jakob Polacsek)

Die Digitalisierung und Automatisierung der Produktion werden zu Verwerfungen auf den Arbeitsmärkten und zu einer globalen Qualifikationslücke führen. Um dem entgegen zu wirken, hat das Weltwirtschaftsforum (World Economic Forum) die IT Industry Skills Initiative ins Leben gerufen.

Das World Economic Forum hat zusammen mit namhaften Partnern aus der IT-Industrie die IT Industry Skills Initiative ins Leben gerufen. Diese hat sich zum Ziel gesetzt, bis Januar 2021 eine Million Menschen auf dem SkillSET-Portal mit Ressourcen und Ausbildungsmöglichkeiten zu erreichen.

Die Initiative wurde von der IT Governors' community des Weltwirtschaftsforums unter dem Vorsitz von Chuck Robbins, Chairman und Chief Executive Officer von Cisco, konzipiert. Die Gründungspartner sind Accenture, CA Technologies, Cisco, Cognizant, Hewlett Packard Enterprise (HPE), Infosys, Pegasystems, PwC, Salesforce, SAP und Tata Consultancy Services.

IT Industry Skills Initiative bündelt die Stärken aller beteiligten Unternehmen

"Wir brauchen reaktionsfähige Lösungen und Koordination von allen Teilen der Gesellschaft - Regierungen, Bürger und Privatwirtschaft gleichermaßen -, um ein Bildungssystem auf der Grundlage des lebenslangen Lernens neu zu gestalten, das die Arbeitnehmer umfassend auf die Arbeitsplätze der Zukunft vorbereiten kann", betonte Klaus Schwab. Die Initiative sei ein klares Beispiel dafür, dass führende Industrieunternehmen konzertierte kollektive Maßnahmen ergreifen würden, um diese große soziale Herausforderung in globalem Maßstab zu bewältigen, so der Gründer und Vorstandsvorsitzende des World Economic Forum.

Klaus Schwab, Gründer und Vorstandsvorsitzender des World Economic Forum: "Wir brauchen reaktionsfähige Lösungen und Koordination von allen Teilen der Gesellschaft, um ein Bildungssystem auf der Grundlage des lebenslangen Lernens neu zu gestalten, das die Arbeitnehmer umfassend auf die Arbeitsplätze der Zukunft vorbereiten kann."
Klaus Schwab, Gründer und Vorstandsvorsitzender des World Economic Forum: "Wir brauchen reaktionsfähige Lösungen und Koordination von allen Teilen der Gesellschaft, um ein Bildungssystem auf der Grundlage des lebenslangen Lernens neu zu gestalten, das die Arbeitnehmer umfassend auf die Arbeitsplätze der Zukunft vorbereiten kann." (Bild: World Economic Forum)

In einem Report des Weltwirtschaftsforums über die erforderliche Umschulung von Arbeitskräften vor dem Hintergrund der vierten industriellen Revolution berichtete jeder vierte Erwachsene von einem Missverhältnis zwischen den Qualifikationen, die er aktuell besitzt, und den Qualifikationen, die er für seinen derzeitigen Arbeitsplatz benötigt. Folglich ist es für Unternehmen und Gesellschaften auf der ganzen Welt ein zentrales Anliegen, Arbeitnehmer in die Lage zu versetzen, ihre Fähigkeiten auf den neuesten Stand zu bringen oder alternative berufliche Qualifikationen zu erwerben.

"In unserer dynamischen Welt hat die Technologie viele Wachstumsmöglichkeiten eröffnet. Wir sehen aber auch, wie sich Innovationen wie künstliche Intelligenz und Automatisierung auf die Belegschaft auswirken. Es ist wichtig für uns alle zu erkennen, dass keiner ohne das dafür erforderliche Know-how erfolgreich sein kann", so Chuck Robbins, Chairman und CEO von Cisco. Die IT Industry Skills Initiative bündelt die Fähigkeiten und Stärken aller beteiligten Unternehmen, um die Ausbildung von hochqualifizierten Arbeitskräfte zu unterstützen, die für die heutigen und zukünftigen Arbeitsplätze benötigt werden. Robbins: "Es ist unsere Pflicht, dafür zu sorgen, dass Menschen aus allen Branchen die Möglichkeit erhalten, um neue Fähigkeiten zu erlernen und so wettbewerbsfähig zu bleiben."

SkillSET-Portals geht im April 2018 online

Die Initiative hat eine für die Nutzer kostenlose Plattform mit Online-Tools geschaffen, um den Prozess der Umschulung von Arbeitnehmern zu rationalisieren. Die erste Version des neuen SkillSET-Portals wird im April 2018 verfügbar sein.

Die Partner der Initiative stellen dafür die wesentlichen Assets ihrer "hauseigenen" Schulungsunterlagen und -kurse auf einem zentralen Portal zur Verfügung. Die Benutzer erhalten kostenlos Zugang zu den aktuellsten Schulungsmaterialien führender IT-Unternehmen. Das Themenspektrum ist weit gefächert und reicht von allgemeinem Business-Know-how über die Einführung in digitale Kompetenzen bis hin zu fortgeschritteneren Themen wie Cybersicherheit, Big Data Analytics und dem Internet der Dinge. Das Portal wird ein maßgeschneidertes Skills Assessment anbieten, das von PwC entwickelt wurde. Die Nutzer des SkillSET-Portals können damit ermitteln, welche Kurse und/oder Lernpfade am besten zu ihren aktuellen Fähigkeiten und zu den gewünschten Lernzielen passen.

Mit der Schaffung dieser Plattform wollen die Partner der Initiative auch Erwachsene aus Schichten erreichen, die in der Vergangenheit wenig Zugang zur IT-Branche bzw. IT-Wissen hatten. SkillSET wird auf der EdCast AI-basierten Knowledge Cloud-Plattform gehostet, die als Desktop- oder Mobilversion verfügbar ist.

Die Initiative zielt zunächst auf den US-amerikanischen Markt ab, wobei geplant ist, wird sich aber auf weitere Weltregionen ausdehnen und Partnerschaften mit der Industrie und dem öffentlichen Sektor aufbauen. Unter dem Vorsitz von Mike Gregoire, Chief Executive Officer, CA Technologies, soll die Initiative auf dem World Economic Forum Annual Meeting 2019 über ihre Fortschritte berichten.

Digitale Arbeitswelt: Welche Qualifikationen werden gebraucht?

Allianz Industrie 4.0

Digitale Arbeitswelt: Welche Qualifikationen werden gebraucht?

10.01.18 - Jobvernichtungsmaschine oder Zukunftschance? Um die Konsequenzen der Digitalisierung für die Arbeitswelt in Baden-Württemberg näher zu beleuchten, hat die Allianz Industrie 4.0 diverse Szenarien untersucht. Die Studie gibt außerdem Handlungsempfehlungen für den Weg in die neuen Arbeitswelt 4.0. lesen

Einige Stimmen der Gründungspartner zur IT Industry Skills Initiative

Pierre Nanterme, Chairman und Chief Executive Officer, Accenture: "Die Menschen brauchen innovative Wege, um neue Fähigkeiten zu erlernen, wenn sich das Tempo des technologischen Wandels beschleunigt. So bietet beispielsweise die Künstliche Intelligenz enorme Wachstumschancen, doch wird der Erfolg zunehmend davon abhängen, ob die Menschen mit den intelligenten Technologien zusammenarbeiten können."

Michael Gregoire, Chief Executive Officer, CA Technologies: "Technologie ist sowohl das Werkzeug als auch die Leinwand und birgt das große Versprechen, die Art und Weise, wie wir leben und arbeiten, zu verbessern. Doch gibt es Vorbehalte bei jenen Menschen, die befürchten, dass neue Technologien ihre Lebensgrundlagen in frage stellen. Wir konzentrieren uns auf eine groß angelegte, proaktive Lösung, die die Weiterbildung fördert, um die Belegschaften von heute und morgen zu stärken."

Francisco D'Souza, Chief Executive Officer, Cognizant Technology Solutions: "Das Arbeitsplatzproblem des 21. Jahrhunderts ist ein weltweiter Mangel an qualifizierten Technologietalenten, der durch eine massive Qualifikationslücke bedingt ist. Diese müssen wir gemeinsam auf globaler Ebene angehen. Das Tempo des technologischen Wandels hat dazu geführt, dass die Bildungssysteme hinsichtlich der Bereitstellung von Lerninhalten kaum noch Schritt halten können, während die Arbeitnehmer ihre Fähigkeiten erweitern müssen. Die Zukunft der Förderung von Talenten hängt von neuen Modellen, Denkweisen und Initiativen wie dieser ab, die dem Einzelnen die Möglichkeit bieten, sich ständig neu zu erfinden."

Salil Parekh, Chief Executive Officer und Managing Director, Infosys Ltd: "Die Demokratisierung der digitalen Kompetenz ist ein erster und wichtiger Schritt, um die Technologie zu etwas Gutem zu machen, das uns alle voranbringt."

Alan Trefler, Gründer und Chief Executive Officer, Pegasystems Inc.: "Im Laufe der Geschichte haben wir gesehen, dass der technologische Fortschritt Chancen und Herausforderungen mit sich bringt, wenn sich die Gesellschaft anpasst. Angesichts der Technologie, die für unser heutiges Leben und Arbeiten zentral ist, ist es von entscheidender Bedeutung, dass wir die Menschen befähigen, die die erforderlichen Fähigkeiten zu erwerben und die Gesellschaft dabei zu unterstützen, sich in eine positive Richtung zu entwickeln."

Robert E. Moritz, Global Chairman, PwC International, PwC: "Überall auf der Welt fragen sich die Menschen, wie sie sich auf die Zukunft vorbereiten können - ob es sich nun um einen neuen Job, neue Aufgaben oder neue Fähigkeiten handelt. Durch die Zusammenarbeit zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor hoffen wir, dass die Menschen neue Möglichkeiten erhalten, ihren eigenen Weg zu gehen, neue Fähigkeiten zu entwickeln und sich zukunftssicher zu machen."

Keith Block, Vice Chairman, President und COO von Salesforce: "Da die Vierte Industrielle Revolution unglaubliche Innovationen hervorbringt, liegt es in unserer Verantwortung als Unternehmensführer, dafür zu sorgen, dass die Vorteile, die sich daraus ergeben, jetzt und in Zukunft allen zugänglich sind."

Bill McDermott, Chief Executive Officer, SAP: "Unser Fokus auf den Aufbau digitaler Fähigkeiten wird erstaunliche Potenziale freisetzen. Statt sich vor der Automatisierung zu fürchten, sollten wir optimistisch sein, was die Möglichkeiten angeht, die sich ergeben, wenn Menschen und Maschinen zusammenarbeiten."

Rajesh Gopinathan, Chief Executive Officer und Managing Director, Tata Consultancy Services Ltd: "Mit dem Beginn der vierten industriellen Revolution nutzen Unternehmen die kombinierte Wirkung neu entstehender Technologien, um ihre Unternehmen zu transformieren. Auch die Mitarbeiter müssen ihre Fähigkeiten verändern und neuere Arbeitsweisen anwenden, um an diesen Chancen teilzuhaben. Es ist wichtig, dass die Unternehmen Investitionen in die Umschulung und Qualifizierung ihrer Mitarbeiter tätigen und sie auf ihre Karriere im digitalen Zeitalter vorbereiten."

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45106136 / Internet of Things)