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IoT-Statistiken für Industrie und Bauwesen

| Redakteur: Sebastian Human

Das Internet of Things prägt unseren Arbeitsalltag zunehmend, verändert die Industrie und hält Einzug in der Baubranche. Ein paar interessante Zahlen und Fakten geben Auskunft zum Einsatz von IoT-Technologien in der Fertigung und auf dem Bau.

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Das Internet of Things ist auf Wachstumskurs in der Industrie – und auch die Baubranche zieht nach.
Das Internet of Things ist auf Wachstumskurs in der Industrie – und auch die Baubranche zieht nach.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Die Vernetzung unserer privaten und professionellen Welt schreitet mit großen Schritten voran. Eine vom Technikvergleichsportal Comparitech durchgeführte Auswertung von Einzelstudien förderte einige interessante Zahlen zum IoT in Industrie und Bauwesen zutage, die wir für Sie aufbereitet haben.

Zu den Vorreitern beim professionellen Einsatz von IoT-Anwendungen zählen das verarbeitende Gewerbe und die Industrie. Der Einsatz entsprechender Technologien in diesen Branchen ist auch als Industrie 4.0 bekannt. Dieses Industrial Internet of Things fokussiert sich weniger auf die Menschen, die Maschinen benutzen, sondern vielmehr auf die Maschinenkommunikation und -automation mit minimalem menschlichen Einsatz durch Robotik. Auf Basis des Internet of Things sollen Industrieroboter dazu befähigt werden, intelligenter sowie ressourcen- und kosteneffizienter zu arbeiten.

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IoT für mehr Arbeitssicherheit auf dem Bau

In der Baubranche lässt sich gegenwärtig eine langsame Akzeptanz von IoT-Technologien beobachten. Auch wenn diese prinzipiell als Teil des Industriesektors betrachtet werden kann und sich durchaus mit einigen identischen technischen Herausforderungen konfrontiert sieht, unterscheidet sie sich doch hinsichtlich einer ganzen Reihe von Anforderungen von anderen Industriebereichen. Hier ist es vor allem der Bereich Safety, also die Mitarbeitersicherheit, der für den Einsatz von IoT-Lösungen prädestiniert scheint, was bei zahlreichen Arbeitnehmern und Industriebeobachtern auf Zuspruch stößt. In einer der gefährlichsten Arbeitsumgebungen der Welt kann das Internet of Things einen erheblichen Teil dazu beitragen, Unfälle mit Personenschäden zu reduzieren oder ganz zu vermeiden.

So glauben 95 Prozent der Bauunternehmer, dass neue Technologien, zu denen auch das Internet of Things zählt, ihre Branche grundlegend verändern werden. Unter denjenigen, die bereits neue Technologien einsetzen, sind diese in 72 Prozent der Fälle Teil des strategischen Plans oder der Unternehmensvision. Allerdings verstehen sich nur 5 Prozent als "Vorreiter" in der Umsetzung. Die meisten (über 57 Prozent) sehen sich als Nachzügler oder noch weiter zurück.

Von den Befragten geben 12 Prozent der Bauunternehmen an, mit Themengebieten wie der Prozessautomatisierung, der Robotik oder der digitalen Arbeit (New Work/Arbeiten 4.0) "gerade erst begonnen" zu haben. Dem gegenüber stehen 4 Prozent, die diese bereits implementiert haben oder aktuell dabei sind, sie projektübergreifend umzusetzen.

Bei den Einsatzzwecken von IoT-Technologien tut sich im Bauwesen insbesondere der Bereich der Mitarbeitersicherheit (Safety) als vielversprechend hervor. Auf Basis von RFID-Lösungen zur Annäherungswarnung sollen beispielsweise Unfälle vermieden werden, bei denen Personen durch rückwärtsfahrende Fortbewegungsmittel oder Maschinen zu Schaden kommen. Ebenfalls zunehmend interessant für das Baugewerbe werden Wearables zur Überwachung von Herzfrequenz und Körpertemperatur der Mitarbeiter, die dabei helfen Überanstrengung und damit einhergehende Gefahrenpotenziale zu erkennen und entsprechend zu reagieren. Weitere Einsatzpotenziale für IoT-Technologien ergeben sich beispielsweise mit Sensoren zur Überwachung von Kraftstoffverbrauch und Fahrzeugverschleiß, RFID-Anwendungen für die Bestandsverwaltung und GPS für die Verfolgung von Geräten und Personalstandorten.

Wachsende Bedeutung des Industrial Internet of Things

Gegenwärtig macht das Industrial Internet of Things (IIoT) 17 Prozent aller globalen IoT-Projekte aus.

Stolze 91 Prozent der deutschen Industrie- und Fertigungsunternehmen investieren bereits in digitale Fabriken, die IoT-Lösungen beinhalten. Die Unternehmen rechnen mit einer Effizienzsteigerung von 12 Prozent auf Grundlage digitaler Technologien wie des Internet of Things. Die International Federation of Robotics geht davon aus, dass das Angebot an Industrierobotern (von denen viele inzwischen über eine Internetverbindung verfügen) um rund 14 Prozent pro Jahr wachsen wird. Bis 2021 prognostiziert die IFR weltweit 630.000 solcher Fertigungseinheiten. Die Region mit der höchsten Anwendungsdichte von Industrierobotern ist mit deutlichem Abstand Asien und Australien, die über 60 Prozent aller weltweit verfügbaren Einheiten im Einsatz hat. In Europa kommen noch 20, auf dem amerikanischen Kontinent nur 13 Prozent zum Einsatz. Dieser Vorsprung könnte sich noch weiter vergrößern, da die asiatischen Länder ihre Kapazitäten für die automatisierte Fertigung schneller ausbauen. Im asiatischen Raum ist China (über 137.000 Einheiten) der größte Anwender von Robotern mit einer komfortablen Führung gegenüber des in dieser Region zweitplatzierten Japan (über 45.000 Einheiten). Investierte die Fertigungsindustrie 2017 bereits 183 Milliarden Dollar ins Internet of Things, so sollen die Ausgaben für Industrie 4.0 bis 2023 auf 310 Milliarden Dollar steigen.

Eine Umfrage unter Datenanalytikern in der Industrie ergab, dass angesichts IoT-fähiger Geräte und anderer automatisierter Business Intelligence-Tools die klassische Tabellenkalkulation eine zunehmend geringere Bedeutung haben wird. Das Potenzial industrieller Datenanalyse ist dabei aber noch durchaus ausbaufähig. So geben lediglich 32 Prozent der Datenanalytiker in der Industrie an, "gut" oder "ausgezeichnet" darin zu sein, Sensordaten korrekt zu interpretieren.

Zu den wichtigsten Werkzeugen im industriellen IoT zählen kommerzielle Drohnen. Von deren gesamten Bestand werden 40 Prozent zur industriellen Inspektion genutzt. Neben diesen unbemannten Luftfahrzeugen, auch UAVs (unmanned aerial vehicle) genannt, sind hier außerdem selbstfahrende Fahrzeuge von zentraler Bedeutung. Auch Additive Fertigung (3D-Druck), kollaborative Roboter, vernetzte Bildverarbeitung und VR- beziehungsweise AR-Anwendungen (Virtual Reality, Augmented Reality) spielen in digitalen Fertigungsumgebungen eine zunehmend wichtige Rolle.

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