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IDC-Studie IoT kommt in Unternehmen langsam an

| Autor: Heidemarie Schuster

Das Internet der Dinge (IoT) verbreitet sich immer stärker. IDC hat in einer Studie deutsche Unternehmen zu ihren Umsetzungsplänen, Herausforderungen und Erfolgsfaktoren befragt.

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Bei vielen Unternehmen werden die IoT-Strategien immer konkreter.
Bei vielen Unternehmen werden die IoT-Strategien immer konkreter.
(Bild: Pixabay / CC0 )

Die Marktforscher von IDC prognostizieren, dass sich die weltweit derzeit 14,9 Milliarden verbundenen „Dinge“ bis zum Jahr 2020 verdoppeln werden. Um Einblicke in die Umsetzungspläne, Herausforderungen und Erfolgsfaktoren von deutschen Unternehmen bei der Nutzung von IoT-Technologien zu erhalten, hat IDC im Oktober 2016 eine Marktbefragung unter 395 Organisationen in Deutschland mit mehr als 100 Mitarbeitern aus acht Branchen durchgeführt.

Der Reifegrad

72 Prozent der Studienteilnehmer halten das IoT für sehr oder extrem wichtig für ihr Unternehmen. Der Großteil der Organisationen befindet sich dennoch noch immer in der Evaluierungs- und Planungsphase von IoT-Initiativen. Großunternehmen treiben hierbei die IoT-Adaption stärker voran als der Mittelstand. Hürden einer zügigeren IoT-Umsetzung sind knappe Budgets (28 Prozent), ein Mangel an Know-how (24 Prozent) und die Komplexität (27 Prozent).

Dass sich viele Unternehmen noch in einer frühen Phase befinden, spiegelt sich laut IDC auch in der „Ad-hoc“-Finanzierungspraxis wider: Meist handelt es sich hierbei um Projekt-Budgets (25 Prozent) oder Budgets aus den Fachbereichen (23 Prozent). „Unternehmen haben bislang noch nicht ausreichend erkannt, dass sie durch IoT ihre digitale Transformation vorantreiben können“, sagt Laura Hopp, Consultant bei IDC. „Organisationen müssen eine schnelle Umsetzung forcieren, wollen sie nicht von innovativeren und schnelleren Wettbewerbern überholt und abgehängt werden.“

IoT-ready

IoT-Technologien können nicht nur eingesetzt werden, um interne Prozesse und Abläufe zu optimieren, sondern auch in die Produkte eines Unternehmens einfließen. Durch die Integration von Sensorik, eingebetteten Systemen und Konnektivität werden deren Produkte IoT-ready. Organisationen, die diesen Kurs verfolgen, erwarten, dass der Anteil ihrer vernetzten Produkte in den kommenden Jahren um 69 Prozent deutlich steigt, sodass 2019 jedes zweite Produkt IoT-ready sein wird.

Mehr Sicherheitsvorfälle

Durch die vermehrte Vernetzung von Geräten und Maschinen erhöht sich jedoch auch die Angriffsfläche für unerlaubte Zugriffe von Externen auf die Daten. Bereits heute berichtet schon jeder vierte Hersteller von intelligenten und vernetzten Produkten von einem derartigen Sicherheitsvorfall in den letzten zwölf Monaten. Auch die kürzlichen DDoS-Attacken mit vernetzten Objekten verdeutlichen, dass Sicherheitsfunktionalitäten noch nicht ausreichend integriert sind, erklärt IDC. Die Sorge vor potenziellen Angriffen spiegelt auch die größte Herausforderung wider, vor der Unternehmen in Bezug auf IoT-Initiativen stehen: Der Datenschutz und die Datensicherheit. Die Ergebnisse heben den Stellenwert eines ausgereiften Sicherheitskonzepts für vernetzte Produkte und Dienstleistungen hervor.

Umsetzung von IoT

Typischerweise durchlaufen Unternehmen vier Stufen bei der Umsetzung von IoT-Projekten: In einem ersten Schritt werden Objekte, Assets oder Produkte vernetzt. Die dadurch entstehenden Informationen liefern die Grundlage für die zweite Stufe, das Monitoring der entsprechenden Objekte und Prozesse. Auf der dritten Stufe nutzen Unternehmen die zur Verfügung stehenden Informationen, um Abläufe und Verfahren zu optimieren. Und letztlich werden auf Stufe vier neue Angebote und Services für Kunden durch IoT Use Cases realisiert.

Branchenübergreifend werden Anwendungsfälle, die lediglich auf einer Vernetzung der Objekte beruhen, noch am häufigsten umgesetzt. Viele Unternehmen befinden sich somit noch in der ersten Phase, die vom internen Fokus im Gegensatz zum Kundenfokus dominiert wird, schlussfolgert IDC. Dies verdeutliche, dass viele Unternehmen mit der Umsetzung erst begonnen hätten. Organisationen sollten aber auf keinen Fall auf der ersten oder zweiten Stufe stecken bleiben.

Vom Data Center zum Edge Computing

Mit der wachsenden Zahl an verwirklichten Anwendungen steigt auch die Menge an entstehenden Sensordaten. Diese Datenflut führt zwangsläufig dazu, dass die Übertragung, Speicherung und Analyse sämtlicher IoT-Daten in Rechenzentren immer seltener zielführend sind, da beispielsweise die Netzinfrastruktur nicht ausreicht oder Daten in Echtzeit zur Verfügung stehen müssen. Durch das Edge Computing können Analysen schneller getätigt und Kosten für die Datenübertragung reduzieren werden.

„Wir erwarten, dass bis zum Jahr 2019 mindestens 40 Prozent aller IoT-Daten weltweit „at the Edge“, also im oder in der Nähe des vernetzten Objektes, gespeichert, verarbeitet und analysiert werden“, kommentiert Mark Alexander Schulte, Senior Consultant bei IDC. „Dass 81 Prozent der befragten deutschen Unternehmen zumindest einen Teil der anfallenden Daten am Entstehungsort verarbeiten wollen, bestätigt den Trend.“

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf unserem Partnerportal IT-Business erschienen.

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