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Studie IoT könnte 2018 den Durchbruch in Unternehmen schaffen

| Redakteur: Lisa Marie Waschbusch

Unternehmen in Deutschland haben nach wie vor Startschwierigkeiten bei der Umsetzung von IoT-Initiativen. Allerdings könnte es 2018 zum Durchbruch für das IoT in Unternehmen kommen. Immerhin planen laut einer Studie von IDC 72 Prozent der befragten Organisationen mindestens ein neues IoT-Projekt in diesem Jahr.

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IDC präsentiert die Ergebnisse seiner aktuellen Umfrage „Internet of Things in Deutschland 2018“.
IDC präsentiert die Ergebnisse seiner aktuellen Umfrage „Internet of Things in Deutschland 2018“.
(Bild: IDC)

Mehr als die Hälfte der deutschen Unternehmen plant die Einführung von IoT-Plattformen für 2018. Das ist das Ergebnis einer zu Beginn des Jahres durchgeführten Umfrage von IDC. Demnach zeigt sich: Trotz der neuen Herausforderungen, denen die Unternehmen gegenüberstehen, sind ihre Planungen durchaus ambitioniert. Durchschnittlich planen 72 Prozent der Unternehmen ein neues IoT-Projekt, ganz vorne liegen dabei das Versicherungs- und Finanzwesen (85 Prozent) sowie Maschinen- und Anlagenbauer (78 Prozent). „Die eingeplanten Budgets der befragten Unternehmen unterstreichen die großen Ambitionen“, sagt Laura Hopp, Consultant bei IDC. Die Finanzierung der IoT-Projekte sei größtenteils sichergestellt - immerhin 68 Prozent der befragten Unternehmen wollen 2018 IoT-Budgets bereitstellen.

Dass IoT-Plattformen das Management von IoT-Umgebungen ungemein erleichtern, wird zunehmend erkannt: 20 Prozent haben bereits eine Plattform, weitere 51 Prozent planen den Einsatz in 2018. Allerdings verschreiben Unternehmen in Deutschland noch immer Startschwierigkeiten bei der Verwirklichung von IoT-Projekten. Wie die IDC-Umfrage ergab, erschweren insbesondere die hohe Komplexität bei der Auswahl von Technologien und Anbietern den Einstieg – immerhin 26 Prozent der Befragten zählen dies zu den größten Hürden. Jeweils 20 Prozent der Befragten bemängelten sowohl das Fehlen ganzheitlicher Lösungen als auch die Befürchtung, dass durch das IoT Sicherheitslücken in den IT-Systemen entstehen können.

IDC rät den Anbietern daher, ihre Angebote weniger komplex zu gestalten. „IoT-Starter-Kits“ für einen leichteren Einstieg seien an sich keine schlechte Idee, hätten allerdings den richtigen Schub nicht gebracht, so Mark Alexander Schulte, Senior Consultant und Projektleiter bei IDC. „Es reicht einfach nicht, den Kunden ein Paket mit Sensoren und einer SIM-Card zu schicken. IoT Labs sind der deutlich bessere Ansatz, um gemeinsam hands-on an Prototypen zu arbeiten und ein Konzept für den Rollout zu entwickeln“, so Schulte weiter. Allerdings scheinen IoT Labs in der Tat großes Interesse zu verbreiten: 38 Prozent der befragten Unternehmen wollen im laufenden Jahr auf diese Ressourcen bei einem Anbieter zurückgreifen.

LPWAN könnte künftig attraktiv sein

Was die Konnektivität angeht, überwiegen der Studie zufolge derzeit noch kabelgebundene Verbindungen, Mobilfunk- und Nachbereichsverbindungen wie WLAN oder Bluetooth. Neuartige Technologien wie Low Power Wide Area Networks (LPWAN) sind hingegen mit 12 Prozent noch wenig verbreitet – laut IDC könne sich LPWAN allerdings künftig stärker durchsetzen, der geringe Energieverbrauch der IoT-Geräte und die hohe Reichweite machen die Technologie attraktiv. IDC rät, bei der Wahl der Connectivity die Faktoren Kosten, Reichweite, Batterieverbrauch, Bandbreite und Skalierbarkeit zu berücksichtigen.

Die Wahl des Analyseortes hängt stark davon ab, wie zeitkritisch die Ergebnisse der Datenanalyse sind. IDC unterscheidet beim Datenanalyseort zwischen Core, Edge und Endpoint. Beim Core Computing werden IoT-Daten in das Data Center übertragen. Die Datenanalyse kann aber auch in der Nähe oder im IoT Endpoint selbst stattfinden.

IDC geht davon aus, dass bis 2019 40 Prozent der IoT-Daten im oder in der Nähe des vernetzten Objekts verarbeitet werden. Die Studie zeigt: Edge Computing wird aktuell von 14 Prozent der Firmen eingesetzt, weitere 32 Prozent planen einen Einsatz bis Ende des Jahres. Zu den wichtigsten technischen Faktoren, die bei der Wahl des Analyseortes zu berücksichtigen sind, zählen die Latenzzeit, die verfügbare Bandbreite, die Menge der zu übertragenden IoT-Daten und der bereits angesprochene Faktor Zeit hinsichtlich der Datenanalyse.

38 Prozent wollen Blockchain für ihre IoT-Projekte nutzen

Wie IDC beobachtet hat, können die grundlegenden Prinzipien der Blockchain auch auf IoT-Projekte übertragen werden, beispielsweise um Transaktionen zu belegen und abzusichern. Die befragten Unternehmen schätzen an Blockchain vor allem die Durchführung von mehreren Transaktionen in kürzerer Zeit (43 Prozent), die Absicherung der IoT-Daten (41 Prozent) sowie die bessere Nachweisbarkeit der Kontrollkette (36 Prozent). So will beispielsweise die Logistikbranche mit Smart-Contracts-Anwendungen die Supply Chain optimieren.

Zwar sind IoT-Lösungen in Kombination mit Blockchain hierzulande aktuell noch nicht weit verbreitet, allerdings haben 38 Prozent der befragten deutschen Unternehmen den Einsatz entsprechender Lösungen innerhalb der nächsten 12 Monate in der Planung. Allerdings sollte man trotz aller Vorteile den hohen Bedarf an Rechen- und Speicherressourcen nicht unterschätzen. Blockchain sei nicht zwingend das Mittel der Wahl für alle IoT-Anwendungen, so Schulte.

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