Expertenbeitrag

PMP Ingo Meironke

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Innovation Manager bei Campana & Schott

Trend-Dossier 2021 IoT ist so einfach wie Strom aus der Steckdose

Autor / Redakteur: Ingo Meironke / Lea Täufer

Eigentlich ist IoT als Technologie bereits ein alter Hut. Denn einsatzbereite IoT-Lösungen ermöglichen schon heute völlig neue Anwendungen, die in unserem Alltag angekommen sind. Warum ist IoT also weiterhin ein wichtiger Trend für das neue Jahr?

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Die Entwicklung des Internet of Things ist und bleibt unaufhaltsam. Welche Trends stehen im Jahr 2021 an?
Die Entwicklung des Internet of Things ist und bleibt unaufhaltsam. Welche Trends stehen im Jahr 2021 an?
(Bild: pixabay)

Das Internet of Things ist genau genommen kein Trend mehr, sondern bewährte Praxis. Das beste Beispiel dafür: die Corona-Warn-App. Als Edge Device kommen hier Smartphones zum Einsatz, die Näherungssensoren besitzen. Die Messdaten werden per Cloud an Rechenzentren geschickt und dort ausgewertet. Bei möglichen Risiken gehen Warnmeldungen an die Management-App, sodass der Nutzer entsprechend informiert ist.

Aus diesem IoT-Anwendungsfall kann und sollte die Industrie lernen, wie sie Lösungen skalieren kann, um ihre Unternehmen resilienter zu machen. Wenn Millionen von Edge Devices in aller Öffentlichkeit und von den Medien beobachtet in einem zuverlässigen IoT-Netzwerk verbunden werden, dann funktioniert dies auch für Industrie 4.0. Selbst verschiedene Netzwerke und Apps in diversen Ländern lassen sich integrieren und ermöglichen Entscheidungen in Echtzeit. Dies ist heutzutage wichtiger denn je. Hier können aktuelle Technologien wie 5G und Wi-Fi 6 die Skalierbarkeit und Performance deutlich erhöhen.

Das IoT ist aber schon jetzt eine einsatzbereite Lösung, die wie Strom aus der Steckdose kommt und als wichtiges Rädchen der Operational Excellence den Gesamtprozess antreibt. Dies demokratisiert die Nutzung des Internet of Tthings, da hierfür keine speziellen Fachkenntnisse mehr nötig sind.

Entsprechend geht es 2021 für die Industrie nicht mehr darum, sich mit Hilfe neuer Technologien zu differenzieren, sondern mit den richtigen Geschäftsprozessen. Um diese zu ermitteln, dienen IoT-Daten als Input. Der Fokus liegt künftig nicht mehr auf der technischen Umsetzung, sondern auf Integration, Skalierbarkeit, Unternehmensprozessen und wie das Business damit vorangebracht wird. Deshalb werden Anwendungsfälle immer wichtiger.

Anwendungsfälle, die über den Tellerrand hinausblicken

Im ersten Schritt denken die meisten Fertigungsunternehmen hier wohl an die Produktion. Im Rahmen von Industrie 4.0 werden die Maschinen immer stärker miteinander vernetzt. Mit Sensoren lassen sich Produktionsdaten erfassen sowie in zentralen Systemen sammeln und analysieren. Darauf basierend können Unternehmen auch mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz beziehungsweise Machine Learning ihre Produktionsprozesse optimieren, Fehler frühzeitig erkennen und Produkte flexibler an die Wünsche der Kunden anpassen.

Das Krisenjahr 2020 hat gezeigt, dass Remote-Lösungen immer wichtiger werden. Bei Remote Monitoring und Remote Operations müssen Techniker nicht mehr an der Maschine stehen, sondern können sie aus der Ferne überwachen und bedienen. Sogar Wartung und Reparaturen lassen sich mithilfe von virtueller und erweiterter Realität (VR/AR) durchführen, wobei Live-Daten der Maschinen direkt auf dem Device angezeigt werden. Das Working-from-Home lässt sich zudem über mobile Apps zur Maschinensteuerung verbessern, die Warnmeldungen bei einem Problem ausgeben.

Sensoren können auch automatisch einen unbeaufsichtigten Raum auf Sicht- und Geruchsentwicklung prüfen und bei Bedarf die Verantwortlichen warnen. In der Produktionshalle, aber auch in Kaffeeküchen, Umkleideräumen oder Büros erkennen Sensoren, wo Mitarbeitende zu eng zusammensitzen oder -stehen. Dies erfolgt ohne Gesichts- oder Personenerkennung.

Datenschutz und Sicherheit mitdenken

Technisch lässt sich das bereits heute mit Komplettlösungen umsetzen – jetzt geht es in Unternehmen um die Entscheidung und Einordnung von nachhaltigen Einsatzszenarien. Herausforderung für viele Unternehmen wird hier der Rollout von IoT-Devices: Wie gelingt es, Tausende von Geräten miteinander zu verknüpfen, in die Cloud zu schicken, den Zugriff auf Produktionsdaten via Cloud zu erlauben – und dabei Sicherheit und Datenschutz im Blick zu behalten?

Gerade durch die riesige Anzahl der Edge Devices steigt die Gefahr enorm, dass einzelne Geräte kompromittiert werden. Das genügt vielen Hackern, um das gesamte Netzwerk erfolgreich anzugreifen. Daher muss die Sicherheit von IoT-Geräten von Anfang an mitgedacht werden. Zudem ist darauf zu achten, dass sich die Gesamtlösung aus Device, Übertragungsstrecke, Datenanalyse und Rückkanal nicht angreifen lässt. Hier bieten bereits viele Cloud- basierte Plattformen Security by Design – etwa Google Cloud IoT Core, AWS IoT Device Defender oder Azure Sphere.

Fazit

IoT funktioniert und ist bereits ein Teil des Alltags. Für die Industrie kommt es deshalb jetzt auf die Use Cases an, die sie damit umsetzt. So sind schnellere und bessere Entscheidungen basierend auf „Vor-Ort“-Daten zu treffen. Das kann zum Teil das Edge Device selbst erledigen, etwa welche Daten es in die Zentrale sendet oder wie es auf vorgegebene Situationen reagiert. Die zentrale Analyse zeigt dann den Weg für optimierte oder gar völlig neue Geschäftsprozesse.

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