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Expertenbeitrag

M.B.A. Sukamal Banerjee

M.B.A. Sukamal Banerjee

Executive Vice President, Global Business Unit Head: IoT Works, HCL

Zögerliche Einführung IoT in Unternehmen: Wo ist das Problem?

| Autor/ Redakteur: M.B.A. Sukamal Banerjee / Redaktion IoT

Gemäß einer aktuellen Studie kämpfen viele Unternehmen mit der richtigen Integration des IoT. Doch wer es sich einfach macht und darauf verzichtet, riskiert seine Marktstellung.

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Internet of Things concept with digital cloud and devices
Internet of Things concept with digital cloud and devices
(Bild: Stockvault)

Viele Firmen haben Schwierigkeiten mit der Integration von IoT-Systemen in ihre aktuellen Infrastrukturen. Daher begrenzen sie deren Einführung – trotz der weltweit akzeptierten Vorteile des Konzepts. Das zeigt der von HCL Technologies in Auftrag gegeben Global IoT Report von Vanson Bourne. Mehr als 250 Entscheidungsträger in IT und Business aus verschiedenen Ländern wie Deutschland, Großbritannien, Skandinavien und den USA nahmen daran teil.

Silo - statt Gesamtlösung

Die Hälfte der Befragten kämpft mit der Einführung von IoT-Lösungen aufgrund fehlender Koordination und einem „Silo-Ansatz“. Das bedeutet, dass IoT für eine bestimmte Aufgabe statt für das gesamte Unternehmen genutzt wird. 43 Prozent der Teilnehmer glauben, dass ihre Kunden unter der verzögerten Implementierung leiden.

Gleichzeitig sagt die Mehrheit (82 Prozent), dass Unternehmen in naher Zukunft eine deutlich stärkere Marktstellung haben, wenn sie IoT-Lösungen ganzheitlich und schnell einsetzen. Für 65% führt ein IoT-basiertes Geschäftsmodell zu einer deutlich verbesserten Effizienz und höherer Kundenzufriedenheit.

Sicherheitsbedenken

Warum zögern sie dann mit der Implementierung? Für 38 Prozent liegt die Ursache in Bedenken bei Sicherheit und Datenschutz. Organisierte und mitunter staatlich gelenkte Hacker haben ihre Aktivitäten zuletzt deutlich intensiviert und dürften zunehmend auch Firmen angreifen – von Erpressungssoftware über Diebstahl geistigen Eigentums bis zum Abschalten kritischer Infrastrukturen. 

Tatsächlich sind viele IoT-Geräte schlecht abgesichert und besitzen nicht die Kapazitäten, um Sicherheitsprogramme neben ihren eigentlichen Aufgaben auszuführen. Doch einige Unternehmen arbeiten mit den Herstellern daran, stärkere Sicherheitsmaßnahmen zu entwickeln. Da es sich um ein branchenweites Problem handelt, müssen hier alle Beteiligten in einer konzertierten Aktion zusammenarbeiten.

Weitere Ursachen

Verzögerungen liegen aber auch an zu geringen Budgets, denn IoT-Systeme können sehr teuer sein und mit zunehmender Komplexität immer kostenintensiver werden. Das Konzept erfordert, dass Geräte zum Teil eines Netzwerks werden und eine vernetzte Drehscheibe die Daten korrekt verarbeitet. Der Erfolg hängt daher von einer unternehmensweiten IoT-Strategie ab, die einen Großteil der Daten von vernetzten Objekten auf einer einzigen Plattform zentralisiert. Nur damit lassen sich die Ziele von IoT erreichen.

Das bedeutet eine Abkehr von IT-Systemen, die weitgehend unabhängig funktionieren. So sind erhebliche Änderungen durchzuführen, um alte Systeme durch grundlegend neue zu ersetzen. Gleichzeitig muss die Art der Geschäftsführung verändert werden. Daher verfolgen nur sehr wenige Firmen wirklich transformative Programme. Wer diese bereits durchgeführt hat, ist aber oft von den Ergebnissen enttäuscht. So werden im Durchschnitt nur 48 Prozent der gesammelten Daten im IoT analysiert. Nach Schätzungen dauert es fünf Tage, um aus den Daten Einblicke zu gewinnen, ohne IoT sind es dagegen zehn Tage.

Blick in die Zukunft

Aufgrund dieser Herausforderungen wird klar, dass viele Unternehmen mit der Einführung von IoT-Prozessen zögern. Daher könnte trotz fallender Preise und veränderter Haltung die Transformation länger dauern als erwartet. Aufgrund der Vorteile werden jedoch ständig neue IoT-Lösungen eingeführt und die dadurch gesteigerten Einnahmen dürften für kontinuierliche Erweiterungen sorgen.

Unternehmen sollten auch bedenken, dass sie eine Verantwortung gegenüber Kunden, Partnern und Mitarbeitern haben. Falls sich die fehlende Nutzung von IoT-Lösungen als Hindernis erweist, müssen sie diese einführen, um nicht auf der Strecke zu bleiben.

Über den Autor

M.B.A. Sukamal Banerjee

M.B.A. Sukamal Banerjee

Executive Vice President, Global Business Unit Head: IoT Works, HCL