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Expertenbeitrag

Michael Matzer

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Der PaaS-Markt im Überblick: AWS, Google, IBM, Microsoft & SAP

IoT, Big Data und Machine Learning im Aufwind

| Autor/ Redakteur: Michael Matzer / Elke Witmer-Goßner

In den letzten beiden Jahren haben die Anbieter von Platform-as-a-Service ihr Portfolio an Abo-Diensten kräftig ausgebaut. Sie unterstützen Machine Learning in der Big Data Analytik und das Internet der Dinge (IoT). Es gibt aber weiterhin signifikante Unterschiede.

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( Bild: Pixabay, CC0 Public Domain )

Seit 2014 haben die PaaS-Anbieter ihre Plattformen stark erweitert, ja, zum Teil sogar umstrukturiert. Jeder Entwickler oder Data Scientist kann heute Big Data Analytics in der Cloud auf die Beine stellen. Mithilfe von Machine Learning und KI kann er seine Lösung so differenzieren, dass seine Lösung kundenfreundliche Wettbewerbsvorteile bietet, etwa mit Sprach- und Gesichtserkennung sowie mit Sprachausgabe. Zunehmend wird auch das Internet der Dinge in die Angebote einbezogen, denn die im IoT erzeugten Streams lassen sich effizient praktisch nur mit Cloud-Ressourcen speichern und verarbeiten.

AWS baut auf Künstliche Intelligenz

Mit hohem Tempo baut Amazon sein Service-Angebot aus: 2015 waren es 722 neue Dienste und Leistungsmerkmale, im Jahr 2016 sogar 1017, was einer Zunahme von 40,9 Prozent entspricht. Dabei ist kaum feststellbar, wo bei AWS der Schwerpunkt liegt, denn es ist erklärte Absicht Amazons, jeden Workload mit einem Service zu ermöglichen. Neben den Datenbank-, EC2- und S3-Services liegt der Fokus beim Wachstum vor allem im Bereich Internet of Things (IoT) und Künstliche Intelligenz. Einen Machine Learning Service startete AWS bereits 2015, und dieses Feld wird seit Herbst 2016 kontinuierlich ausgebaut. Zu diesem Zeitpunkt stellte AWS die drei neuen KI-Services Lex, Polly und Rekognition vor.

Amazon Lex dient der Entwicklung von Konversationsoberflächen mit Stimme und Text. Er basiert auf der Technologie für automatische Spracherkennung und natürliches Sprachverständnis, die auch Amazon Alexa nutzt. Entwickler können intelligente Sprachassistenten (sog. Bots) bauen und testen. Der Service erstellt daraufhin Sprachmodelle, die für Web-Anwendungen, Chat und Messenger Apps sowie sprachgesteuerte Apps und Geräte verwendet werden können. Passende Backend-Services lassen sich über Amazon-Lambda-Funktionen integrieren. Amazon Polly ermöglicht es Developern, natürlich klingende Sprachfunktionen in bereits existierende Programme zu integrieren oder neue Produkte mit Sprachfunktion zu kreieren. Mögliche Anwendungsfelder sind Newsreader oder E-Learning-Plattformen. Der Service verfügt über 47 natürliche männliche sowie weibliche Stimmen und unterstützt 24 Sprachen mit verschiedensten Akzenten. Entwickler zahlen lediglich für den konvertierten Text. Mit Amazon Rekognition können Entwickler schnell und einfach Programme erstellen, die Bilder analysieren und Gesichter, Objekte und Szenen erkennen. Der Service ermöglicht umfassende Bildklassifikation und -erkennung und nutzt dafür Deep-Learning-Algorithmen. Seit Februar 2017 ist auch die Erkennung des Alters eines Menschen möglich. Rekognition und Polly sind erst im englischsprachigen Sprachraum verfügbar. Der Deep-Learning-Service AMI ist seit Februar 2017 auch für Ubuntu-Linux verfügbar.

Neben KI ist IoT für alle PaaS-Anbieter ein wichtiges Wachstumsfeld. AWS Greengrass, Snowball Edge und Snowmobile sind hierfür neue Angebote. AWS Greengrass ist Software, die AWS-Lambda-Funktionen und AWS IoT lokal auf jedem verbundenen Gerät ausführen lässt. Über die AWS Management Konsole können Entwickler einem IoT-Gerät AWS-Lambda-Funktionen hinzufügen. Der Code wird lokal auf dem Gerät ausgeführt, womit nahezu in Echtzeit auf Events reagiert werden kann. Der Service beinhaltet außerdem AWS IoT Messaging und Synchronisierungsmöglichkeiten, damit Geräte direkt mit anderen kommunizieren können, ohne den Umweg über die AWS-Cloud nehmen zu müssen. Das Snowball-Edge-Speichergerät und AWS Snowmobile sind Hardware, die auf dem Vorbild von AWS Snowball basieren.

Erweiterung der SAP Cloud Platform

Die SAP Hana Cloud Platform arbeitet mit Jenkins, Git und Nexus zusammen.
Die SAP Hana Cloud Platform arbeitet mit Jenkins, Git und Nexus zusammen.
( Bild: SAP )

Seit Herbst 2016 hat sich auf SAPs PaaS-Plattform Cloud Platform einiges getan. Die SAP Cloud Platform unterstützt OpenStack und die CloudFoundry, worauf sich elf Bereiche von Funktionalitäten gründen. Im November 2016 kündigten die Walldorfer eine Reihe von Erweiterungen an. Sie sollen u.a. helfen, den Bau von Brücken zwischen den On-premise- und den Cloud-Installationen der SAP-Kunden zu erleichtern. Workloads, die on-premise laufen, sollen künftig als VMs auch auf der SAP Cloud Platform funktionieren. Damit lassen sich sprachspezifische und andere Apps in die Cloud auslagern. Das API Business Hub, im Juni 2016 angekündigt, ist mittlerweile mit der SAP Cloud Platform integriert und erlaubt die Integration zahlreicher Business Services mit der HANA-Plattform. Diese Services sollen sich als Microservices nach dem Vorbild von „SAP Hybris as a Service“ (YaaS) bereitstellen lassen. Unterstützt werden zunächst vor allem SAPs eigene APIs. Integration ist auch angesagt, wenn es um andere Cloud-Angebote der Walldorfer geht, so etwa Ariba, Concur, Fieldglass usw.

Für BI- und Analysezwecke lassen sich nicht bloß der Workflow Service und der Data Quality Service verwenden, sondern auch der Smart Data Streaming Service und die Predictive Services. Der Streaming Service leitet Ereignisdatenströme direkt an Analyse-Anwendungen und IoT-Apps weiter, was für eine IoT Plattform wie die von SAP wichtig ist. Die Predictive Services nutzen die bereits auf HANA vorhandene Automated Predictive Library (APL). Wer IoT und Streaming nutzt kann auch Business Rules implementieren, um Benachrichtigungen auszulösen, wenn ein KPI verfehlt wird. Der Business Rules Service ist auf der SAP Cloud Platform verfügbar.

Im November 2016 angekündigt, ist das Software Development Kit (SDK) für Apples Mobil-Betriebssystem iOS mittlerweile auf der SAP Cloud Platform verfügbar. Mit dem SDK können Partner und Kunden iOS-Apps für iPhone und iPad entwickeln. Umgekehrt lassen sich damit SAP Fiori Apps für die iOS-Plattform erstellen, die die Fiori-UI nutzen. Mit dem Roambi-Tool können SAP-Entwickler weitere Mobil-Apps erstellen, so dass SAP-Partner ihre mobilen Kunden noch umfassender bedienen können.

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