Suchen

Expertenbeitrag

Thomas Joos

Thomas Joos

Freiberuflicher Autor und Journalist

APS-Systeme

IoT-Basics: Was ist ein Advanced Planning and Scheduling-System?

| Autor/ Redakteur: Thomas Joos / Sebastian Human

Advanced Planning and Scheduling-Systeme, kurz APS, dienen der Planung, aber auch der Verwaltung und Überwachung von Supply Chains. Im Fokus steht die gesamte Lieferkette eines Produktionsunternehmens. In diesem Beitrag zeigen wir, um was es dabei geht.

APS-Systeme sind ein wichtiger Bestandteil von Industrie 4.0, indem sie bei der Planung, Verwaltung und Überwachung von Supply Chains helfen.
APS-Systeme sind ein wichtiger Bestandteil von Industrie 4.0, indem sie bei der Planung, Verwaltung und Überwachung von Supply Chains helfen.
( Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Produktionsunternehmen müssen dauerhaft Fertigungsaufträge mit allen dazugehörigen Prozessen, Ressourcen und Terminen ideal planen und an Änderungen von innen und außen anpassen. Hier hilft es, wenn die Mitarbeiter eine intelligente Lösung nutzen können, die in der Lage ist, die Supply Chain zu erfassen, zu modellieren und ständig zu optimieren. APS-Systeme stellen eine solche Lösung dar.

Vorteile beim Einsatz eines APS-Systems

Die Kernaufgabe eines APS (Advanced Planning and Scheduling-System) besteht nicht darin Mitarbeiter zu ersetzen oder bereits vorhandene Software im Unternehmen abzulösen. Im Gegenteil, das APS soll dabei helfen, Mitarbeiter und die bereits im Einsatz befindlichen Lösungen miteinander zu vernetzen, das Beste aus allen Systemen herauszuholen, und die Supply Chain so zu optimieren. Im Fokus steht dabei auch die Automatisierung von Prozessen.

Ein APS-System soll die Mitarbeiter entlasten und deren Arbeit so optimal und einfach wie möglich gestalten. Dabei greift ein gutes APS auch auf die, oft langjährigen, Erfahrungen von Mitarbeitern zurück, um diese Optimierung zu erreichen. Den Mitarbeitern werden wiederum alle notwendigen Informationen zur Verfügung gestellt, die sie benötigen. Dadurch lernen Mitarbeiter auch die Prozesse der Lieferkette und den optimalen Umgang damit besser kennen und bilden sich durch die Verwendung des APS-Systems fort.

APS-Systeme werden vor allem in globalen Lieferketten eingesetzt und basieren auf Cloud-Lösungen, da diese flexibel und von überall aus zugreifbar sind - auch über Mobilgeräte und Produktions-PCs an entfernten Standorten. Es ist wichtig, dass alle Bestandteile der Supply Chain miteinander vernetzt sind, damit das APS-System seine Leistung entfalten kann.

Ein APS ist in der Lage eine optimale Planung der Produktionsprozesse durchzuführen und kann die komplette Produktion ganzheitlich umfassen, planen und hilft vor allem dabei, dass Verantwortliche im Unternehmen schnell und präzise agieren, reagieren und Planungen umstellen können, ohne dass es zu Problemen in der Produktion kommt. Das APS-System führt also die Möglichkeit von PPS-Systemen fort, um Produktion und Logistik, sowie die dazu gehörigen Prozesse optimal zu gestalten. Ein APS erhöht die Transparenz, verbessert den Informationsfluss und hilft dabei ständig den Überblick in der Produktion zu behalten.

Grundlagen zu APS-Systemen

Ein APS-System wird als Softwarelösung im Unternehmen implementiert und soll die gesamte Lieferkette abbilden. Dadurch lassen sich Verbesserungen in der Lieferkette umsetzen und Fehler bei der Abwicklung schneller erkennen. APS-Systeme sind normalerweise sehr flexibel und lassen sich modular einsetzen.

Ein APS-System muss in der Lage sein, die Supply Chain eines Unternehmens, mit allen dazugehörigen Bestandteilen, zu modellieren. Im Rahmen der Modellierung sollen auch die Lager, die Lieferung mit den dazugehörigen Lieferketten und alle Prozesse abgebildet werden Dazu gehören auch externe Prozesse. Auf Basis dieser Modellierung ergeben sich Verbesserungsmöglichkeiten; zum Beispiel die Planung der Kosten.

Zusätzlich müssen natürlich auch Menge und Bedarf der Lieferkette geplant werden können. Auf der Planungsebene wird festgehalten, wie hoch der Bedarf in der Lieferkette ist, genauso wie der Absatz. Im Rahmen dieser Planung kann auch die Produktion sowie der Vertrieb organisiert werden. Das alles ermöglicht eine exakte Antizipation, wann welche Produkte in der Kette aktiv sind und wie sie transportiert werden. Auch die Kapazitätsplanung wird hier berücksichtigt.

Auch die Detailplanung kann von einem APS-System geleistet werden. Dazu gehört im Grunde genommen die Planung des kurzfristigen Absatzes, um die Lieferkette ständig aktuell zu halten. Im Rahmen des Absatzes spielen kurzfristige Terminplanungen eine Rolle, auf deren Basis auch eine optimierte Beschaffungsplanung durchgeführt werden kann. Das System kann auch Alternativen für Prozesse in der Lieferkette errechnen und dadurch Verbesserungen erzielen. Diese Optimierungen müssen auf Seiten der Kosten und der Machbarkeit sowie der Effektivität prüfbar und vergleichbar sein. Im Rahmen der Planung von Alternativen kann die Lieferkette so ständig verbessert werden.

Vergleich: Advanced Planning and Scheduling-Systeme vs. Produktionsplanungs- und Steuerungssysteme

APS-Systeme sollen nicht die bekannten Produktionsplanungs- und Steuerungssysteme (PPS) ersetzen, sondern ergänzen. Im Gegensatz zu einem PPS-System werden keine Daten verwaltet, sondern eine Lieferkette über den kompletten Lebenszyklus planbar gemacht. Dazu gehören auch Lieferung, Transport und Distribution. Advanced Planning-Systeme ergänzen traditionelle PPS-Systeme. Ein APS-System bindet alle verfügbaren Informationen in die Planung ein, um diese so optimal wie möglich zu gestalten.

Vor allem, wenn die zu Grunde liegenden IT-Systeme entsprechend leistungsfähig sind, kann ein APS-System auch in globalen Lieferketten hilfreich sein. Ein APS-System kann zum Beispiel feststellen, ob ein neuer Kundenauftrag global über einen vorhandenen Lagerbestand erfüllt werden kann (Available-to-Promise) oder ob ein Produktionsauftrag erstellt werden muss (Capable-to-Promise).

APS mit PPS, MES und ERP einsetzen

ERP-Systeme sind beim Einsatz in der Supply Chain zwar wichtiges Hilfsmittel, stoßen aber schnell an ihre Grenzen, wenn es um die ganzheitliche Erfassung der Lieferkette geht, inklusive der dazugehörigen Planung und Optimierung. APS-Systeme lassen sich in den meisten Fällen problemlos mit vorhandenen ERP- und PPS-Systemen integrieren. Auch die Zusammenarbeit mit Manufacturing Execution System-Lösungen (MES) stellt für ein gutes APS-System kein Problem dar. Schließlich besteht die Kernaufgabe eines APS darin alle notwendigen Fakten zu analysieren, um eine ideale Supply Chain erstellen zu können. Dazu gehört auch die Zusammenarbeit mit PPS, ERP und MES. Diese Systeme stellen häufig die Grundlage dar. Hier sind die Informationen, oftmals als Insel-Lösungen, vorhanden, die das APS benötigt, um die Planung der Supply Chain zu optimieren.

Das APS-System verwendet also die zur Verfügung gestellten Daten der anderen Systeme, übernimmt die Planung und überlässt die operativen Aktionen dem ERP-System. Zur Analyse können wiederum MES-Systeme genutzt werden.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 46033969)

Über den Autor

Thomas Joos

Thomas Joos

Freiberuflicher Autor und Journalist

Redaktion IOT; gemeinfrei; zephylwer0 - www.pixabay.com; Pixelci; Pixabay; www.pixabay.com; Moleskine; metamorworks - stock.adobe.com; Anna-Lena Hillenbrand; Siemens Healthineers; Palo Alto Networks