IoT-Basics

IOTA für die Industrie 4.0

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Lisa Marie Waschbusch

IOTA wurde 2015 gegründet.
IOTA wurde 2015 gegründet. (Bild: IOTA)

IOTA ist eine Kryptowährung, die vor allem für automatisierte Bezahlvorgänge zwischen Maschinen im Internet of Things (IoT) konzipiert ist. Dadurch werden Bezahlvorgänge einfacher und effektiver. Der Rechenaufwand soll, so die Entwickler, genauso sinken wie die Kosten.

IOTA gehört neben Bitcoin und Ethereum mittlerweile zu den zehn wichtigsten Kryptowährungen. Gegründet wurde IOTA 2015 von David Sønstebø, Sergey Ivancheglo, Dominik Schiener und Serguei Popov. Der Hauptsitz von IOTA befindet sich in Berlin und wird von der IOTA Foundation betrieben.

Doch was macht IOTA anders als Bitcoin, Ethereum und Co.? IOTA ist eine Technologie, die die Kommunikation und Bezahlung zwischen zwei Maschinen ermöglicht und somit speziell auf IoT-Devices abzielt. IOTA will hierfür eine „Machine Economy“ aufbauen, bei der die Maschinen in der Lage sind, kleinste Einheiten einer Ressource zu kaufen oder zu verkaufen. Gezahlt wird dabei mit Micropayments. Der Name IOTA setzt sich aus „IoT“ und „Tangle“ zusammen.

Tangle statt Blockkette

Gerichteter antizyklischer Graph
Gerichteter antizyklischer Graph (Bild: commons.wikimedia / CC0)

Anders als bei der Blockchain-Technologie kommen bei IOTA weder Blöcke noch Ketten (chains) zum Einsatz, und somit auch keine sequentielle Verbindung der Blöcke, sondern sogenannte "Tangles", die auf gerichteten azyklischen Graphen (Directed Acyclic Graphs, DAG) beruhen. Die Knoten des Tangles sind keine Knoten im Netzwerk oder Blöcke einer Blockchain, sondern stellen einzelne Transaktionen dar.

Das Tangle ersetzt die Blöcke von Blockchain und die mit den Blöcken verbundenen Problemen. Dazu gehört zum Beispiel die lange Dauer von Transaktionen durch die Latenz. Beim Bezahlen mit herkömmlichen Kryptowährungen (Bitcoin, Ethereum), die Blockchain nutzen, bestätigen die „Miner“ die Transaktionen, was den Prozess verlangsamt und eine hohe Rechenleistung benötigt.

IOTA braucht keine Miner

Damit ein IOTA-Nutzer eine Transaktion senden kann, muss er zwei andere Transaktionen beglaubigen. Miner wie bei Bitcoin werden dadurch überflüssig. Für den Beglaubigungsprozess werden noch immer Hash-Funktionen eingesetzt. Das System soll mit wachsender Anzahl von Nutzern und Transaktionen schneller werden, was es für Industrie-Anwendungen attraktiv macht.

Im Fokus steht außerdem eine hohe Skalierbarkeit aufgrund des azyklischen Aufbaus. Die Transaktionen sind kostenlos, schnell und deren Anzahl ist nahezu unbegrenzt. Allerdings verbraucht auch IOTA Ressourcen. Auch hier werden der Datenspeicher und die CPU des Gerätes belastet sowie die Verbindung zum Internet. Außerdem sind einzelne Transaktionen wesentlich größer als bei Bitcoin.

Was ist ein gerichteter azyklischer Graph?

Ein Graph besteht (in der Graphentheorie) aus einer Menge von Punkten, zwischen denen Linien verlaufen. Die Punkte nennt man Knoten, die Linien gewöhnlich Kanten. Besitzt jede Kante des Graphen eine eindeutig festgelegte Laufrichtung, so kann man diese als „Pfeil“ verstehen und den Graphen als gerichteten. Lässt sich niemals ein Weg aus den Pfeilen (also den gerichteten Kanten) finden, der zu seinem Ausgangspunkt zurückkehrt, ist der Graph azyklisch. Er besitzt also keine zyklischen – im Kreis laufenden – "Wege".

Die IOTA Foundation hat am 8. Februar 2018 angekündigt, ab März 2018 ein IOTA Ecosystem bereitzustellen, das sich insbesondere an Entwickler wendet. Auf der Plattform sind, wie das Internetportal Kryptoszene.de berichtet, Tutorials, Videos und interaktive Tools zu finden sowie Libraries und Module für Entwickler. Auch Startups und IOTA Entwickler will die Plattform zusammenbringen.

Bei IOTA fallen keine Transaktionsgebühren an

Im Industrial Internet of Things (IIoT) gibt es besondere Herausforderungen an Bezahlsysteme. Diese müssen schnell sein, dürfen keine Belastung für das Gesamtsystem darstellen, sollen Ressourcen sparen und dürfen obendrein nicht zu teuer, sondern am besten kostenlos sein. Microtransaktionen zwischen verschiedenen Geräten sollten möglichst keine Kosten verursachen. Diese Voraussetzungen werden von IOTA erfüllt. Zumindest versprechen das die Entwickler.

Weil IOTA keine Blöcke benötigt, gibt es auch keine Größenbeschränkungen für diese Blöcke. Das ist eines der Probleme, die Bitcoin hat. Zwar verbrauchen die IoT-Geräte Energie, da sie mit Strom versorgt werden müssen, verursachen aber ansonsten im IOTA-Netzwerk keinerlei Kosten. Transaktionen über Bitcoin kosten mittlerweile erhebliche Beträge, was die Verwendung als herkömmliches Zahlungsmittel erschwert. Bei IOTA gibt es keinerlei Transaktionsgebühren. Davon profitieren vor allem Microtransaktionen zwischen verschiedenen Geräten.

Dazu kommt, dass IOTA auch über Bluetooth und andere Funkstandards Transaktionen abwickeln kann. Es ist nicht unbedingt eine Netzwerkverbindung per UDP und TCP notwendig. Folglich ist zu erwarten, dass vor allem große Unternehmen IOTA-Knoten betreiben werden, um Microtransaktionen zwischen IoT-Geräten kostenlos abzuwickeln.

Unternehmerische Schwergewichte investieren in IOTA

Seit Mitte 2018 verzeichnete IOTA stetig neue Partnerschaften mit Branchenriesen. Inzwischen arbeiten Global Player wie Bosch, Cisco Systems, Microsoft, Huawei, Samsung oder die Deutsche Telekom mit der Foundation zusammen.

Derzeit finden noch zu wenige Transaktionen statt, sodass das Netzwerk seine Vorteile nicht ausspielen kann. Zudem laufen die Server noch nicht sehr stabil, was sich in Verbindungsabbrüchen äußert. In jedem Fall ist IOTA aber eine sehr interessante Währung, welche die Chance hat die Standardwährung im IoT zu werden.

IOTA Whitepaper "The Tangle"

Download IOTA GUI

Die zehn wichtigsten Kryprowährungen
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IOTA
NEO
Quelle: Finanzen.net

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Thomas Joos studierte Informatik und ist als Buchautor und Publizist für verschiedene Fachmedien tätig.

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