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Internet of Things: Management des Wandels

| Autor / Redakteur: Georg Steinberger * / Dr. Anna-Lena Gutberlet

Die Herausforderung für nahezu jedes Unternehmen IoT zu managen sind gewaltig, ebenso der IT-Aufwand. Dabei geht es nicht mehr um IoT, sondern um eine vollständige, disruptive, digitale Transformation.

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(Bild: Pixabay, CC0 Public Domain )

Zehn IT-Trends hat IDC definiert, die, egal ob business-to-business oder business-to-consumer, das Leben der meisten Firmen gewaltig durcheinanderwirbeln werden [1].

Es geht dabei – simpel formuliert – um eine ziemlich weitreichende Vernetzung, Interpretation und Anwendung von Daten, um einen kompletten Umbau von IT-Strukturen, um eine Neudefinition von Kunden- und Partnerverhältnissen, deren Sinn – natürlich – ist, neue Geschäftsmöglichkeiten zu erschließen, aber eben auch Einsparungen, weitreichender als bisher, möglicherweise auch qualitativer, zu erzielen (s. Grafik).

Vorhersagen der IDC-Studie mit: 1 = CEO led DX Strategy; 2 = 3rd Platform IT; 3 = Cloud Core; 4 = Innovation Capacity; 5 = Data Pipelines; 6 = Intelligent Edge; 7 = Cognitive Everything; 8 = Industry Cloud; 9 = Customer Intimacy & Scale; 10 = Partner Realignment
Vorhersagen der IDC-Studie mit: 1 = CEO led DX Strategy; 2 = 3rd Platform IT; 3 = Cloud Core; 4 = Innovation Capacity; 5 = Data Pipelines; 6 = Intelligent Edge; 7 = Cognitive Everything; 8 = Industry Cloud; 9 = Customer Intimacy & Scale; 10 = Partner Realignment
(Bild: IDC )

Was bedeutet die digitale Revolution für mich?

Alle Schlagworte und Labels, die wir aus den letzten Jahren kennen – Cloud, 3rd Platform, IoT, Big Data, Customer Intimacy und viele mehr – sind Bestandteil dieser digitalen Transformation.

Die Basis bildet die sogenannte 3rd Platform (Cloud, Big Data, Mobility, Social), auf der sogenannte Innovationsbeschleuniger aufsetzen, die einzeln oder in Kombination ganze Märkte verändern können: Sicherheit der nächsten Generation, Virtual Reality, Internet of Things, 3D-Printing und kognitive Systeme (künstliche Intelligenz).

Ohne auf sämtliche Details der Studie eingehen zu können, der Impact der zufällig ausgewählten Zahlen ist gewaltig:

  • 60 % aller weltweiten IT-Spendings werden in spätestens zwei Jahre in die 3rd Platform gehen, die meisten IT-Lösungen werden dabei Cloud-basierend sein (in 2020 rund 500 Milliarden US-Dollar, dreimal so viel wie heute);
  • (alle) Unternehmen werden zusehends Softwarefirmen, denn Code ist entscheidend in der digitalen Transformation;
  • kein Unternehmen kommt in wenigen Jahren noch ohne extern zugekaufte Daten oder Codes aus, was Daten mit zum kostbarsten Handelsgut machen wird;
  • allein die IT-technische Unterfütterung von IoT – 30 Milliarden Knoten oder vernetze „Dinge“ im Jahr 2020 – wird die Unternehmen rund 1,25 Billionen US-Dollar pro Jahr kosten, für Netzwerk, Infrastruktur, Plattformen, Software, Security.
  • Für IoT erwartet IDC dann rund 250.000 verschiedene Apps.

IDC prognostiziert eine völlige Verdichtung von Partner-Netzwerken oder auch Kundenbeziehungen, die 1000- oder 10.000-fach mehr Touchpoints haben als bisher. Einige Fragen, die sich daraus für jedes Unternehmen/jeden Unternehmer ergeben müssen: Was bedeutet diese digitale Revolution für mich? Was für meine Kunden? Was mache in Bezug auf digitale Transformation heute schon und im weiteren Gefolge? Welche Lösung passt für mein Geschäftsmodell bzw. wie ändert sich dieses?

Die Elektronikindustrie mit ihrer komplexen Produktionsstruktur und ihrem noch relativ gemächlichen Handelsprinzip sieht sich hier vor der gewaltigen Herausforderung, dass sowohl die Fertigung als auch der Handel sich durch die 3rd Platform und die aufgezählten Innovationsbeschleuniger massiv ändern werden, mit neuen Wettbewerbern an allen Ecken, weniger zementierten Geschäftsbeziehungen als bisher, und größeren Anforderungen an systembasierende Dienstleistungen.

1000 mal mehr Customer Touch Points als bisher zwischen einem Distributor und einem Industriekunden? Klingt vielleicht etwas verwegen, aber Firmen, die Datenanalyse beherrschen, würden aus den vorhandenen Daten einer klassischen Industriebeziehung wohl deutlich mehr rausholen. Was konkret dabei zu mehr Umsatz und Gewinn führt, ist die Frage. In der reinen Hardware wird das wohl nicht sein. Und den Schritt über den großen Spalt zu komplett neuen Modellen scheuen viele Unternehmen bisher.

IDC als einer der renommiertesten IT Marktforscher zeichnet ein generell positives und spannendes Bild dieser digitalen Zukunft mit vielen neuen Möglichkeiten – aber eben auch mit der klaren Prognose, dass Unternehmen sehr leicht diesen Zug verpassen können, wenn sie sich nicht mit digitaler Transformation auf höchster Ebene auseinandersetzen.

Dieser Beitrag ist auf unserem Partnerportal Elektronikpraxis erschienen.

Literatur:

[1] IDC FutureScape: Worldwide IT Industry 2016 Predictions — Leading Digital Transformation to Scale

* Georg Steinberger ist Vice President Communications, Avnet Electronics Marketing EMEA

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