Intelligenter Monitor kreiert ‚Mobility Experience‘

Redakteur: Stefan Guggenberger

Das SmartWindow zeigt nicht nur die nächste Haltestelle, sondern informiert auch über das vorbeiziehende Museum. Wie die halbtransparente Displayscheibe den ÖPNV attraktiver machen soll und welches Potenzial in der Technologie steckt.

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Das halbtransparente SmartWindow wird aktuell in Karlsruhe getestet und soll anschließend für die Serie weiterentwickelt werden.
Das halbtransparente SmartWindow wird aktuell in Karlsruhe getestet und soll anschließend für die Serie weiterentwickelt werden.
(Bild: gemeinfrei // Pexels)

Das intelligente Stadtbahnfenster SmartWindow wurde im Rahmen des Forschungsprojekts SmartMMI unter der Leitung der Hochschule Karlsruhe (HKA) entwickelt. Nach dreijähriger Entwicklungszeit wird die halbtransparente Displayscheibe nun in einem Zweisystem-Stadtbahnwagen der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) getestet. Dabei können die Fahrgäste mit dem SmartWindow interagieren und Informationen anzeigen lassen. Dazu zählen der Liniennetzplan, Anschlussinformationen oder Sehenswürdigkeiten entlang der Bahnstrecke. „Wir wollen mit dem SmartMMI transparente Displaytechnologien für Fahrgäste des ÖPNV zur greifbaren Realität werden lassen. Aktuelle und relevante Informationen finden sodann direkt den Weg zu den Fahrgästen – und machen den ÖPNV mit digitalen Technologien attraktiver“ sagt Professor Schlegel, der als Leiter des Instituts für Ubiquitäre Mobilitätssysteme an der HKA das Projekt betreut.

‚Mobility Experience‘ soll ÖPNV bereichern

Ziel des Projekts SmartMMI ist es die Informationsversorgung von Fahrgästen entlang ihrer Mobilitätskette zu verbessern und so eine neue ‚Mobility Experience‘ zu schaffen. Damit sollen Fahrgäste situationsgerecht über Störungsfälle, Planungsänderungen, touristische Zielen oder zu den entlang der Strecke erhältlichen Services informiert werden.

Feldtest soll Technologien in der Praxis erproben

Zum Projekt gehört nicht nur der halbtransparente Monitor, sondern auch eine App, die personenspezifische Daten an Fahrgäste übermittelt.
Zum Projekt gehört nicht nur der halbtransparente Monitor, sondern auch eine App, die personenspezifische Daten an Fahrgäste übermittelt.
(Bild: Luca Gallina)

Im Rahmen des Projekts wurden neue Technologien von von der Datenerfassung und Datenintegration bis hin zur Visualisierung der Daten erarbeitet. Dabei setzte das Projekt auf die Erforschung und Erprobung kontextsensitiver Datenbereitstellung von Mobilitätsdaten auf speziell entwickelten intelligenten teiltransparenten Display-Scheiben. Drüber hinaus besteht die Möglichkeit das persönliche mobile Endgerät mit den intelligenten Display-Scheiben zu koppeln. Dazu wurde die SmartMMI-App entwickelt, die eine personifizierte Fahrgastinformation ermöglicht. Weiterhin können damit am Smartphone geplante Fahrten in das SmartMMI-Fahrzeug mitgebracht und damit eine Reisebegleitung auf dem großen und interaktiven Display im Fahrzeug aktiviert werden. Auch das Mitnehmen von am SmartWindow gerechneten Fahrten ist mithilfe der mobilen App möglich. Damit lassen sich Umstiege problemlos bewältigen. Alle Anwendungen werden nun innerhalb einer sechsmonatigen Feldtestphase bis zum Frühjahr 2022 in der Praxis erprobt. Nach dieser Probephase soll eine serientaugliche Version des SmartMMI-Fensters entwickelt werden.

Big Data und Smart Data kommen zum Einsatz

Um Daten zu sammeln und zu integrieren, setzt das Projekt auf Big-Data- und Smart-Data-Technologien sowie auf die Integration von spezifischen ÖV-Daten. Ziel ist es, die Daten semantisch aufzuwerten, damit die Systeme diese ‚verstehen‘. Hierzu dienen Kontextinformationen, die die aktuelle Situation der Fahrgäste beschreiben und dadurch das System befähigen, auf die Situation zugeschnittene Daten auszuwählen und diese nutzer- und situationsgerecht aufzubereiten. So werden zum Beispiel sensitive Daten in geeigneter Aufbereitung auf dem Smartphone des Nutzers angezeigt, während allgemeine, ergänzende Informationen auf dem teiltransparenten SmartWindow des Fahrzeugs dargestellt werden.

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