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Network Monitoring in Industrie 4.0-Umgebungen Intelligente Fertigung bei Bosch Rexroth

| Redakteur: Julia Moßner

Bosch Rexroth rüstete seine Werke in Lohr am Main und Erbach auf eine Industrie 4.0-Umgebung um. Dadurch wurde die Produktion deutlich effizienter, beispielsweise weil die Bestell- und ERP-Systeme mit dem Produktionsleitsystem und der Fertigung verknüpft wurden. Um den zuverlässigen Betrieb der neuen, komplexen IT-Infrastruktur sicherzustellen, kommt die Monitoring-Lösung PRTG Network Monitor zum Einsatz.

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(Bild: Bosch Rexroth)

Bosch Rexroth stellt im Werk LoP2 an den Standorten Lohr am Main und Erbach elektrische Antriebe und Steuerungen mit offenen Steuerungssystemen (Open Core Engineering) her. Die hier gefertigten Produkte bilden die Grundlagen für Fabrikautomation und Industrie 4.0 auf der ganzen Welt. Bei individuellen Kundenwünschen und mehr als 200.000 Produktvarianten ist eine vernetzte Fertigung, in der das Produkt seine Fertigung selbst steuert, nicht nur effizienter, sondern auch deutlich weniger fehleranfällig. Das ist das Prinzip von Industrie 4.0.

Bei Bosch Rexroth heißt das, dass zu Beginn der Fertigung über eine enge Verknüpfung von ERP- und MES-Systemen ein digitales Abbild des Produkts geschaffen wird. Dieses virtuelle Produkt steuert nachfolgend sämtliche Fertigungsschritte, die so papierlos und ohne Rüstzeiten erfolgen können. Das reibungslose Funktionieren der vernetzten IT wird zu einem entscheidenden Faktor in der Produktion. Bei einem Ausfall der IT ist die Produktivität und damit die Effizienz der Produktion gefährdet. Damit wird ein kontinuierliches und umfassendes Monitoring der gesamten IT unerlässlich.

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Störungen erkennen, bevor sie auftreten

Christian Miceli zeichnete für den Digitalisierungsprozess des Werks LoP2 mitverantwortlich. Als interner Experte und Mitgestalter der vernetzten Fertigung konnte er die wichtigsten Anforderungen für die einzusetzende Software klar definieren:

• Überwachung der beiden Standorte in Lohr am Main und Erbach mit einer Instanz

• Windows-basiert

• Konfiguration und Betrieb möglichst einfach

• Möglichkeit, komplexe Zusammenhänge zwischen verschiedenen Komponenten abzubilden

• Speichern und Auswerten historischer Daten

• Einfaches Erstellen individueller Benutzeransichten und Ausgabe als Webservice

• Integrierte Benachrichtigungsfunktionen (Eskalationsmanagement)

PRTG als Network Monitoring Lösung

Um die richtige Software zu finden, evaluierte Miceli mit seinem Team mehrere Network Monitoring-Lösungen. Der PRTG Network Monitor der Paessler AG aus Nürnberg kam schnell in die engere Auswahl; unter anderem, weil die Software es erlaubt, mit sogenannten Remote Probes verteilte Standorte von einer zentralen Installation aus zu überwachen. Die Software basiert auf Windows, und der Installationsprozess lässt sich ohne besondere Spezialkenntnisse durchführen. Auch die Bedienoberfläche sprach die Verantwortlichen bei der Bosch Rexroth AG an. „Neben vielen anderen Features haben uns besonders die Maps in PRTG gefallen: Damit können wir schnell und einfach übersichtliche Dashboards erstellen und jedem Kollegen genau die Daten anzeigen, die für ihn relevant sind“, erläutert Miceli. Wichtig für Bosch Rexroth war außerdem ein deutschsprachiger Support und dass das Produkt regelmäßig mit Updates versorgt wird.

Monitoring unter Industrie 4.0-Bedingungen

Mittlerweile ist die Aufrüstung des Werkes LoP2 zu einer Industrie 4.0-Umgebung abgeschlossen, und die gesamte Fertigung ist vernetzt. Das Network Monitoring leistet einen wesentlichen Beitrag zu Organisation und Stabilität der beiden Standorte Lohr am Main und Erbach. Neben einer Vielzahl von vordefinierten Abfragen für Geräte und Applikationen, sogenannten Sensoren, bietet PRTG ein API und Custom-Sensoren. Dabei handelt es sich um Vorlagen, die das unkomplizierte Einbinden kundenspezifischer Geräte und Applikationen mittels individueller Skripte ermöglicht.

So sammelt Bosch Rexroth z.B. von verschiedenen Messfühlern mittels SNMP Daten zu Luftfeuchtigkeit und Temperatur. Die Ergebnisse der Messfühler werden in einer sogenannten Sensor Factory zusammengeführt. Diese kann mehrere PRTG-Sensoren in einem Sensor zusammenfassen. Über eigene Berechnungen können dann die Ergebnisse der verschiedenen Sensoren individuell gewichtet werden.

Bereits kurz nach der Implementierung überwacht die Lösung der Paessler AG neben Temperatur und Luftfeuchtigkeit auch weite Teile der IT-Infrastruktur. Dazu gehören zum Beispiel physikalische wie auch virtuelle Server, PCs, Office-Drucker, NAS (Network Attached Storage) und die unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) der Anlagen. Eine besondere Rolle spielen Etikettendrucker, die ebenfalls über Custom-Sensoren in PRTG eingebunden wurden. PRTG überwacht all diese Komponenten an beiden Standorten und stellt die Daten auf dem PRTG-Webinterface und der Enterprise-Konsole dar.

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