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5G-Netz Innovationsforum für Industrie und Wirtschaft

Autor / Redakteur: Christiane Gandner* / Lea Täufer

Kleine und mittelständische Unternehmen des nördlichen Rheinland-Pfalz können beim Einsatz von 5G jetzt vom Innovationsforum der Hochschule Koblenz profitieren. Im September wurde das Projekt gestartet.

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„Wer nicht frühzeitig auf das 5G-Netz umsteigt, wird bei der nächsten Ausschreibung leicht abgehängt“ - Prof. Dr. Wolfgang Kiess.
„Wer nicht frühzeitig auf das 5G-Netz umsteigt, wird bei der nächsten Ausschreibung leicht abgehängt“ - Prof. Dr. Wolfgang Kiess.
(Bild: pixabay)

Endgeräte werden immer mobiler. Dementsprechend steigen bei der Datenübertragung auch die Anforderungen an die zur Verfügung stehende Bandbreite. Der 5G-Standard kann das leisten. Doch ein 5G-Netz ist vor allem für regionalen Unternehmen schwer umsetzbar. Dieses Problem erkannte die Hochschule Koblenz und will das mit ihrem vor kurzem gestarteten Innovationsforum 5GrT – 5G –ready Testfeld im nördlichen Rheinland-Pfalz ermöglichen, sowie neue Marktpotentiale erschließen.

Das 5G-Innovationsforum

Neun Monate lang wird das Forum nicht nur kleine und mittelständische Unternehmen unterstützen, sondern auch weitere Hochschulen, Verbände sowie Großunternehmen im nördlichen Rheinland-Pfalz. Ziel ist, Verständnis und Knowhow rund um 5G zu vermitteln und zudem ein offenes Netzwerk zwischen Firmen und Forschungseinrichtungen zu bilden.

Dabei werden die Workshops für die jeweiligen Unternehmen nach Bedarf und ihren orientierten Themen individualisiert. Konkrete Innovationen sollen bereits während der Laufzeit des Forums umgesetzt werden. In einer Fachtagung am Ende der Projektphase werden die Ergebnisse der Workshops vorgestellt und Roadmaps erstellt.

Firmen mit eigenem Gelände können seit Ende 2019 kostengünstig eigene 5G-Frequenzen beantragen, anstatt öffentliche 5G-Netze zu nutzen, die meist zu teuer sind. „Dies ist natürlich zum einen für KMU selbst interessant, um ihr eigenes Werksgelände zu digitalisieren. Daneben bauen vor allem Konzerne – so fast alle DAX Unternehmen – derzeit hierfür eigene 5G Netze auf. Ist man hier Zulieferer sollte man sich entsprechend positionieren. Wer nicht frühzeitig umsteigt, wird bei der nächsten Ausschreibung leicht abgehängt“, befürchtet Prof. Dr. Wolfgang Kiess aus dem Fachbereich Ingenieurwesen an der Hochschule Koblenz. Die KMUs, die aufgrund stark begrenzter Ressourcen keine entsprechende Expertise aufbauen können, will die Hochschule Koblenz mit dem Innovationsforum 5GrT unterstützen.

Die Auswirkung auf die digitale Zukunft

„Langfristig soll aus dem Projekt heraus ein physikalisches 5G-Testfeld etabliert werden, das den regionalen Unternehmen einfachen Zugang zur 5G-Technologie und -Expertise bietet“, betont der Digitalisierungsexperte. Um das volle Potential vieler neuartigen Technologien, wie Edge-Computing, Augmented Reality oder Industrial Internet of Things, zu entfalten, ist die Vernetzung und Verbreitung des 5G-Netzes nötig. Auch Intralogistik oder das Konzept von Industrie 4.0 eröffnen den Unternehmen völlig neuartige Anwendungsfälle. Das wiederum regt den Wettbewerb unter den Betrieben an.

Unternehmen können kostenlos teilnehmen

Kiess ist sich sicher: „5G wird für die Industrie in Zukunft dieselbe Bedeutung haben, wie sie das WLAN heute im Privat- und Büro-Bereich hat“. Wegen der langjährigen Expertise auf dem Gebiet mobiler Vernetzung sei die Hochschule Koblenz der ideale Partner.

Die Teilnahme steht allen interessierten Unternehmen offen und ist kostenlos.

„Dabei sind auch Unternehmen willkommen, die für ihre Anwendungsfälle den 5G Standard nicht zwingend benötigen, sondern sich etwa für andere Mobilfunktechnologien wie LTE oder NB-IoT interessieren. Denn das was landläufig unter 5G zusammengefasst wird, ist eigentlich eine ganze Familie von Technologien die sich zudem durch regelmäßige Releases alle 1-2 Jahre weiterentwickelt.“

Unterstützt wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Weitere Informationen finden Interessierte auf der Webseite www.5GrT.de.

* Christiane Gandner arbeitet im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Hochschule Koblenz - University of Applied Sciences.

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