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Smart Systems Informationen direkt an der Maschine verwerten

| Redakteur: Rebecca Vogt

Kürzere Entscheidungswege, schnelle und flexible Lösung unbekannter Aufgaben: das verspricht ein neu entwickeltes intelligentes Informationssystem. Es liefert Maschinenbedienern individuell zu ihren Aufgaben passende Informationen direkt aus der Maschinensteuerung.

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Maschinenbediener sollen über das intelligente Informationssystem individuell zu ihren Aufgaben passende Informationen direkt aus der Maschinensteuerung geliefert bekommen.
Maschinenbediener sollen über das intelligente Informationssystem individuell zu ihren Aufgaben passende Informationen direkt aus der Maschinensteuerung geliefert bekommen.
(Bild: Mitsubishi Electric/Fraunhofer IPT)

Mitarbeiter stehen in der Produktion heute vor der Herausforderung, immer komplexere Maschinen bedienen zu müssen. Gleichzeitig soll flexibel auf Störungen reagiert werden können. Denn in der Fertigung wird es schnell teuer, wenn Maschinen stillstehen. Wichtig ist also, dass der Maschinenbediener sofort die richtige Entscheidung treffen kann, damit die Maschine wieder läuft. Um die Fehlerursachen aufzudecken und die richtige Lösung zu finden, benötigt der Mitarbeiter ein Gesamtbild, das sich aus allen relevanten Informationen zusammensetzt.

Mit Smart Devices direkt vor Ort alle Informationen überblicken

Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie (IPT) und Mitsubishi Electric haben zu diesem Zweck gemeinsam ein neues System entwickelt, das dem Maschinenbediener alle für ihn wichtigen Informationen auf mobilen Endgeräten zusammenträgt und aufbereitet darstellt.

Smart Glasses oder Tablets können den Mitarbeiter so direkt vor Ort auf dem Shopfloor unterstützen. Das Einsatzspektrum reicht dabei vom Training über das Monitoring und das Beheben von Störungen an der Maschine bis hin zur Wartung. Das neue System arbeitet mit kommerziell erhältlichen Datenbrillen und Tablets, die über ein Android-Betriebssystem verfügen, und bindet diese nun auch in industrielle Fertigungsumgebungen ein, wie das Fraunhofer IPT mitteilt.

Anwender kann Problem selbstständig lösen

Die Smart Devices und die Mitsubishi-Electric-Maschinensteuerung kommunizieren in dem neuen System unmittelbar miteinander. So können Mitarbeiter in Echtzeit sehen, wenn Störungen auftreten – zum Beispiel eine Maschinentür nicht richtig geschlossen ist oder bald eine Wartung ansteht. Das System informiert den Maschinenbediener direkt über einen Pop-up-Hinweis auf dem Endgerät und bietet zudem Hilfe an.

In unterschiedlichen Formaten wie Video oder Text wird Schritt für Schritt gezeigt, wie etwa ein Werkzeug gewechselt werden kann. Dadurch sei der Anwender in der Lage, das Problem schnell selbst zu lösen, und müsse sich nicht mehr von seiner Tätigkeit abwenden, um in Handbüchern, Arbeits- oder Prüfanweisungen nachzuschlagen. Unternehmen, die das System einsetzen, könnten auf diese Weise Stillstandszeiten von Maschinen verkürzen, Produktionsaufträge genauer planen und Produkte schneller fertigstellen.

Einzelne Komponenten können überwacht werden

Das System unterstützt den Maschinenbediener dem Fraunhofer IPT zufolge nicht nur bei Störungen und Reparaturen, sondern bietet ihm auch ein Monitoring einzelner Komponenten der Werkzeugmaschine in Echtzeit. So blenden die Smart Devices aktuelle Daten der Motorströme für unterschiedliche Antriebe oder 3D-Modelle von Bauteilen in die reale Maschinenumgebung im Blickfeld des Mitarbeiters ein.

Auf diese Weise lasse sich der Zustand der Komponente laufend und zu jedem beliebigen Zeitpunkt überwachen. Der Mitarbeiter könne eingreifen bevor eine Störung eintritt oder erfahre anhand der Daten, dass eine Komponente langsamer verschleißt als angenommen, und könne dann die geplanten Wartungsintervalle selbstständig verlängern.

Produktivität steigern, Fachkräftemangel ausgleichen

Auch Schulungs- und Trainingsinhalte ließen sich mit dem neuen System in unterschiedlichen Formaten aufrufen. Mitarbeiter könnten unmittelbar an der Maschine ihr Wissen ausbauen und erworbene Kenntnisse direkt anwenden. Neue und ungeschulte Mitarbeiter würden dazu befähigt, ab dem ersten Tag selbstständig zu lernen und zu arbeiten.

Aber auch routinierten Mitarbeitern könne die Brille helfen, die hochkomplexen Maschinen zu bedienen. Für Unternehmen bedeute das nicht nur einen Gewinn an Produktivität, in betroffenen Branchen könne das System auch dazu beitragen, einem akuten Fachkräftemangel zu begegnen.

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf unserem Partnerportal MaschinenMarkt erschienen.

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