Security

Industriespionage 4.0: Warum wird dieses Thema für viele Unternehmen immer wichtiger?

| Autor / Redakteur: Dalia Das / Sebastian Human

Die voranschreitende Vernetzung offenbart immer wieder neue Angriffspunkte für Industrie- beziehungsweise Wirtschaftsspionage.
Die voranschreitende Vernetzung offenbart immer wieder neue Angriffspunkte für Industrie- beziehungsweise Wirtschaftsspionage. (Bild: Pixabay / CC0)

Die Digitalisierung eröffnet nicht nur Unternehmen neue Chancen, sondern bietet auch Hackern und Spionen völlig neue Möglichkeiten. Aber wie real ist die Bedrohung solcher Cyberattacken wirklich und kann man sich davor schützen?

Aus der zunehmenden Vernetzung ergeben sich ständig neue Angriffsflächen, die Unternehmen anfällig für Industrie- beziehungsweise Wirtschaftsspionage werden lassen. Um einschätzen zu können, wie groß die Bedrohung durch Datendiebe eigentlich genau ist und wie man sich davor schützen kann, muss man zunächst verstehen, was Industriespionage 4.0 ist.

Was genau ist eigentlich Industriespionage 4.0?

Unter „Industriespionage 4.0“ werden im Kern Spionageaktionen zusammengefasst, die mit der Hilfe von modernster Digitaltechnik durchgeführt werden. Statt klassischer Telefonwanzen und Spitzel nutzen die meisten Täter heute die digitale und häufig anfällige Infrastruktur vieler Unternehmen für den Diebstahl von Daten aus. So benötigen Hacker im digitalen Zeitalter lediglich einen Computer mit Internetverbindung, um Spionageangriffe auf Unternehmen durchführen zu können. Ziel der Attacken sind meistens die Schnittstellen zwischen dem Internet und dem firmeneigenen Netzwerk. Einmal in das interne Firmennetzwerk eingedrungen, ist es häufig nur noch eine Frage der Zeit, bis die Täter an die gewünschten Daten kommen. Vor allem geheime Informationen wie Daten aus den Bereichen Forschung, Entwicklung und Finanzwesen sind für Hacker wertvolle Beute. Aber auch Daten mit Personenbezug werden häufig gezielt gestohlen.

Wie groß ist die Bedrohung und woran lassen sich Angriffe erkennen?

Egal ob die Spionagevorwürfe gegenüber diverser chinesischer Hersteller oder der Diebstahl von personenbezogenen Daten durch Einzelpersonen: In den Nachrichten lassen sich heute im Prinzip tagtäglich Meldungen zum Thema Cyberkriminalität und Datenklau finden. Dies zeigt sehr deutlich, wie akut das Problem mittlerweile geworden ist. Verhältnismäßig oft sind in der jüngsten Vergangenheit Unternehmen aus dem Mittelstand das Opfer von Spionageattacken geworden. Dies liegt häufig daran, dass das Bewusstsein für die Problematik hier häufig noch nicht so stark ausgeprägt ist wie in anderen Bereichen, was wiederum zu Nachlässigkeiten in Bezug auf die IT-Sicherheit führt. In der Folge haben es Täter hier besonders leicht und können in vielen Fällen sogar weitestgehend unbemerkt ihre Angriffe durchführen. Dass ein Datendiebstahl stattgefunden hat, fällt den Betroffenen dabei nicht selten erst sehr viel später auf.

Wer Opfer von Spionageangriffen geworden ist, stellt dies in der Regel anhand von sekundären Indikatoren fest. Während der eigentliche Datenklau nur selten direkt bemerkt wird, ist spätestens beim plötzlichen Auftauchen von Plagiaten der eigenen Produkte klar, dass es ein Problem mit der Informationssicherheit gibt. Auch wenn interne Informationen und Daten plötzlich im Internet auftauchen, sollten bei Unternehmen alle Alarmglocken läuten. Vor allem die Vielzahl an netzwerkfähigen Geräten macht die IT-Sicherheit dabei zu einer komplexen Angelegenheit. So haben es Hacker heute nicht mehr nur auf Firmencomputer oder Server abgesehen, sondern ebenfalls auf Smartphones, Tablets und Notebooks der Mitarbeiter. Weiterhin sind ebenfalls interne Webanwendungen und externe Cloud-Server ein beliebtes Angriffsziel. Hier liegen die Daten häufig kondensiert an einem Ort, sodass der Ertrag für Hacker besonders hoch und zugleich einfach ausfällt.

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Wie können sich Unternehmen vor der Gefahr schützen?

Aufgrund des ohnehin schon großen Risikos, sollten Unternehmen insbesondere bei externen Cloud-Servern ein besonderes Augenmerk auf die Sicherheit liegen. Vor allem die Verschlüsselung der Daten sowie die Datenschutzbestimmungen des Dienstleisters sind hier von Bedeutung. Neben externen Diensten muss selbstverständlich auch das interne Netzwerk entsprechend gut abgesichert sein. Wichtig ist, dass die IT-Sicherheit einem ganzheitlichen Konzept folgt, das nicht nur auf punktuellen Lösungen basiert. Da die IT-Sicherheit heute ein sehr komplexes Thema ist, sollten sich Unternehmen bei Lücken, Problemen oder Fragen Unterstützung von Profis im Bereich Data Science holen. Auch die Schulung der internen Mitarbeiter in Bezug auf Datensicherheit ist inzwischen ein elementarer Faktor, um sich vor Cyberkriminalität und Datendiebstahl zu schützen

Fazit

In der Gesamtbetrachtung wird schnell deutlich, dass die Gefahr für Cyberangriffe in den letzten Jahren dramatisch angestiegen ist. Da Unternehmen immer mehr in das Visier der Angreifer geraten und das Geschäft mit den geklauten Daten immer attraktiver wird, sollten Betriebe ihre IT-Sicherheit genauestens im Auge behalten und bei Bedarf sofort nachrüsten.

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