Multitasking durch Fokus ersetzen

Industrie 4.0 - wie die Einführung gelingt

| Autor / Redakteur: Uwe Techt / Redaktion IoT

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multitasking-projektmanagement-keyvisual (© Kaspars Grinvalds/Fotolia.com)

Industrie 4.0 bedeutet nicht nur, Prioritäten festzulegen, sondern die Entscheidung, was zukünftig nicht mehr getan werden soll. Vorhandene Denkweisen müssen radikal verändert werden.

Einschneidende technische Entwicklungen gab es zu jeder Zeit und auch heute noch gilt: Wer sich neuen Technologien öffnet, setzt damit den ersten Schritt auf der Erfolgsspur. Verbunden allerdings mit einem großen Risiko: Topmanager verlieren den Fokus, weil sie zu viele verschiedene Maßnahmen, Initiativen und Verbesserungsprojekte gleichzeitig starten. Parallel erzeugen etablierte Steuerungs- und Kennzahlensysteme oft zusätzlich Handlungskonflikte und sorgen so für eklatante Verzögerungen. Um den Fokus richtig zu setzen, sollten sich Entscheider an drei zentralen Fragen orientieren:

    • Wie kann der Normalbetrieb des Unternehmens unabhängig von einem Eingreifen lukrativ laufen?
    • Wie baut das Management ein Steuerungssystem auf, das keine Zielkonflikte, sondern eine gemeinsame Zielorientierung erzeugt?
    • Wie funktioniert es, sich auf die Aktivitäten zu konzentrieren, die das Unternehmen heute und morgen deutlich voranbringen?

Nicht nur lokale Optimierungen

Im Rahmen der Industrie 4.0 finden Optimierungen nicht selten nur lokal statt. Diese Verbesserungen in einem Bereich bedingen vielmals Verschlechterungen in anderen Bereichen. Es entsteht ein zusätzlicher Bedarf an Verbesserungsideen und –initiativen, sodass Projekte um Ressourcen und Aufmerksamkeit konkurrieren. Die Entwicklung von Strategien und wichtige Entscheidungen bleiben auf der Strecke. Werden folglich die falschen Zukunftsziele fokussiert oder findet überhaupt keine Fokussierung statt, bleibt ganz schnell auch der wirtschaftliche Erfolg aus.

Messbare Verbesserungen durch Fokus im Management

Nur sehr wenige Faktoren bestimmen jeweils zu einem bestimmten Zeitpunkt die Leistung des Unternehmens und haben zum Teil nachhaltige Auswirkungen. Eine am Engpass verlorene Stunde ist für das ganze System eine verlorene Stunde. Deshalb wird es für die Einführung neuer Technologien und den zukünftigen Erfolg immer wichtiger, sich zu fokussieren. Genau das führt zu kontinuierlichen, spür- und messbaren Verbesserungen. Dadurch fühlen sich Mitarbeiter im Unternehmen wohler und sind motivierter, auch neue Entwicklungen mitzutragen und voranzutreiben. Angestrebte Ergebnisse werden schneller erreicht und durch fokussierte Initiativen auch qualitativ besser.

Industrie 4.0 ist auch nur ein Projekt

Die Anpassungen an die Industrie 4.0 müssen im Unternehmen parallel zu bereits bestehenden Projekten erfolgen und reihen sich so ins Multiprojekt-Geschäft ein. Wichtig: Erst wenn der Wandel selbst als vollwertiges und zukunftsträchtiges Projekt gesehen wird, können Unternehmen den Weg erfolgreich gehen. Damit die notwendigen Anpassungsprozesse nicht ins Stocken geraten, ist eine durchdachte Vorgehensweise erforderlich: Eine einfache, engpassorientierte Steuerung, eindeutige und robuste Prioritäten, Unternehmens- statt Bereichs-Optimierung sowie ein Fokus auf Geschwindigkeit sorgen dafür, dass das Projekt Industrie 4.0 tatsächlich fließt. Unternehmen mit einem hohen negativen Multitasking-Anteil sind deutlich weniger erfolgreich. Umgekehrt gilt: Wird in Unternehmen Projektmanagement tatsächlich gelebt, ist der negative Multitasking-Einfluss deutlich geringer. Um den eigenen Multitasking Score herauszufinden, gibt es eine einfache und schnelle Möglichkeit. Die neun Fragen zum Multitasking und zum Potential stehen in Form eines Onlinetests zur Verfügung.

Die Physik des Erfolgs durch Fokussierung besagt: Die konsequente und zielführende Anwendung des Grundsatzes „Tun, was getan werden muss“ erzeugt eine positive Wirkung. Im Fokus einer Veränderungsinitiative sollte deshalb immer das ganze Unternehmen liegen und niemals nur ein Teilbereich. Das gilt insbesondere für die großen Weichenstellungen der Industrie 4.0 und die damit verbundenen Entwicklungen hin zum Connected Enterprise.

Uwe Techt
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