Studie der DZ Bank Industrie 4.0 sorgt für mehr Produktivität

Autor: Christoph Seyerlein

Analysten der DZ Bank sehen in Industrie-4.0-Projekten das Potential, die Arbeitsproduktivität verschiedener Industriezweige in Deutschland deutlich zu steigern. Das käme einem grundlegenden Wandel gleich.

Damit Industrie 4.0 in Deutschland erfolgreiche werden kann, muss den Analysten der DZ Bank zufolge hierzulande deutlich mehr investiert werden.
Damit Industrie 4.0 in Deutschland erfolgreiche werden kann, muss den Analysten der DZ Bank zufolge hierzulande deutlich mehr investiert werden.
(Foto: Daimler)

Industrie 4.0 wird der deutschen Wirtschaft bis 2025 einen Produktivitätsschub von zwölf Prozent bringen. Das berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) und beruft sich dabei auf eine Studie der DZ Bank. Ein eventuelles Wirtschaftswachstum sei dabei noch gar nicht mit eingerechnet. Falls die Prognose zutrifft, wäre das ein Wandel zur aktuellen Lage. Der Zeitung zufolge ist die Arbeitsproduktivität in Deutschland seit 2007 nicht mehr gestiegen.

Industrie-4.0-Projekte sollen es ermöglichen, die Massenproduktion zu einer automatisierten Herstellung von individuellen Gütern je nach Kundenwunsch umzugestalten. Diese „Automation einer Manufaktur“ hätte für Deutschland den Effekt, trotz der vergleichsweise hohen Arbeitskosten hierzulande die billigere Massenware aus dem Ausland weniger fürchten zu müssen, so die Studienautoren.

Durch diese Abgrenzung könnten die Unternehmen zunächst höhere Preise verlangen und erzielen. Auf lange Sicht dürfte sich dieser Effekt aber wieder einstellen, da auch im Ausland immer mehr Industrie-4.0-Projekte Einzug erhalten werden.

Verschärfung des Fachkräftemangels

Auch auf den Arbeitsmarkt wird die vierte industrielle Revolution den Analysten zufolge starke Auswirkungen haben. Arbeitsplätze, die durch die Digitalisierung überflüssig werden und dementsprechend verloren gehen, würden durch den demographischen Wandel relativ einfach zu verkraften sein. Jedoch „dürfte sich der Fachkräftemangel tendenziell verstärken.“ Deswegen seien Firmen und Bildungsstätten gefordert, die Menschen rechtzeitig und umfangreich für die neuen Anforderungen zu qualifizieren.

Bislang steht in Deutschland nach Ansicht der Studienautoren vor allem die mangelnde Investitionsbereitschaft dem Erfolg von Industrie 4.0 im Weg. Allerdings verlaufe der Prozess einer solchen Umgestaltung fließend. So könnten bis 2025 noch gar nicht alle deutschen Unternehmen in diese Richtung umgeschwenkt haben. Kleinere Mittelständler dürften dabei länger abwarten als große Industrieunternehmen.

Den stärksten Effekt dürfte die Industrie 4.0 der Studie zufolge auf die Wertschöpfung in der chemischen Industrie, dem Maschinenbau und bei Herstellern elektrischer Ausrüstungen haben. Hier sehen die Analysten der DZ Bank ein Steigerungspotential von bis zu 30 Prozent. Dementsprechend sollten diese Branchen besonders daran interessiert sein, die Industrie 4.0 schnellstmöglich einzuführen.

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 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Fachredakteur Next Mobility