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Dieser Beitrag ist im Rahmen des Themenspecials "Industrie 4.0" erschienen.

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Technologie Industrie 4.0 in Deutschland und das Potenzial von Low-Code

Autor / Redakteur: Markus Henschel* / Sebastian Human

Der Begriff Industrie 4.0 sorgt für viel Gesprächsstoff in der deutschen Industrie. Blickt man genauer hin, offenbaren sich teils noch immer unterschiedliche Interpretationen und Berührungsängste. Dabei müsste beides nicht sein.

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Beim Begriff Industrie 4.0 herrscht noch immer ein gewisses Durcheinander, das Potenzial der entsprechenden Technologien ist allerdings unstrittig.
Beim Begriff Industrie 4.0 herrscht noch immer ein gewisses Durcheinander, das Potenzial der entsprechenden Technologien ist allerdings unstrittig.
(Bild: Jade Eli Technologies)

Bereits 2015 prägte Klaus Schwab, Vorstandsvorsitzender des Weltwirtschaftsforums, den Begriff „Vierte industrielle Revolution“. Ein Jahr später war dies ebenfalls Thema der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums. Außerdem veröffentlichte Schwab dazu auch sein gleichnamiges Buch. Die neue Ära wird begleitet von immer beliebter werdenden Technologien, wie beispielsweise Künstliche Intelligenz (KI), Internet der Dinge (IoT) oder aber auch drahtloser Technologien der 5. Generation, kurz auch 5G genannt.

Dieser Begriff zusammen mit dem 2011 veröffentlichten Aktionsplan der deutschen Hightech-Strategie 2020 hat dazu geführt, dass eine Reihe von Sektoren in Deutschland, einschließlich des produzierenden Gewerbes, Millionen von Euro in Innovationsinitiativen investiert haben.
Der Plan der deutschen Bundesregierung erstreckt sich über einen Zeitraum von 10 bis 15 Jahren. Dieser zielt darauf ab, den Wettbewerbsvorteil des Landes zu erhöhen, um in Technologie, Wissenschaft und Innovation in verschiedenen Sektoren führend zu sein. Darüber hinaus soll er auch die Integration von Cyber Physical Systems (CPS) und dem Internet der Dinge und Services (IoTS) unterstützen. Das Ziel hierbei: Die Produktivität, Effizienz und Flexibilität der Produktionsprozesse und damit das Wirtschaftswachstum zu steigern.

Der Begriff „Industrie 4.0“ in Deutschland

Diese Initiative wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Bundesministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie (BMWi) verabschiedet und ist auch besser bekannt als Industrie 4.0. Laut der Europäischen Kommission wird diese Initiative sowohl öffentlich als auch privat finanziert. Ihre Umsetzung wird dabei vor allem durch Dialoge mit Partnerschaften erreicht.

Hersteller, Produzenten, kleine und mittlere Unternehmen und politische Entscheidungsträger sollen von ihr besonders angesprochen werden. Die Idee: Digitale Innovation und IKT-Märkte (IT, Telekommunikation & Unterhaltungselektronik) zu stimulieren, was wiederum zu einer Transformation der Geschäftsmodelle und der Bereitstellung von Produkten und Dienstleistungen führen soll. Darüber hinaus soll dadurch auch die Förderung der Fertigung durch Digitalisierung und die Vernetzung von Produkten, Wertschöpfungsketten und Geschäftsmodellen vorangetrieben werden.

Widersprüche und Missverständnisse in Bezug auf Industrie 4.0

Es gab jedoch zwei bedeutende Herausforderungen. Erstens sprechen viele C-Levels über Industrie 4.0, aber eine Untersuchung sowohl der Europäischen Kommission als auch einer unabhängigen Studie von Fujitsu Der aktuelle Stand von Industrie 4.0 in Deutschland - die vielleicht schmerzliche Wahrheit offenbart Widersprüche im Verständnis vieler Wirtschaftsführer. Dr. Bernd Koschon von Fujitsu zeigt in dieser Studie auf, dass die Industrie in Bezug auf die Entwicklung und Umsetzung von Industrie 4.0 hinterherhinkt und zum Teil sogar ein Missverständnis herrscht, wenn es um das Verständnis des Begriffs geht.

Unter anderem trifft er dabei folgende Kernaussagen:

  • 1. Die Studie deutet darauf hin, dass die Implementierung von Industrie 4.0 aktuell auf weniger als die Hälfte der deutschen Wirtschaft angewandt wird. Die konkreten Anwendungen dieser Entwicklungen wurden vor allem in folgenden Sektoren durchgeführt: Maschinenbau, Elektronik und Fahrzeugbau.
  • 2. Im Jahr 2016 verließ sich die deutsche Industrie stärker auf die Förderung der Industrie 3.0 (digitale Transformation) als auf die Durchführung der Innovation 4.0. Der Schwerpunkt wurde weiter auf das alte Geschäftsmodell und die bisherige Wertschöpfungskette gelegt, die jedoch rein auf Produktionssteigerung und Kostensenkung beruht, anstatt einen Paradigmenwechsel vorzunehmen, der neue Geschäftsmodelle und Dienstleistungen auf der Grundlage komplexer Zusammenhänge einschließt.
  • 3. Abschließend stellte Dr. Koschon in der Studie fest, dass sich die Umsetzung dieser Prozesse häufig noch in der Planungsphase befindet oder bisher nur auf sogenannten Pilotprojekten beruht.

Die zweite bedeutende Herausforderung, vor der C-Levels stehen, besteht darin, dass sie, wenn sie Geld in Innovation investieren, nicht den erhofften Mehrwert und Wettbewerbsvorteil erhalten, der von einigen der Beratungsfirmen versprochen wird.

Was steckt hinter dem Problem der deutschen Industrie?

Zum einen scheint Unklarheit darüber zu herrschen, worin der Unterschied zwischen Industrie 3.0 und 4.0 besteht. Viele Unternehmen verwenden ihre Innovationsfördermittel für traditionelle Prozesse rund um die digitale Transformation. Sie entfernen Tabellenkalkulationen aus ihren Systemen und erstellen stattdessen Web- und Mobilanwendungen. Dabei erstellen sie aber einfach nur exakte Nachbildungen dieser manuellen Prozesse nur jetzt in digitaler Form. Sie machen sich zu wenig Gedanken über die Neugestaltung der Prozesse und darüber, wie man Synergien, die zu Effizienzgewinnen führen, nutzen kann. Die Übertragung ihrer papierbasierten Prozesse in ein digitales Format, ohne die Prozesse zu analysieren und zu verbessern oder ohne den Arbeitsablauf oder das Geschäftsmodell neu zu überdenken, ist keine Innovation. Deshalb wird es ihnen auch nicht gelingen, finanzielle Vorteile oder sogar Wettbewerbsvorteile mit ihren Investitionen zu erzielen.

Des Weiteren denken zu viele Unternehmen immer noch aus Sicht veralteter Managementmodelle, wie zum Beispiel kostenbasierter Entscheidungsfindung, anstatt sich auf dynamische Fähigkeiten und unternehmerische Weitsicht zu fokussieren. Dadurch versäumen sie es, Prozesse zur Werterfassung und funktionsübergreifenden strategischen Ausrichtung zu entwickeln, die sich wiederum in finanziellen Gewinnen niederschlagen könnten. Gemäß des PwC Innovation Benchmark 2017 haben 54 Prozent der Innovations-Unternehmen Schwierigkeiten, die Lücke zwischen ihrer Innovationsstrategie und der gesamten Unternehmensstrategie zu schließen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass Innovation, IT und Wirtschaft nach wie vor fragmentiert sind, was dazu führt, dass es nicht gelingt, Werte innerhalb des Unternehmens zu transferieren, was die Werteerosion für die ausgegebenen Euros verstärkt. Initiativen, die diese Kernbereiche in Innovationsgemeinschaften zusammenzuführen, sind für die Erfassung von Werten und die Ausrichtung von Strategien jedoch unerlässlich.

Schließlich gehen viele IT-Abteilungen auf Nummer sicher und bleiben bei Technologien, die sie kennen und mit denen sie vertraut sind und das, obwohl neue Technologien ihnen helfen könnten, viele Hindernisse zu überwinden. Dabei verdeutlicht der The Most Innovative Companies 2020 Survey der Boston Consulting Group sogar, dass neue Technologien und Innovationstreiber einen Einfluss auf die Verkaufsabschlüsse der Unternehmen haben können. So geben 60 Prozent der befragten Unternehmen an, dass sie einen Anstieg ihrer Verkaufsabschlüssen beobachten können, durch Produkte und Dienstleistungen, die sie in den letzten drei Jahre eingeführt haben. Doch was verhilft Unternehmen zu erfolgreichen Innovationen?

Die fünf Säulen für erfolgreiche Innovation

Die Boston Consulting Group zeigt in ihrer Umfrage auch deutlich die fünf Säulen für erfolgreiche Innovation auf. Diese sind: Unternehmensstrategie, angemessene Struktur, Talent geht vor, Portfolio Mindset und Experten-Team.

Die fünf Säulen für erfolgreiche Innovation laut der Boston Consulting Group.
Die fünf Säulen für erfolgreiche Innovation laut der Boston Consulting Group.
(Bild: Jade Eli Technologies)

Wichtig sind eine klar definierte Unternehmensstrategie und ein deutliches Verständnis aller Mitarbeiter, was Innovation genau bedeutet. Neben klar verankerten Zielen sollten Unternehmen daher auch darauf achten, dass alle Mitarbeiter, die an der Innovationsstrategie beteiligt sind, auf dem gleichen Stand sind. Zusätzlich muss eine klare und angemessen Struktur gegeben sein, die Metriken beinhaltet, an der sich alle Strategiepartner orientieren können. Darüber hinaus ist auch der Talent-Faktor wichtig. Vielleicht haben Unternehmen bereits einen Innovations-Experten innerhalb ihres Teams und wissen es gar nicht, oder sie setzen auf einen Partner, der ihnen beratend zur Seite steht und die Strategieplanung übernimmt. Auch über ein festes Innovationsportfolio müssen sich Unternehmen im Klaren sein. Neue Technologien zum Einsatz bringen, um Innovation voranzutreiben, kann nur dann gelingen, wenn das Ziel und die einzelnen Entwicklungsschritte klar definiert und zeitlich festgehalten sind. Auch der Aufbau einen eigenen Experten-Teams ist wichtig, um langfristig als Marktführer und Innovations-Unternehmen bestehen zu können.

Wie kann Low-Code bei Industrie 4.0 unterstützen?

Zunächst einmal lässt sich festhalten, dass mit Low-Code eine Anwendung generiert werden kann, die eine schnelle und individuelle Entwicklung garantiert und das ohne eine große Menge an Code. Das macht diese Art der Entwicklung skalierbarer für Unternehmen als viele andere Lösungen. Trotzdem erfordert auch die Anwendung dieses vereinfachten Codes ein gewissen Mindset, wenn es um das eigene Innovationsportfolio geht.

Der Einsatz ergibt für Unternehmen nur dann Sinn, wenn sie nicht nur eine kleine Anwendung damit programmieren wollen, sondern sich dahinter eine vollständige IT-Roadmap verbirgt, wo die Plattform bei verschiedenen Entwicklungen unterstützen soll. Vor allem für Unternehmen, die wirklich daran interessiert sind, Marktführer im Bereich Innovation zu werden, lohnt sich eine Investition in Low-Code.

Dafür müssen Unternehmen aber bereit sein, unabhängig von Kosten, in diese Technologie zu investieren. Denn dann kann Low-Code definitiv viele Vorteile bieten. Unter anderem unterstützt die Anwendung eine Markteinführung zu geringeren Kosten und hat dadurch positive Auswirkungen auf das Innovationsportfolio großer Unternehmen. Immerhin garantiert eine Entwicklung auf dieser Basis eine 2-3-mal so schnelle Umsetzung wie mit nativer Entwicklung. Schon allein deshalb kann Low-Code, richtig eingesetzt, die deutsche Industrie bei ihrer Innovationsstrategie im Rahmen von Industrie 4.0 unterstützen.

* Markus Henschel ist Mitgründer und Geschäftsführer von Jade Eli Technologies.

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