Digitalisierung

Industrie 4.0 findet nicht nur auf dem Shopfloor statt

| Autor: Reinhold Schäfer

Die Digitalisierung spielt bei den meisten Unternehmen für zukünftige Geschäftsfelder eine große Rolle.
Die Digitalisierung spielt bei den meisten Unternehmen für zukünftige Geschäftsfelder eine große Rolle. (Bild: ©3dkombinat - stock.adobe.com)

In vielen Unternehmen gibt es auch schon Task-Force-Abteilungen, die die digitale Transformation vorantreiben sollen. Doch man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Digitalisierung beziehungsweise das Thema Industrie 4.0 in Deutschland nicht so recht weiterkommt. Verschiedene Untersuchungen bestätigen dies nun.

Seit der Hannover Messe 2011 umschwirrt uns der Begriff Industrie 4.0. Viele Fachzeitschriften, wie auch wir, haben seitdem versucht, zu erklären, was darunter zu verstehen ist und wie wichtig das Thema im Zusammenhang mit Industry of Things (IoT) für uns alle ist.

Im Endeffekt geht es darum, dass unsere Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben in einer zunehmend digitaler werdenden Welt. Es werden traditionelle Geschäftsfelder wegbrechen und neue hinzukommen. Um diese jedoch verwenden zu können, bedarf es natürlich auch der technischen Voraussetzungen wie schnelles Internet, Nutzung von Cloud-Lösungen und Einsatz schneller Rechner sowie leistungsfähiger Steuerungen, um zu einer durchgehend digitalen Fabrik zu kommen.

Hört sich jetzt alles nicht so kompliziert an, ist es aber doch, weil es oft an der Ausführung hapert: Man denke nur an den fehlenden Ausbau des schnellen Internets, vor allem in ländlichen Gegenden, und an die vielen Hackerangriffe, die einen sorgsamen Umgang mit Daten erfordern. Deshalb müssen in den Unternehmen entsprechende Sicherheitsmaßnahmen (Security) getroffen werden, um die Angriffe von außen abzuwehren.

Studie bestätigt langsames Vorankommen bei der digitalen Transformation

Laut der Studie „Digitale Agenda 2020”, die der IT-Dienstleister DXC Technology im Juli 2017 in Deutschland unter 300 Führungskräften über ein Marktforschungsinstitut durchführen ließ, glauben zwei Drittel von ihnen, dass die Beschleunigung von Innovationen einer der wichtigsten Vorteile ist, den die Digitalisierung ihres Unternehmens innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre leisten kann. Aktuell bewerten jedoch 60 % der deutschen Manager die Innovationsreife ihres Unternehmens bei digitalen Projekten nur als mittelmäßig oder sogar schwächer.

IoT-Innovationen: Deutschen Unternehmen fehlen die Ideen

Digitale Transformation

IoT-Innovationen: Deutschen Unternehmen fehlen die Ideen

18.10.17 - Ist Deutschlands Wirtschaft bei digitalen Ideen nur Mittelmaß? Leider! Das legt eine neue Umfrage von DXC Technology nahe. Auch bei der Nutzung industrieller Internetplattformen für den Vertrieb kommen die deutschen Unternehmen laut dem „Deutschen Industrie 4.0 Index 2017“ nicht so recht in die "Pötte". lesen

„Der digitale Wandel bietet zahlreiche Chancen, neue Ideen zu entwickeln – sei es für Produkte und Dienstleistungen oder ganz neue Geschäftsmodelle“, sagt Dr. Martin Eldracher, Head of Consulting in Nord- und Zentraleuropa von DXC Technology. „Doch wie unsere jüngsten Ergebnisse der Digital-Agenda-Studie zeigen, schätzen wenige Manager die Innovationskraft ihres Unternehmens als exzellent ein: Nur knapp 10 % geben an, dass sie in der Zusammenarbeit mit kreativen Köpfen einen Top-Reifegrad für Innovation erreicht haben. Dies gilt sowohl innerhalb der Unternehmensorganisation als auch für externe Partner.“

Digitale Visionen gefragt

Zu den wichtigsten Stolpersteinen bei der Umsetzung digitaler Projekte zählen die Manager, dass es den Chefetagen an Visionen fehle, neue digitale Geschäftsmodelle zu entwickeln – davon ist knapp jede zweite Fach- und Führungskraft überzeugt (48 %). Für den Fall, dass digitale Projekte tatsächlich initiiert wurden, ist das Risiko in der Praxis groß, dass traditionelle Unternehmensbereichsleiter dagegen ihr Veto einlegen. Der Grund: Häufig sind diese Mitarbeiter sehr reserviert, wenn es darum geht, einen etablierten Prozess für die Zukunft zu verändern, der derzeit noch reibungslos läuft. Ein Effekt, von dem fast 60 % der Unternehmen zu berichten wissen.

„Um diesen negativen Einfluss von Tradition zu entschärfen, sollten neue organisatorische Strukturen geschaffen werden, in denen sich digitale Projekte separat entwickeln und ausarbeiten lassen“, so Eldracher. „In diesem Szenario gilt es für die Unternehmen, eine wichtige Leitlinie nicht aus den Augen zu verlieren: groß denken, klein anfangen, früh testen und Erfolge schnell skalieren.“ Damit werde sichergestellt, dass der Innovationsweg nicht in eine Sackgasse führt.

Ergänzendes zum Thema
 
Studien belegen Bedenken bei der Digitalisierung
Studien belegen, dass es bei der digitalen Transformation der Unternehmen noch viele Hürden gibt, die es zu überwinden gilt. Nachfolgend finden Sie weitere Informationen zu den Studien, auf die sich der Beitrag „Digitale Bremse“ unter anderem bezieht.

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