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Industrie 4.0 auf amerikanische Art

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Plattform Industrie 4.0 und Industrial Internet Consortium keine Konkurrenz

Tatsächlich fand im vergangenen Jahr ein Treffen auf hoher Ebene statt: Matthias Machnig, Staatssekretär im deutschen Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, traf sich mit Soley – und zwar auf neutralem Boden, in der Schweiz. Im Ergebnis kündigten die Plattform Industrie 4.0 und das IIC an, bei der praktischen Umsetzung von Industrie 4.0 künftig an einem Strang zu ziehen, wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilt.

„Einen Meilenstein“, nannte Machnig, was künftig für Ruhe im Konkurrenzgerangel um die internationale Führungsrolle bei Standardisierungsfragen auf dem Weg Richtung Industrie 4.0 sorgen könnte. „Die vereinte Kraft von IIC und der Plattform Industrie 4.0 wird maßgeblich den Weg in eine digitalisierte Wirtschaft ebnen, der für beide Seiten von Vorteil ist“, flankiert Machnig die Einigung. Und er betont dabei ausdrücklich: „Uns war immer klar, es gibt keine deutsche Lösung.“ In den ersten Gesprächen sei es bereits um das Zusammenspiel der beiden Architekturmodelle Rami (Referenzarchitekturmodell für Industrie 4.0) und IIRA (Industrial Internet Reference Architecture) gegangen, um eine künftige Interoperabilität der Systeme sicherzustellen. Zudem wollen die beiden Initiativen bei der Standardisierung kooperieren und gemeinsame Testumgebungen nutzen.

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Bislang hatten sie bei der praktischen Umsetzung von Industrie 4.0 oder auch Internet of Things in verschiedene Richtungen gezogen, so laut Elektrotechnik der Vorwurf etlicher Marktteilnehmer und auch politischen Beobachter. Unterschiedliche Perspektiven, die Fronten schienen verhärtet. Von „Deutschtümelei“ einerseits und „vertikaler Konzentration“ andererseits war außerdem die Rede. Eine einheitliche Ausrichtung schien nicht erkennbar, weshalb der Industrie zunehmend die Orientierung für zukunftsfähige Entwicklungen fehlte.

Internationale Standardisierung für Industrie 4.0 läuft an

Die Runde suchte dann in der Schweiz nach einer gemeinsamen Ebene für eine Lösung, erörterte auch das Zusammenspiel von Rami und IIRA. „In der allgemeinen Diskussion gab es viele Missverständnisse“, sagt Prof. Siegfried Russwurm, Mitglied der Leitung der Plattform Industrie 4.0, CTO und Mitglied des Vorstandes der Siemens AG. „Als wir jedoch unter uns in Zürich auf der Sachebene waren, konnten wir eine handwerkliche Diskussion führen.“

Ähnlich sieht das Soley: „Das Unterfangen zeigt, dass technisch versierte Menschen jede Lücke schließen können und einen Weg finden, um Probleme zu lösen, die andernfalls vielleicht Hürden für den Eintritt in die Anwendung von IoT-Technologie für industrielle Anwendungen geschaffen hätten.“ Für den VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann unterscheidet sich das Vorgehen „nicht sonderlich von anderen internationalen Standardisierungsprozessen“.

Inzwischen gehen nach Auskunft von Russwurm die Diskussionen weiter. „Kooperation ist das klare Ziel. Es gibt keinen Glaubenskrieg zwischen der Plattform Industrie 4.0 und dem IIC – und auch keine Auseinandersetzung um Wirtschaftsstandorte. Es gibt Unterschiede, auch deshalb, weil wir mit der deutschen Initiative ,Industrie 4.0' auf die Digitalisierung der produzierenden Industrie fokussieren und das IIC sehr viel stärker beispielsweise auf Mobilität, Energie oder Logistikthemen abzielt“, erläutert er. Es gebe Schnittmengen zwischen den Initiativen, aber auch Unterscheidungen. „Schon innerhalb von Industrie 4.0 wird es nicht eine Referenzarchitektur geben – deshalb definiert ,Rami 4.0' einen Rahmen für geeignete Architekturen. Ob die Architekturansätze von IIC in diesen Rahmen passen, untersuchen wir gerade“, berichtet der Siemens-Vorstand. Wegen der unterschiedlichen thematischen Ausrichtung solle man nicht erwarten, dass es einen gemeinsamen Standard für die Produktion, die Medizin, die Energie oder Logistikwelt geben werde.

Dieser Artikel erschien zuerst auf unserem Schwesterportal Maschinenmarkt

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