Suchen

Know-how ist Mangelware

Industrial Analytics fristet noch ein Nischendasein

| Autor/ Redakteur: Martin Hensel / Nico Litzel

Eine aktuelle Studie der Marktforscher von IoT-Analytics im Auftrag der Digital Analytics Association zeigt, dass Industrieunternehmen bei der Umsetzung von Datenanalysen noch einige Hürden zu nehmen haben.

Firma zum Thema

Industrial Analytics ist auf dem Vormarsch - aber deutlich langsamer als ursprünglich gedacht.
Industrial Analytics ist auf dem Vormarsch - aber deutlich langsamer als ursprünglich gedacht.
( Bild: Pixabay / CC0 )

Damit hat laut der Studie ein Rennen gegen die Uhr begonnen: Industrial Analytics, also die Auswertung von in der Industrie anfallenden Daten, fristet in der öffentlichen Wahrnehmung noch ein Nischendasein. Gerade für Unternehmen im Maschinenbau oder der Elektro-, Produktions- und Verfahrenstechnik ist die Nutzung der gewonnenen Daten aber für Industrie-4.0-Strategien absolut notwendig.

Existenzielle Rolle prognostiziert

Industrial Analytics entwickelt sich vom Business-Unterstützung zum unternehmenskritischen Werkzeug: Fast 70 Prozent der befragten Unternehmen gehen davon aus, dass die Fähigkeit zur systematischen Datenanalyse in den kommenden fünf Jahren eine existenzielle Rolle in den Firmen einnehmen wird. 15 Prozent sehen diese Situation schon heute erreicht. In jedem dritten Unternehmen treibt der CEO das Thema Datenkompetenz voran.

Die Hälfte der Firmen bevorzugt einen externen Ansatz außerhalb des Kernunternehmens und kooperiert dabei auch mit Dienstleistern. Eine organisatorische Verankerung des Themas in der Unternehmensstruktur ist nur bei weniger als Hälfte der Befragten gegeben. Im Fokus stehen vor allem Predictive Maintenance sowie ein besser Vertrieb durch die Analyse von Kunden- und Nutzungsverhalten.

Fehlendes Fachwissen

Eine der größten Hürden ist der signifikante Mangel an ausgebildeten Fachleuten. Nur bei 22 Prozent der Studienteilnehmer sind die notwendigen Skills vorhanden. „Das Anwerben und vor allem die unternehmensspezifische Ausbildung von Datenspezialisten wird in den kommenden Jahren für Industrieunternehmen zum wettbewerbsrelevanten Engpass“, warnt Frank Pörschmann, Vorstandsmitglied des Digital-Verbandes.

Eine weitere wichtige Hürde ist die Bildung technologischer Standards. Fast alle befragten Unternehmen sehen in der Interoperabilität der Systemkomponenten innerhalb der Data-Analytics-Architektur eine Herausforderung. Open-Source-Lösungen scheinen sich derzeit im Analytics-Umfeld als Standard zu etablieren: 47 Prozent nutzen solche Tool mit den entsprechenden Bibliotheks-Ökosystemen, weitere 17 Prozent setzen zumindest teilweise auf quelloffene Systeme.

„Unsere Welt ist immer mehr datengetrieben“, resümiert Pörschmann. „Daten und Wissen sind ein Instrument für bessere und schnellere Entscheidungen in einer hochvernetzen Welt. Doch schlechte Entscheidungen sind immer noch das Teuerste im Unternehmen. Und sie werden zudem noch geduldet. Die Studie zeigt, dass die Unternehmen den strategischen Wert besserer Entscheidungen erkannt haben. Sie sind bereit für den eigenen Transparenz- und Lernprozess“, erklärt er.

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf unserem Partnerportal BigData-Insider erschienen.

Artikelfiles und Artikellinks

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44454725)