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Operational Excellence oder Industrie 4.0 In der Automatisierung ist Digitalisierung eine Pflicht

Autor / Redakteur: Reinhold Schäfer / Dipl.-Ing. (FH) Reinhold Schäfer

Wie auch immer es benannt wird – Operational Excellence oder Industrie 4.0: Es geht doch immer darum, so kostengünstig wie möglich zu fertigen. Deshalb muss in jedem Betrieb alles nur Mögliche unternommen werden, dies zu erreichen. Viele Automatisierungsunternehmen sind hier schon recht weit und haben Lösungsansätze.

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Nicht nur in der Produktion, wie hier bei der Herstellung von Kabeln, versucht man, durch Operational Excellence die Kosten zu senken.
Nicht nur in der Produktion, wie hier bei der Herstellung von Kabeln, versucht man, durch Operational Excellence die Kosten zu senken.
(Bild: Guenter E. Bergmann)

Operational Excellence macht als neues Schlagwort die Runde. Kaum haben sich die Anwender in der Industrie mit dem Begriff Industrie 4.0 auseinandergesetzt, sollen sie sich mit dem nächsten Thema befassen. Doch ganz so ist es nicht, denn während Industrie 4.0 ein doch sehr allgemeiner Begriff ist, der dazu recht erklärungsbedürftig ist, weiß man bei Operational Excellence (Opex) schon eher, um was es geht: so exzellent wie möglich zu fertigen.

Dazu gehört zum einen, in hoher Qualität zu fertigen, und zum anderen, so günstig wie möglich zu produzieren, um am Markt bestehen zu können. Und in diesem Punkt ist auch die Ähnlichkeit zu Industrie 4.0 zu finden.

Wie unsere Befragung bei einigen Automatisierungsunternehmen ergab, hat man sich dort sehr wohl mit dem Thema Opex befasst: „Für mich ist Operational Excellence ein wertfreier Klammerbegriff für ‚Verschwendung vermeiden’“, erklärt Dipl.-Ing. Georg Stawowy, CTO und Technikvorstand der Lapp Holding AG in Stuttgart.

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Opex heißt, Verschwendung zu vermeiden

Der Vorstand des Kabelproduzenten erinnert sich: „Während meines Studiums, 1989, kam die Lean-Production-Diskussion auf und selbst davor gab es doch in allen Unternehmen – auch bei Lapp – Kaizen, das heißt, was jetzt als Operational Excellence diskutiert wird, ist im Grunde nichts Neues.“ Die Begrifflichkeit sei eher entstanden, weil man bemerkt habe, dass man in der Produktion schon viel gemacht habe, und man dann auf die Idee kam, dass man das auch im administrativen Bereich tun sollte.

„Wobei für mich sehr erfrischend war, als ich im Jahr 2013 zu Lapp kam, dass Lapp in puncto Operational Excellence schon eine sehr hohe Durchdringung hatte und insbesondere im administrativen Bereich schon sehr weit war. Unser Operational-Excellence-Modell heißt LOS, für Lapp Operation System. LOS war von Anfang an nicht auf die Produktion beschränkt, sondern es wurde in der ganzen Organisation ausgerollt, also auch in der Logistik, in der Buchhaltung und so weiter.“

Und das sei auch heute immer noch ein Selbstverständnis. „Deswegen haben wir im ganzen Unternehmen LOS-Coaches ausgebildet und ein Netzwerk geschaffen, damit Operational Excel­lence nicht etwas ist, was punktuell von oben herab verordnet wird, sondern aus der Organisation heraus wächst.“

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