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Expertenbeitrag

Diplom-Ingenieur Aurelius Wosylus

Diplom-Ingenieur Aurelius Wosylus

Chief Sales Officer & Country Dir, Sigfox Germany GmbH

Smarte IBC-Container

Immer im Fluss: Nachfüllung und Austausch automatisieren

| Autor/ Redakteur: Aurelius Wosylus / Marlene Mahlo

Eine Nachfüllung oder den Austausch smarter IBC-Container automatisch über das Sigfox-0G Netz bestellen - diese Lösung nutzt die Firma Donauchem s.r.o., welche von den beiden Unternehmen Versino CZ und Nanolike in einem Projekt entwickelt wurde.

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Anstelle vor Ort den Füllstand inspizieren zu müssen, können Mitarbeiter an jedem Ort der Welt die Füllstandsangaben per App erhalten.
Anstelle vor Ort den Füllstand inspizieren zu müssen, können Mitarbeiter an jedem Ort der Welt die Füllstandsangaben per App erhalten.
(Bild: Versino)

Der tschechische Chemikalienhändler Donauchem s.r.o., ist auf die Distribution von chemischen Rohstoffen und Produkten in den Bereichen Commodities, Spezialitäten, Mixing & Blending spezialisiert. Seine Kunden kommen vor allem aus den Branchen Lebensmittel, Pharma, Farben und Lacke. Zum Produktportfolio gehören sowohl eine umfangreiche Auswahl an standardisierten Produkten und Qualitäten als auch Spezialitäten und Mischungen, die das Unternehmen nach eigenen Rezepturen anbietet.

Als vermittelndem Händler zwischen der produzierenden chemischen Industrie und ihren Abnehmern arbeitet das Unternehmen konstant an der Verbesserung der Lieferbereitschaft und Kundenversorgung. Der möglichst genauen Disposition der Chemikalien ist dabei eine entscheidende Rolle beizumessen, um höchste Lieferbereitschaftsgrade bei geringsten Beständen zu realisieren.

Vendor Managed Inventory auch für IBCs

Hierzu nutzt das Unternehmen auch Vendor Managed Inventory Strategien, die es dem Händler ermöglichen, den Bestand beim Kunden selbst zu organisieren und auf diese Weise viele administrative Aufgaben beim Kunden zu verschlanken. Zu den Vorteilen zählen die schnelle Reaktion auf Bedarfsschwankungen, ein hoher Servicegrad, die Vermeidung von Out-of-Stock-Situationen und die Freiheit beim Disponieren der Lieferungen, sodass sich auch die Transporte optimieren lassen. Kunden wiederum profitieren von kostengünstigeren Losgrößen und geringen Lagerbeständen vor Ort. Letztlich lässt sich damit auch die Nachfrage genauer vorhersagen. Vendor Managed Inventory Strategien bieten also zahlreiche Vorteile.

Eines konnte man hierfür bislang jedoch nicht: Informationen über Füllstand, Temperatur sowie Standort des IBC-Containers beim Kunden in Echtzeit erhalten. Ad-hoc-Bestellung erfolgen bei diesen in der Regel 1000 Liter fassenden IBCs, die häufig auch weit verteilte Einsatzorte haben, oft nur bei Sichtkontrolle. Dieses Kundenverhalten machte es für das Unternehmen schwer zu planen und so für optimierte Bestandsverfügbarkeiten und -verteilungen zu sorgen. Deshalb sah Donauchem s.r.o. enormes Potenzial in der Digitalisierung der IBCs zur Verbesserung der Versorgungsqualität.

SAP Business One integriert

Die Digitalisierung umgesetzt hat Donauchem s.r.o. mit der innovativen Fernüberwachungslösung für IBCs von Nanolike, einem auf IIoT-spezialisiertes französisches Unternehmen. Eine Integration in SAP Business One war jedoch ebenfalls gefordert. Diese Integration wurde von dem Unternehmen Versino umgesetzt, einem Anbieter des Informationssystems SAP Business One in Tschechien und der Slowakei, sodass Donauchem s.r.o. heute eine stabile und solide Plattform für die digitale Geschäftsentwicklung nutzen kann. Sie überwacht den Standort von IBC-Containern sowie deren Füllstand und Temperatur in Echtzeit. Diese Informationen werden über das 0G-Netzwerk von Sigfox an eine spezielle Anwendung übertragen, die die Messdaten auswertet. So können IBC-Container, die in Kürze nachgefüllt oder ausgetauscht werden sollten, leicht identifiziert und das Transportmanagement optimiert werden.

Ausgewählte Daten über den Status von IBC-Containern werden so automatisch an das Unternehmensinformationssystem SAP Business One übermittelt, wo Kundenaufträge zur Auffüllung oder zum Austausch von IBC-Containern automatisch erfolgen. Mit dem Informationssystem SAP Business One ist es ebenfalls möglich, die Historie einzelner IBC-Container mit Blick auf deren Standort-, Temperatur- und Füllstandsverlauf zu überwachen.

Überwachung weit verteilter IBC-Standorte

So hat das Unternehmen Donauchem s.r.o. eine innovative Lösung erhalten, die das Auftrags- und Liefermanagement effizienter macht, insbesondere für Kunden, die eine ständige 24/7/365-Verfügbarkeit der gelieferten Produkte wünschen oder ihre IBC-Container an entfernten Orten positionieren, an denen Mitarbeiter nicht ständig anwesend sind.

Die integrierte Lösung wird Donauchem s.r.o. nun eine erhebliche Zeit- und Kosteneffizienz in das Auftrags- und Lieferprozessmanagement bringen. Kunden werden im Rahmen des digitalisierten Vendor Managed Inventory Angebots nun noch besser bedient, da das Angebot nun auch auf kleine, oft weit verteilte Behälter wie IBCs ausgedehnt werden kann und Bestellungen bei Bedarf automatisch angestoßen werden können.

Um eine solche Lösung umsetzen zu können, mussten die Kosten für Datenerfassung und Übertragung von einer komplexen und teuren Sensorik hin zu einer Lösung entwickelt werden, die sich für den Masseneinsatz eignet. Gefunden wurde die Sigfox 0G-Netz basierte Sensorik für IBCs, die Füllstand, Temperatur und Standort des IBC-Containers erfassen und übermitteln kann und die gleichzeitig grenzüberschreitend einsetzbar ist. Im nächsten Schritt sollen nun alle IBCs, die über das Vendor Managed Inventory Programm von Donauchem s.r.o. gesteuert werden, mit dieser neuen Sensorik ausgerüstet werden.

Out-of-the-Box-Lösung für SAP

Der Hersteller Nanolike bietet diese Sensorik in Zusammenarbeit mit Versino auch für alle anderen SAP Business One Anwender als Out-of-the-Box-Lösung an. Außer der erforderlichen SAP-Implementierung sowie der Business Prozess-Implementierung von Vendor Managed Inventory Strategien müssen Unternehmen keine weiteren Entwicklungsaufwendungen mehr tätigen. Die Daten lassen sich einfach über passende Rest-API Schnittstellen in SAP implementieren. Wer die Sensoren zudem auf anderem Weg in seine ERP Welt einbinden will, kann dies selbstverständlich auch ohne SAP Integrationsservice erhalten.

Wie können Unternehmen aber heute solche Lösungen technisch derart umsetzen, dass sich selbst die Füllstandmessung von IBCs beim Kunden rechnet? Klassische M2M-Lösungen kosteten bislang hunderte Euro und mussten über Festnetz oder energiehungrige Mobilfunknetze angebunden werden. Addiert man zudem noch den Aufwand und die damit verbundenen Kosten für die Wartung solcher M2M-Sensoren hinzu – für vor allem für das Aufladen oder den Austausch der Batterien alle paar Wochen oder Monate – dann wird ganz schnell klar, dass sich solche Lösungen niemals amortisieren werden.

Anbinden, was bislang nicht angebunden werden konnte

Mit dem Sigfox-0G Netz, das speziell für die Dinge entwickelt wurde, die man bisher nicht anbinden konnte, weil es zu teuer oder zu energiehungrig war, haben sich die technologischen Grundlagen für die Digitalisierung einfachster Dinge fundamental verändert. Zum einen sind Datentarife verfügbar, bei denen man für 1 Euro pro Jahr rund 52.000 Nachrichten in die Cloud schreiben kann, was 1.000 Nachrichten pro Woche beziehungsweise 142 Nachrichten pro Tag oder 6 pro Stunde, also alle 10 Minuten eine Nachricht entspricht. Zum anderen ist die Datenübertragung dadurch energiesparend. Deshalb kann man auch Geräte mit Sigfox-Konnektivität entwickeln, die eine Batteriestandzeit von mehreren Jahren haben. Dies ist möglich, weil die Nachrichten auf 12 Byte begrenzt sind und weil – anders als bei Mobilfunknetzen – kein Handshake erforderlich ist. Im Grunde ist das also keine Zauberei und schon länger im lizenzfreien 868 MHz Funkband möglich. Nur hatte es vor Sigfox niemand in die Tat umgesetzt, ein für alle nutzbares Netz für diese Funktechnologie weltweit auszurollen.

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