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ABB Smart Lab Im Labor der Zukunft

| Redakteur: Luca Meister

Am italienischen ABB-Standort Dalmine entsteht Technik für die Zukunft. Im «Smart Lab» kann die Energieversorgung einer ganzen Stadt oder einer Fabrik simuliert werden. Neben Schaltschränken wird auch an Robotern oder automatisierten Systemen geforscht, getestet und weiterentwickelt.

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Inmitten von Schaltanlagen und Systemen steht das Überwachungs-Cockpit des Smart Lab.
Inmitten von Schaltanlagen und Systemen steht das Überwachungs-Cockpit des Smart Lab.
(Bild: ABB )

Digitalisierung, Elektrifizierung und Ressourcenschonung. Das sind aktuell die bedeutendsten technologischen Megatrends. Neben der vierten industriellen Revolution haben wir es auch mit einer Energierevolution zu tun – unser Bedarf an Elektrizität wird bis 2040 um 60 Prozent steigen. Die grösste Nachfrage und Herausforderung der Elektrifizierung sind intelligente wie zuverlässige Versorgungssysteme und Konzepte für die Energie-Einsparung.

Mit der Annahme des revidierten Energiegesetzes am 21. Mai glaubt das Schweizer Stimmvolk, dass eine sichere Energieversorgung auch mit nachhaltigen Lösungen möglich sei. Es zeigte sich willig, den Energieverbrauch zu senken und die Erneuerbaren zu fördern. Wir haben offensichtlich Vertrauen in moderne Technologien, schrecken vor modernen, digitalen Verteilungssystemen nicht zurück.

Inkubator mit großem Technologiespektrum

Für die Entwicklung zukunftsweisender Energie-­Innovationen spielt ein mit modernster Ausrüstung vollgepackter Raum in Norditalien eine eindrückliche Rolle: Das Smart Lab auf dem ABB-Standort Dalmine, etwa zehn Kilometer südwestlich von Bergamo.

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Das Labor, 2012 mit hauptsächlich elektrischen Schaltanlagen eröffnet und 2015 erweitert, stellt eine einzigartige Brutstätte dar, in der Zukunfts-Szenarien simuliert werden können. Darin installiert sind Produkte und Systeme aus sämtlichen ABB-­Divisionen. Im Fokus stehen die Elektrizitätsübertragung (via Hoch-, Mittel- und Tiefspannung) und Energieverteilung für die Smart City von morgen oder industrielle Anwendungen, die miteinander in eng vernetzten Betriebsverhältnissen stehen. Sämtliche Komponenten sind Industrie-4.0-fähig, kommunizieren auf Netzwerkbasis, wodurch Entwickler das Verhalten von verschiedenen elektrischen Verteilungsnetzen im Labor erforschen und testen können.

Magnet für Spezialisten und Studenten

Das Smart Lab wirkt neben der Eigenheit als freie Experimentierkammer auch als Democenter, um Kunden sowie vielerlei anderen Gästen eine Reihe an State-of-the-art-Technologien zu präsentieren. Mit diversen Universitäten, Hochschulen sowie Forschungszentren wird eng zusammengearbeitet. Entsprechend wurden die Apparaturen für Integrated Industry seit der Eröffnung schon von Tausenden Fachleuten, Dozenten, Wissenschaftlern und Studenten besichtigt. Für Studierende werden sogar spezifische Events organisiert, für heranwachsende Ingenieure Praktikumsmöglichkeiten offeriert.

Die umfangreiche Ansammlung an ABB-Produkten an einem Ort beziehungsweise in nur einem Raum ist einmalig: Das Labor enthält Flüssigkeits- und Gas-Messsysteme für die Prozessindustrie, SPS-Module und Scada-Systeme, Antriebe, Inverter, Wechselrichter, Ladestationen für Elektrofahrzeuge, Apparaturen für Mittel- und Hochspannung, Transformatoren und neue Systeme und Komponenten im Niederspannungsbereich sowie Power-Management-Schalter. Dazu gehören auch Robotik-, Automations- und Gebäudeautomationslösungen für öffentliche Gebäude, Rechenzentren, intelligente Fabriken oder für das eigene Heim.

Dank den digitalisierten Systemen können übergeordnete Management-Szenarien realitätsnah durchgespielt respektive Strategien für die Energieeffizienz oder Automatisierung perfektioniert werden. Dabei steht die Vernetzung von Komponenten und Systemen mit cloudbasierten Anwendungen im Fokus, um nicht nur mehr Effizienz und Sicherheit, sondern auch mehr Systemintelligenz generieren zu können. Seien es Transformatoren, Steuerungen oder automatisierte Prozesse, mit dem Industrial Internet of Things sollen alle Systeme lernfähiger werden. Letztendlich steigert die Digitalisierung auch die Produktivität.

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