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Mensch und "Sentroller"

Im Internet der Dinge geht's gar nicht um Dinge

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Interessanterweise haben selbstfahrende Autos die Fähigkeit, sicherer zu fahren als der Mensch. Autonom fahren unterscheidet sich eigentlich gar so sehr vom autonomen Fliegen mittel Autopilot; das ist ist in der Regel sicherer als wenn ein Piloten das Flugzeug steuert. Allerdings ist die Marketingbotschaft im Zusammenhang mit selbstfahrenden Autos bis heute noch nicht so richtig klar. Ist es von Vorteil, wenn man sich während der Fahrt mit anderen Dingen befassen kann - wie das Lesen der Zeitung oder von E-Mails? Oder ist es besser, weil es sicherer ist, mit einem autonomen Auto unterwegs zu sein? Trotzdem: Selbstfahrende Autos sind ein Beispiel für das IoT und wie es unser Leben sicherer und komfortabler machen wird.

Frisst die digitale Revolution ihre Kinder?

Erinnern Sie sich daran, dass sich eine der ersten Fragen über das IoT auf Gewinner und Verlierer bezog? Es wird sicher beides geben. Die industrielle Revolution und die anschließende Rationalisierung der Produktion durch die Fließfertigung brachte ebenfalls Gewinner und Verlierer mit sich. Es gab große Umwälzungen und Unruhen, bis man die Veränderungen in den Griff bekam. Im letzten Jahrhundert brachten zwei Weltkriege unerhörte Leiden. Die ie abscheulichsten Kriegsverbrechen jenes Jahrhunderts wurden mit "Industrieller Präzision" ausgeführt.

Die technologische Revolution führte auch zu gesellschaftlichen Umwälzungen. Menschen wurden durch Computer ersetzt und verloren ihren Arbeitsplatz. Diese Frage stellen wir uns seit mehr als 40 Jahren und wir werden sie uns auch weiterhin stellen, da die nächste Welle Automatisierung bereits angerollt ist und Roboter immer komplexere Aufgaben übernehmen.

Dennoch scheint die Beschäftigung trotz des erheblichen Pessimismus, was den Verlust von Arbeitsplätzen durch die Automatisierung betrifft, nicht grundsätzlich zurückgegangen zu sein. Auch wenn fest steht, dass die Veränderungen für die Betroffenen sehr schmerzhaft waren. Summa summarum jedoch wurden dort, wo Arbeitsplätze verloren gingen, andere Arbeitsplätze geschaffen. Als Folge der "wirtschaftlichen Gesetzmäßigkeiten" verschwanden Arbeitsplätze mit geringer Wertschöpfung und wurden durch Arbeitsplätze mit hoher Wertschöpfung ersetzt. Wird das IoT besser sein?

Das nächste Level einer kreativen Kultur

Ich fürchte nicht. Die Fähigkeit, bessere Entscheidungen schneller treffen zu können, wird Veränderungen und Umwälzungen mit sich bringen. Sie wird Arbeitsplätze und Qualifikationen neu definieren. Es wird Gewinner und Verlierer geben. Es wird Leute geben, die Chancen erkennen und ergreifen werden. Und es "Opfer" geben - Menschen die mit dem "besser und schneller" nicht Schritt halten können. Mehr Wohlstand seinen Preis. Das wird für das Internet der Dinge ebenso gelten, wie für frühere technische Umwälzungen.

Das Internet der Dinge wird sich auf den gesamten Arbeitsmarkt und auf unser gesamtes unser Leben auswirken - ähnlich stark wie in der industriellen Revolution, während des Aufstiegs der Fließbandproduktion und in den ersten Wellen der Computer- und Internet-Revolution. Das Netzwerk aus mit dem IoT verbundenen Geräten wird viele, den Menschen belastende Arbeitsaufgaben übernehmen. Maschinen werden Routinetätigkeiten erledigen, wodurch die Menschen mehr Zeit haben, um anspruchsvollere Probleme zu lösen. Wird die nächste Ebene der post-industriellen Gesellschaft und die damit einhergehende höhere Wertschätzung des Wissens das nächste, höhere Level einer kreativen Kultur ermöglichen? Eine neue Generation von Weltraumforschern? Vielleicht eine neue Erleuchtung? Denkbar.

Die Maschine macht den Menschen zur Maschine

Doch hat das Internet der Dinge auch eine dunkle Seite. Denn ein wesentlicher Teil des Internet der Dinge besteht in der Datenanalyse mithilfe und "künstlicher Intelligenz". Dabei fungieren die Sensoren als Augen und Ohren. Künstliche Intelligenz kann über Aktoren und Controller aktiv werden - und plötzlich sind wir mitten in einem albtraumhaften Science-Fiction-Film, in dem Maschinen die Kontrolle über die Welt und unser Leben übernommen haben. Kann das IoT ein Monster werden, das sich gegen uns wenden wird?

Das selbstfahrende Auto ist ein interessantes Beispiel für die Dilemmata, denen wir im Internet der Dinge begegnen werden. Stellen Sie sich ein Szenario vor, in dem ein selbstfahrendes Auto in eine Verkehrssituation gerät: Entweder überfährt es den Fußgänger, der unvorsichtigerweise die Fahrbahn betreten hat, oder es ändert seinen Kurs, kollidiert mit einem Baum, der daraufhin umstürzt und einen anderen Fußgänger trifft. Zugegeben: Dies ist eine hypothetische Situation. Schließlich besteht die grundsätzliche Annahme ist, dass weniger Unfälle verursachen werden als ein vom Menschen gesteuertes Fahrzeug, weil es in der Regel bessere Entscheidungen schneller treffen wird. Daher ist dieses Beispiel im Grunde genommen eine Variante der Frage "wird sich das IoT gegen uns wenden?

Ist das Internet sicher? Die einfachste Antwort auf diese Frage ist wohl "nein". Das IoT ist so sicher wie das Internet, also nur bedingt. Es ist so sicher wie das Autofahren oder Fliegen eines Flugzeugs, also nicht völlig sicher. Betrachten Sie folglich die IoT-Sicherheitsrisiken in der gleichen Weise wie ein Fenster Ihres Hauses. Das ist ebenfalls ein Sicherheitsrisiko, schließlich könnte durch das Fenster ein Dieb ins Haus gelangen. Wenn Sie Ihr Haus maximal sih machen wollen, sollten Sie alle Fenster zumauern. Vielleicht sollte man besser fragen: Sind die Sicherheitsrisiken von IoT-Anwendungen akzeptabel im Vergleich zu den Vorteilen?

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