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Mensch und "Sentroller"

Im Internet der Dinge geht's gar nicht um Dinge

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Der IoT-Durchbruch - ist er schon da oder kommt er noch?

Warum also um ein so altes Konzept wie IoT in den letzten Jahren ein solcher Hype aufgetreten? Ein Zyniker könnte sagen, dass die Technologieunternehmen einfach etwas "Neues " brauchten, als die ersten Anzeichen für einen zunehmend gesättigten Smartphone-Markt nicht mehr zu übersehen waren. In Wirklichkeit haben sich jedoch einige grundlegende Dinge geändert, die neue Anwendungen unter dem "Dach" des IoT erst möglich machten - von Fitbits über "funkende" Thermostate bis hin zu zur intelligenten Straßenbeleuchtung oder intelligenten Parkgaragen.

Die erste Voraussetzung für den Durchbruch des IoT war, dass das Internet fast allgegenwärtig wurde. Verband diese anfangs nur Computer, so verbindet es heute Häuser und Gebäude. Mit dem Aufkommen moderner Funktechnologien wie Wi-Fi oder LTE änderte sich der Zugang zum Internet von einer Technologie zu einer Ware - und rangiert für viele Menschen heute ganz oben in der Maslowschen Bedürfnispyramide.

Die zweite grundlegende Änderung war im wesentlichen die Tatsache, dass gemäß dem Mooreschen Gesetz die Geräte zum "Datensammeln" immer kleiner und preisgünstiger wurden. Schließlich wurden Low-Power-Kommunikationstechnologien entwickelt, die die Akkulaufzeit solcher Geräte von wenigen Tagen auf einige Jahre verlängerten und diese dauerhaft und wartungsfrei mit dem Internet verbanden.

Leider hat das ursprüngliche Paradigma "Computer mit dem Internet verbinden" viele Unternehmen auf den falschen Fuß erwischt. So wie sich Computer, Laptops, Tablets, Smartphones über das Internet vernetzten, bestand die Illusion, dass die Verbindung von Sensor, Aktuator oder Controller ("Sentroller") mit dem Internet eine ähnliche Dynamik erzeugen würde. Die Illusion und die Missverständnisse des IoT waren geboren: Sentroller sind keine unabhängigen Plattformen wie Computer oder Telefone.

The Hype is over - jetzt wird über Sinnvolles nachgedacht

Wie viele Technologien erreicht nun auch das IoT nach Jahren mit hohen Erwartungen die Phase der "Desillusionierung" - jene ruhige Phase, in der die eher ernüchternde Realität Platz greift. Normalerweise ist dies auch die Zeit, in der sich Modeerscheinungen und verrückte Ideen von realistischeren und nützlicheren Anwendungen scheiden. Die gute Nachricht ist, dass wir heute uns kaum noch an die "noch nicht ganz richtigen" Jahre des Internet erinnern können, in denen die ersten Anwender daran gearbeitet haben, dieser Technologie zum Erfolg zu verhelfen. Dasselbe wird mit dem IoT geschehen.

Das Internet der Dinge leidet heute unter einem Mangel an Verständnis für die wirklichen Nutzenpotenziale dieser Technologie stiften kann. Gleichzeitig hemmt eine Vielzahl proprietärer und offener Kommunikationsstandards die Vernetzung, schafft Verwirrung bei den Verbrauchern und bei den Produktentwicklern selbst. Proprietäre Lösungen sorgen außerdem für überhöhte Produktpreise hoch und verzögern das Marktwachstum. Hinzu kommt, dass große Unternehmen offenbar entschlossen sind, selbst den heiligen Gral zu suchen (und ihre eigenen Ökosysteme zu fördern) als auf Interoperabilität und Zusammenarbeit zu setzen.

Und das ist wirklich der Kern der IoT-Illusion. "Dinge", das klingt so einfach. Aber das Internet der Dinge ist komplexer, als man erwartet hatte. Komplexer, aber auch vielversprechender. Es handelt sich nicht um eine einzelne Anwendung oder eine "Handvoll" Anwendungen. Es ist eine grundlegende Technologie, die alle Facetten des Lebens beeinflussen wird. Und man wird das IoT auch nicht aufhalten können, denn das Internet der Dinge macht schlicht Sinn.

Warum wächst die Wirtschaft?

Aber wie macht es Sinn? Nun, haben Sie sich jemals gefragt, woher das Wirtschaftswachstum kommt? Wir leben heute in der wirklich interessanten Zeit, in der erstaunliche Dinge geschehen. Bedenkt man, dass im Jahre 1820 90 Prozent der Bevölkerung in bitterer Armut lebten; 200 Jahre später ist dieser Prozentsatz auf unter 10 Prozent geschrumpft, obwohl sich die Bevölkerung vervielfacht hat. Dies ist die Folge der industriellen Revolution und viele anderer Dinge, die zusammengekommen sind. Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Erfindung des Transistors fügte sich die industrielle Revolution nahtlos in die technologische Revolution ein, und man beschritt den Weg vom Computer hin zum Smartphone, vom Internet zum IoT.

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