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Siemens auf der Hannover Messe 2019

Im Gepäck: Tools für mehr Produktivität

| Redakteur: Jürgen Schreier

Flexibler fertigen in immer kleineren Losgrößen: Das ist die Botschaft von Industrie 4.0. Die dafür nötigen Instrumente hat Siemens in seinem Hannover-Messe-Koffer - z.B. Low Code by Mendix zur schnellen App-Entwicklung. Auch die Besucher aus der Welt der Prozesstechnik erwarten neue Tools, die einen Produktivitätsschub versprechen.

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In Halle 9 zeigt Siemens auf rund 4000 Quadratmetern zahlreiche Erweiterungen seines Digital-Enterprise-Angebots für die digitale Transformation der Fertigungs- und Prozessindustrie.
In Halle 9 zeigt Siemens auf rund 4000 Quadratmetern zahlreiche Erweiterungen seines Digital-Enterprise-Angebots für die digitale Transformation der Fertigungs- und Prozessindustrie.
( Bild: Siemens )

Die Weichen für die Fabrik- und Prozessautomation der Zukunft will die Siemens AG stellen. Und wie das konkret aussehen soll, zeigt der Technologiekonzern unter dem Motto „Digital Enterprise – Thinking industry further!“ auf der Hannover Messe 2019. Im Mittelpunkt des Auftritts stehen smarte Lösungen für die branchenspezifische Umsetzung von Industrie 4.0.

Die Datenflut besser nutzen

In Halle 9 auf rund 4000 Quadratmetern kann man sich einen Überblick über die zahlreiche Erweiterungen seines Digital-Enterprise-Angebots für die digitale Transformation der Fertigungs- und Prozessindustrie. Die Integration von Zukunftstechnologien in das Siemens-Portfolio soll Anwendern neue und weitaus umfassendere Möglichkeiten eröffnen, die rasant wachsende Datenmenge in der Industrie besser zu nutzen als bisher.

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Diese Zukunftstechnologien reichten von Artificial Intelligence und Edge Computing bis hin zur Fabrik- und Prozessautomatisierung der Zukunft. Mit dem durchgängigen Angebot könnten Industrieunternehmen unterschiedlicher Größe und Branchen ihre Flexibilität und Produktivität weiter erhöhen – und so die wachsenden Herausforderungen erfüllen, die sich ihnen durch die zunehmende Individualisierung stellen, so das Versprechen des Automatisierungsgiganten.

Mendix oder: Mit Low Code schnell zur App

Veranschaulicht werden die branchenspezifische Umsetzung des Digital Enterprise und der Einsatz von Zukunftstechnologien unter anderem an zwei Highlight-Showcases: In der Chemieindustrie wird damit in einer komplett virtuell abgebildeten Greenfield-Anlage mit Labor-, Automatisierungs- und Steuerungstechnologie eine nachhaltige und ökologische Produktion von Polyamiden aus Biomasse ermöglicht. Am Beispiel der Automobilindustrie will Siemens auf der Messe die Nutzung von Digitalem Zwilling, additiver Fertigung, innovativer Robotik und autonomen Fahrzeugen für eine flexible und effiziente Elektroauto- und Batterieproduktion demonstrieren.

Jan Mrosik, CEO der Digital Factory Division: „Mit der Weiterentwicklung unseres Digital-Enterprise-Portfolios um Produktinnovationen und Zukunftstechnologien verhelfen wir unseren Kunden zu noch mehr Wettbewerbsvorteilen in ihrer Industrie."
Jan Mrosik, CEO der Digital Factory Division: „Mit der Weiterentwicklung unseres Digital-Enterprise-Portfolios um Produktinnovationen und Zukunftstechnologien verhelfen wir unseren Kunden zu noch mehr Wettbewerbsvorteilen in ihrer Industrie."
( Bild: Siemens )

„Mit der Weiterentwicklung unseres Digital-Enterprise-Portfolios um Produktinnovationen und Zukunftstechnologien verhelfen wir unseren Kunden zu noch mehr Wettbewerbsvorteilen in ihrer Industrie“, erläuterte Jan Mrosik, CEO der Digital Factory Division, im Rahmen der Siemens-Messe-Preview in Herzogenaurach. „Dazu gehören auch moderne Datenanalyseverfahren durch Edge- oder Cloud Computing. Mit Mendix haben wir nun einen Marktführer im Bereich der Low-Code-App-Entwicklung an Bord: Mit seiner Plattform und den dazugehörigen Tools und Services können Anwender ihre Apps bis zu zehnmal schneller erstellen.“

MindSphere-Ökosystem wächst, blüht und gedeiht

Auch das Ökosystem rund um das cloudbasierte IoT-Betriebssystem MindSphere wächst kontinuierlich. Rund 90 Mitglieder sind aktuell in in mehreren, unabhängigen MindSphere-World-Nutzerorganisationen in Europa (Deutschland, Italien) und Südostasien (Singapur) organisiert.

Zu den Produktinnovationen, die man in Hannover näher in Augenschein nehmen kann, gehört eine neue Version der Software NX mit Machine Learning (ML)- und Artificial Intelligence (AI)-Funktionen. Diese Features versetzen die Software in die Lage, anstehende Arbeitsschritte vorherzusagen und die Benutzeroberfläche vorausschauend zu aktualisieren. Dadurch könnten Nutzer die Software NX noch effizienter einsetzen als bisher und so die Produktivität erhöhen. Zudem stellt Siemens mit dem Modul „Electrical Design“ eine eigene E-CAD Funktionalität für das mechatronische Engineering von Maschinen und Produktionslinien vor.

Eckard Eberle, CEO der Process Automation Business Unit: "Wir denken die Prozessleittechnik neu und werden auf der Hannover Messe unser innovatives Prozessleitsystem vorstellen."
Eckard Eberle, CEO der Process Automation Business Unit: "Wir denken die Prozessleittechnik neu und werden auf der Hannover Messe unser innovatives Prozessleitsystem vorstellen."
( Bild: Siemens )

Auch für Messebesucher aus der Prozessindustrie hat Siemens Neues und Spannendes "auf der Pfanne". „Wir denken die Prozessleittechnik neu und werden auf der Hannover Messe unser innovatives Prozessleitsystem vorstellen“, kündigt Eckard Eberle, CEO der Process Automation Business Unit an. Das System sei vollständig webbasiert. Und das Multi-User Konzept für Engineering und Betrieb ermögliche dem Anwender "völlig neue, effiziente Arbeitsweisen“, verspricht der Siemens-Manager. Mit der Simatic-PCS 7-Hardware seien die Kunden seines Hauses schon auf das neue System bestens vorbereitet.

PlantSight bringt alle Daten in einen Topf

Diese Kunden sollen auch von PlantSight profitieren. Die Applikation führt Daten aus mehreren Datenquellen zusammen und erlaubt so einen schnellen Zugriff auf bisher nicht zugängliche Informationen. Durch die Synchronisation der realen Anlage mit den dazugehörigen Engineering-Daten entsteht der digitale Zwilling der Produktion. Anlagenbetreiber können dabei auf eine hohe Vertrauenswürdigkeit und Informationsqualität für stetige Betriebsbereitschaft und mehr Zuverlässigkeit zählen.

Als weitere Messeneuheit annonciert Siemens seien CloudConnect-Produkte. Diese ermöglichen eine Datenübertragung von der Feldebene an verschiedene Cloud-Plattformen.

Ralf-Michael Franke, CEO der Factory Automation Business Unit: "Mit TIA bieten wir intelligente Automatisierungskonzepte und damit die Basis für die Digitalisierung."
Ralf-Michael Franke, CEO der Factory Automation Business Unit: "Mit TIA bieten wir intelligente Automatisierungskonzepte und damit die Basis für die Digitalisierung."
( Bild: Siemens )

„Mit TIA bieten wir intelligente Automatisierungskonzepte und damit die Basis für die Digitalisierung. Dabei integrieren wir für die Zukunft der Automation auch neue Technologien wie Edge Computing und Artificial Intelligence in das TIA Ökosystem. Die Kombination mit unseren heutigen Software-Umgebungen ermöglicht eine völlig neue Nutzung von Produktionsdaten und bringt dadurch eine erhebliche Produktivitätssteigerung“, so Ralf-Michael Franke, CEO der Factory Automation Business Unit, bei der Messe-Preview in Herzogenaurach.

Was mit intelligenten Automatisierungskonzepte alles machbar ist, illustriert Siemens auf der Messe mit einen Anwendungsfall, der bereits im Siemens-Werk Amberg Anwendung findet. Dort konnte bei der Produktion von Simatic-Produkten durch die Einbindung von Edge Computing, Artificial Intelligence und MindSphere bei der Qualitätsprüfung von Leiterplatten mithilfe von Röntgengeräten die Anzahl der erforderlicher Endkontrollen deutlich gesenkt werden. Zudem wird die Sparte Factory Automation ein innovatives Antriebs- und Steuerungskonzept vorstellen, bei dem Siemens und Festo das Multi-Carrier-System in das Bosch Rexroth Transfersystem integrieren. Mit diesem lassen sich Fertigungsprozesse, etwa in der Batteriefertigung, merklich flexibler gestalten.

Edge-Computing verleiht Werkzeugmaschinen Flügel

„Digitalisierung ist der Produktivitätstreiber Nummer Eins für unsere Maschinenbaukunden aus allen Branchen. Das gilt für die klassischen Werkzeug- und Produktionsmaschinenbauer und -anwender ebenso wie für die Kunden von Maschinen im Umfeld von Additive Manufacturing", ist Wolfgang Heuring, CEO der Motion Control Business Unit, überzeugt.

Die Spanne der Möglichkeiten, die Siemens im Rahmen seines Digital Enterprise Portfolios präsentiert, ist bereit gefächert. Sie reicht von echtzeitbasierten Edge-Computing-Applikationen zur Datenanalyse und Performance-Steigerung von komplexen Werkzeugmaschinen bis hin zur umfassenden Digitalisierung ganzer Fertigungslinien und Fabriken.

Wolfgang Heuring, CEO der Motion Control Business Unit: "Digitalisierung ist der Produktivitätstreiber Nummer Eins für unsere Maschinenbaukunden aus allen Branchen."
Wolfgang Heuring, CEO der Motion Control Business Unit: "Digitalisierung ist der Produktivitätstreiber Nummer Eins für unsere Maschinenbaukunden aus allen Branchen."
( Bild: Siemens )

Im Gepäck für Hannover hat Siemens eine ganze Reihe neuer Software-Lösungen für Cloud- und Edge-Computing zur Datenanalyse, Machine Learning und Performancesteigerung von Werkzeugmaschinen. Darüber hinaus wird der durchgängige Einsatz von Software und Steuerungstechnik für die Additive Fertigung in Kombination mit Werkzeugmaschinen und moderner Robotik präsentiert.

Auch in der Antriebstechnik spielt Digitalisierung eine zentrale Rolle. Mit dem IoT-Digitalisierungsangebot Sidrive IQ präsentiert Siemens Apps und Services zur Optimierung von Antrieben durch die Anbindung an die IoT-Plattform MindSphere.

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