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Digitale Fertigung IIC und Plattform Industrie 4.0 starten Welttournee

Redakteur: Jürgen Schreier

Das Industrial Internet Consortium (IIC) sowie die Plattform Industrie 4.0 veranstalten eine World Tour Reihe, um die Digitalisierung in der industriellen Fertigung voranzutreiben. Zusammen mit dem Roboterhersteller Comau findet am 19. Juni 2017 der Kickoff im Kongresszentrum Industrial Union in Turin statt.

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Der kollaborative Roboter "Racer" von Comau als Basketballpartner
Der kollaborative Roboter "Racer" von Comau als Basketballpartner
(Bild: Comau)

Die wirtschaftlichen Erwartungen an die Digitalisierung der industriellen Fertigung sind enorm. Fachleute gehen davon aus, dass die Technologien und Verfahren des sogenannten industriellen Internets der Dinge (IIoT) erhebliche Umsätze generieren und einen bedeutenden Einfluss auf alle Industriezweige der globalen Wirtschaft haben werden. Um weltweite Zusammenarbeit voranzubringen, präsentieren das Industrial Internet Consortium (IIC) und die Plattform Industrie 4.0 eine World Tour Reihe, die zum Ziel hat, die Industrie das Thema Digitalisierung zu sensibilisieren.

Viel Geld im Schaufenster für "Industria 4.0" in Italien

Beide Organisationen haben sich mit einem italienischen Partner zusammengetan, dem Automatisierungsunternehmen Comau S.p.A., um im Rahmen eines Kickoff-Events am 19. Juni 2017 in Turin die Zusammenarbeit mit der italienischen Initiative Piano Industria 4.0 vorzustellen. Durch Piano Industria 4.0 werden öffentliche Mittel in die technologische und digitale Transformation der Herstellungsindustrie investiert: über 13 Milliarden Euro an Zusagen durch automatische Steueranreize für Unternehmen, die in Industrie-4.0-Lösungen investieren und ihre Ausgaben im Bereich Forschung und Entwicklung ankurbeln.

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„Durch die IIoT World Tour wird das branchenübergreifende Know-How des Industrial Internet Consortium sowie die Expertise der Plattform Industrie 4.0 im Fertigungsbereich genutzt, um die Digitalisierung von Industriesystemen voranzutreiben“, erklärt Dr. Richard Mark Soley, Ph.D., Exekutivdirektor des Industrial Internet Consortium. „Auf der Tagesordnung stehen viele Beiträge durch Experten mit anschließendem Austausch zu IIoT-Applikationen, die in Testumfeldern, Testlaboren und Kompetenzzentren geprüft worden sind und durch die die IIoT-Innovation angetrieben wird.”

Stefano Firpo, Generaldirektor für Industriepolitik, Wettbewerbsfähigkeit und Mittelstand im Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung, sagt dazu: „Die Kombination von Konzepten für Super- und Hyperabschreibungen, Steuergutschriften bei Forschung und Entwicklung und ein Sonderprogramm für Einkommen, das durch die Nutzung von Patenten und immateriellen Vermögenswerten generiert wird, macht das italienische Steuersystem zu einem der weltweit günstigsten, was die Unterstützung von Investition und Innovation bei der Digitalisierung angeht.“

Comau definiert "menschliche Fertigung"

„Wir freuen uns sehr über die Möglichkeit, weiterhin mit italienischen Unternehmen zusammenzuarbeiten, um die internationale Zusammenarbeit im Bereich Industrie 4.0 vorwärts zu bringen. Der grenzüberschreitende und unternehmensübergreifende Austausch ist bei der Erstellung von gemeinsamen Standards und der Entwicklung von Sicherheitskonzepten von wesentlicher Bedeutung“, betont Henning Banthien, Generalsekretär der Plattform Industrie 4.0.

Geplant sind Beiträge namhafter Unternehmen aus der IIoT- bzw. Industrie-4.0-Szene. So erläutern Referenten von Comau, Bosch Software Innovations und SAP über die die Vorteile der globalen Zusammenarbeit bei IIoT-Technologien und -Prozessen. GE Digital wird das Zeitalter der cyberphysikalischen Systeme skizzieren und dabei auf die Technologien, Allianzen und neuen Geschäftsmodelle eingehen, die dafür benötigt werden. Siemens ist mit einem Impulsvortrag im Namen der Plattform Industrie 4.0 vertreten, während das italienische Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung in einer Keynote die Plattform Piano Industria 4.0. vorstellen wird. Schließlich präsentiert Qualical eine Fallstudie zu IIoT in der Kalkindustrie.

Mauro Fenzi, Vorstandsvorsitzender von Comau sagt: „Nach der Vision von Comau zeichnet sich das industrielle Internet der Dinge durch die direkte Zusammenarbeit von Mensch und Maschine aus - ein Konzept, das wir als menschliche Fertigung definiert haben. Zum ersten Mal sind Industrieroboter nicht mehr auf ihre Tätigkeitsbereiche hinter Gittern beschränkt, sondern arbeiten gemeinsam mit ihren Betreibern innerhalb der Produktionslinie zusammen.“

Briefing-Runde mit hochrangigen Industrieexperten

Am Vormittag des 19. Juni werden in einer Diskussionsrunde Vertreter aus der Unternehmensführung ihre Sichtweisen zu für IIoT darstellen. Hierzu gehören Redner von Comau, ABB Italy, SAP und ST Microelectronics. Vertreter des Politecnico di Torino, von Bosch Software Innovations, Siemens, und SAP diskutieren am Nachmittag, wie das IIoT durch Testumgebungen, Testlabore und Kompetenzzentren vorangetrieben wird. Anschließend findet eine Briefing-Runde mit hochrangigen Industrieexperten zu den Themen Sicherheit, Testumgebungen, Standardisierung, Interoperabilität und Referenzarchitektur statt.

Nächste Stationen der World Tour werden Singapur, Barcelona und San Francisco sein.

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