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Cloud-Management

IBM übernimmt Softwarehersteller Red Hat

| Redakteur: Lisa Marie Waschbusch

In der Tech-Branche bahnt sich ein milliardenschwerer Deal an: Der US-Computerkonzern IBM übernimmt den Linux-Spezialisten Red Hat. Die bisher größte Akquisition in der Firmengeschichte lässt sich IBM satte 34 Milliarden US-Dollar kosten.

IBM-Chefin Ginni Rometty und James M. Whitehurst, CEO von Red Hat.
IBM-Chefin Ginni Rometty und James M. Whitehurst, CEO von Red Hat.
( Bild: IBM )

IBM übernimmt den Softwarehersteller Red Hat. Das teilte der Computerkonzern am Sonntag mit. Demnach wolle IBM sämtliche Stammaktien von Red Hat für einen Stückpreis von 190 US-Dollar kaufen, was einem Gesamtwert von rund 34 Milliarden US-Dollar entspricht. Mit dem Abschluss des Deals rechnen die Unternehmen im zweiten Halbjahr 2019.

Mit der Übernahme will sich IBM als wichtigster Anbieter von Technologien im Hybrid-Cloud-Sektor positionieren. „Die Übernahme von Red Hat ist ein Game-Changer“, so IBM-Chefin Ginni Rometty. Damit werde IBM zur weltweiten Nummer-Eins unter den Hybrid-Cloud-Anbietern. In einer Hybrid Cloud werden Private Cloud und Public Cloud miteinander kombiniert.

Die Übernahme soll es Unternehmen ermöglichen, alle Geschäftsanwendungen sicher in die Cloud zu verlagern. Dafür will IBM künftig auf die Software von Red Hat zurückgreifen. Unternehmen nutzen bereits heute mehrere Clouds. Untersuchungen zeigen jedoch, dass 80 Prozent der Workloads noch nicht in die Cloud gewechselt sind, was durch den heutigen Cloud-Marktes noch gebremst wird. Dies verhindert die Portierbarkeit von Daten und Anwendungen über mehrere Clouds hinweg, die Datensicherheit in einer Multi-Cloud-Umgebung und ein konsistentes Cloud-Management. Daran wollen die Tech-Unternehmen künftig arbeiten und dafür ihre Kompetenzen zu Schlüsseltechnologien wie Linux, Container, Kubernetes und Cloud-Management bündeln.

Der Cloud-Markt wächst und immer mehr Tech-Riesen – die häufig ursprünglich aus anderen Bereichen stammen – mischen mit. Im Cloud-Markt gehören unter anderem Microsoft, Google und Amazon zu den Konkurrenten.

Auch für die Anleger war das Übernahmeangebot von IBM ein "Scoop". So ist der Aktienkurs von Red Hat laut Mitteilung von FAZ online nach Bekanntwerden der Übernahmepläne deutlich gestiegen. Der Wert der Papiere des Linux-Spezialisten kletterte zum Handelsstart an der Wall Street an diesem Montag um 49 Prozent auf 173 Dollar. Allerdings lag dieser immer noch merklich unter den 190 Dollar je Anteilsschein, die IBM für Red Hat bietet. Hingegen zeigten sich IBM-Anleger von den Übernahmeabsichten weniger überzeugt. Der Kurs der IBM-Aktien fiel um knapp fünf Prozent.

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