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Microsoft Azure Stack Hybrid-Cloud: Das Beste aus zwei Welten

| Autor / Redakteur: Natascha Merker / Robert Horn

Eine einfach zu bedienende Public Cloud im eigenen Rechenzentrum wird derzeit vom Software-Riesen Microsoft mit Azure Stack verwirklicht. Die Tests der Vorabversion zeigen, warum da eine große Hybrid-Lösung anrückt.

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Die Microsoft-Cloud mit deutschen Rechenzentren wird treuhänderisch von T-Systems verwaltet, um deutsche Datenschutzregeln zu gewährleisten.
Die Microsoft-Cloud mit deutschen Rechenzentren wird treuhänderisch von T-Systems verwaltet, um deutsche Datenschutzregeln zu gewährleisten.
(Bild: Microsoft)

Die deutsche Cloud kommt bestens an. Das Firmeninteresse ist riesig, Public-Cloud-Dienste unter Microsoft Azure zu nutzen, die in Rechenzentren unter Treuhandschaft von T-Systems laufen. Denn bereits kurz nach dem Start Anfang Oktober zeichnet sich ab: Die Kapazitäten in den beiden Rechenzentren in Frankfurt am Main und Biere bei Magdeburg reichen nicht wie geplant bis 2019. Microsoft und Telekom reden davon, die Kapazitäten zu verdoppeln. Selbst das könnte eng werden. Den Grund liefert der Redmonder Software-Konzern selbst – mit Azure Stack. Die On-Premise-Lösung soll, so wie es sich im Moment darstellt, im Juli 2017 verfügbar sein.

Bedienkomfort der Public Cloud

Unternehmen, die Azure Stack mit dem großen Bruder Azure in der deutschen Cloud kombinieren, schaffen sich eine echte und vor allem einfach zu bedienende Hybrid-Lösung. Interessant ist das deshalb, weil viele Unternehmen bereits mehr oder weniger hybrid arbeiten. Was aber über Jahre aus verschiedenen Cloud-Services zusammengewachsen ist, will nicht so richtig zusammenspielen. Als Stichworte seien nur Identity- und Access-Management, das konvertierungsfreie Verschieben von Workloads oder das Vereinheitlichen von Automatisierungslösungen genannt.

Microsoft bietet nun eine Lösung an, deren eigene Umgebung sich genauso betreiben lässt wie die Public Cloud. Das funktioniert, weil Azure Stack und Azure auf Windows Server 2016 aufsetzen und über die gleichen Schnittstellen kommunizieren. Das Portal zur Bedienung ist identisch und auch die Funktionen sind fast deckungsgleich.

Natürlich hat Microsoft Azure Stack zurechtgestutzt – auf vier Knoten. Die reichen aber, um sehr schnell und standardisiert Services bereitzustellen, zuzuweisen und abzurechnen. Mit Templates, Containern und Scripten lässt sich in kürzester Zeit eine Umgebung bauen, die der in der deutschen Cloud gleicht. Dorthin soll es gehen, um die eigenen IT-Ressourcen hochskalierbar zu machen. Das versetzt die IT-Abteilung in die Lage, den Fachabteilungen Services dynamisch und flexibel zur Verfügung zu stellen. So sind Virtuelle Maschinen (VMs) innerhalb von ein paar Minuten hochgezogen.

Diese Schnelligkeit ist dabei ein großer Vorteil, beispielsweise für Entwickler im Maschinenbau, die kurzfristig viel Rechenleistung anfordern. Für sie ist die Kombination Azure Stack und deutsche Cloud prädestiniert. Umfangreiche Berechnung und Konvertierungen laufen schneller und reibungslos ab, weil sie in der Public Cloud über Azure skalieren können.

Das herstellerunabhängige IT-Haus Fritz & Macziol gehört zu denen, die Azure Stack seit Februar in der Technical-Preview-Version testen. Am Anfang ruckelte es noch gewaltig, wobei das System mit jedem Update an Stabilität gewinnt. Mittlerweile funktioniert es problemlos, VMs für Windows und Linux auszurollen und mit ihnen zu arbeiten. Das Erstellen von Websites zählt zum verfügbaren Service wie das Anlegen von SQL-Datenbanken. Bei letzteren hat Microsoft einen anfänglichen Bug beseitigt, der keine komplizierten Passwörter zuließ. Weitere Services müssen und werden sicher dazukommen.

Die Preisfrage ist noch unbeantwortet

Spannend ist die RBAC-Funktion (Role Based Access Control). Sie erlaubt es, Benutzergruppen nur so viele Admin-Rechte zuzuweisen, wie sie beispielsweise für Netzwerk oder VMs benötigen. Ähnlich praxisrelevant und überzeugend ist die Möglichkeit, Kosten über Ressource Groups zu bündeln. Ein Beispiel: So lassen sich alle IT-Aktivitäten der Marketingabteilung im Unternehmen nachverfolgen und verwalten. Gibt es für Dienste keine Oberfläche, steht das Tool Powershell bereit, um VMs anzulegen und für Automatisierung zu sorgen.

Die aktuelle Preview-Version hat zwar noch Luft nach oben, doch dorthin werden die Redmonder die fertige Lösung sicher bringen. Die genaue Roadmap kommuniziert Microsoft nicht. Das schürt Spekulationen, wie viel Azure Stack kosten wird oder ob ein „Pay-per-Use“-Abrechnungsmodell kommt. Fest steht jedoch: Diese Investition lohnt sich für Unternehmen, die eine einfach zu bedienende Cloud im eigenen Rechenzentrum betreiben wollen. Die Flexibilität, jederzeit IT-Ressourcen in der Public Cloud über Azure hochskalieren zu können, wird sich rechnen. Wer Cloud-Architektur- und Azure-Kenntnisse mitbringt und zunächst mit einem Proof-of-Concept startet, kann eigentlich nicht viel falsch machen.

Dieser Beitrag ist auf unserem Partnerportal MM Maschinenmarkt erschienen.

* Natascha Merker ist Consultant Productivity Infrastructure beim IT-Haus Fritz & Macziol in 89081 Ulm, Tel. (07 31) 15 51-0, info@fum.de

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