Erster Satellit im All

HiberBand: IoT-Konnektivtität über Nanosatelliten

| Redakteur: Jürgen Schreier

Hiber-Bodenstation auf Spitzbergen (Svalbard)
Hiber-Bodenstation auf Spitzbergen (Svalbard) (Bild: Hiber)

Das “NewSpace"-Start-up Hiber feierte am 29. November 2018 den Start seines ersten HiberBand-Nanosatelliten. Dieser erfolgte morgens um 5.28 Uhr vom Satish Dhawan Space Centre in Sriharikota in Indien. Ein weiterer Start in Kalifornien ist für den 1. Dezember geplant.

Hiber wird direkt von der niederländischen Regierung unterstützt und hat nach eigenem Bekunden die erste wirklich globale und satellitenbasierte IoT-Konnektivitätslösung für jene Teile der Welt entwickelt, in denen derzeit ein Netzwerk fehlt. Denn weniger als zehn Prozent der Welt werden durch ein IoT-fähiges Netz abgedeckt, wobei die bestehenden Verbindungen (wie WIFI und LPWAN) meist nur in städtischen Gebieten und wohlhabenden Länder verfügbar sind.

Hinzu kommt, dass herkömmliche Satelliten, die eine breitere Abdeckung bieten würden, sehr teuer sind sind und obendrein einen hohen Energieverbrauch haben. Aus diesen Gründen sind viele IoT-Anwendungen und -Dienste derzeit nicht wirtschaftlich - zum Beispiel die Überwachung der Bodenfeuchte zur Verbesserung der Produktionseffizienz und Pflanzenqualität in den Ländern der Dritten Welt. Mit seinen Nanosatelliten will das niederländische Start-up Hiber dieses Problem lösen.

Modems kommunizieren direkt mit dem Satelliten

Sobald der Nanosatellit voll einsatzbereit ist, wird er 16-mal täglich über die Pole der Erde und zweimal täglich über den Äquator fliegen und den Planeten mit einer zuverlässigen IoT-fähigen Konnektivität versorgen. Dabei ist er bis zu 20-mal billiger ist als bestehende Lösungen. Bei der Hiber-Technologie werden die Daten der Modems und Antennen der Nutzer direkt an den Mikrosatelliten gesendet. Die Datenpakete gelangen dann über die beiden bestehenden Satellitenstationen im norwegischen Spitzbergen und im niederländischen Delft zur Erde zurück.

Das Netzwerk wird ab dem ersten Quartal 2019 kommerziell betrieben und startet mit mehr als 25 Kunden. Hiber schätzt, dass es eine weltweiten Markt von rund vier Milliarden Euro für solche Lösungen gibt, da die meisten IoT-Projekte aufgrund mangelnder Konnektivität nicht umgesetzt werden können. Einer der Pilotkunden von Hiber, die British Antarctic Survey, wird das Netzwerk nutzen, um Daten von entfernten Messstationen zu übertragen, die derzeit keine Satellitenkommunikation haben. Die Möglichkeit die Daten von den Stationen über den Hiber-Satelliten abzurufen, führt zu einer geregelten und kostengünstigen Übertragung der Informationen, da Reisen zu Messstationen entfallen.

Weitere Kunden sind ein niederländisches Unternehmen, das Klimastationen an Schulen in ländlichen Gemeinden in Peru, Tansania und Sri Lanka bringen wird, um die smarten Landwirte von morgen auszubilden sowie Blik Sensing. Der holländische Telemetrie-Spezialist hilft durch die Echtzeitmessung von Grundwasserspiegeln beim Management von Wasserressourcen.

Einfache Integration in Cloud-Dienste

Hiber arbeitet mit Amazon Web Services zusammen und wurde am 25. November 2018 zum AWS Commercial Launch Startup 2018 gekürt. Hiber hat sich außerdem mit IBM Watson und Actility zusammengeschlossen, um eine einfache Integration in bestehende Cloud-Dienste zu ermöglichen. Dadurch können die Nutzer dieser Plattformen problemlos einzigartige Anwendungen mit globalen Datenstreaming-Funktionen erstellen.

"Es ist nicht nur aufregend, das erste Unternehmen zu sein, das die volle IoT-Konnektivität auf die Welt bringt - sondern auch der erste kommerzielle niederländische Satellitenbetreiber überhaupt", freut sich Laurens Groenendijk, Mitbegründer von Hiber (und Mitgründer von JustEat und Treatwell). Die kommerziellen Anwendungen für Hiberband in der IoT-Branche sind grenzenlos. Wir freuen uns darauf, verschiedene Projekte voranzutreiben - von der Beobachtung von Rinderherden über die Bekämpfung des Klimawandels bis hin zu einer effektiveren Landwirtschaft."

Hiber erwartet, dass Dutzende von Satelliten gestartet werden, um die enorme Nachfrage nach IoT-fähigen Datenkonnektivität auf der ganzen Welt in den nächsten 12 bis 18 Monaten zu decken.

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