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Cybersecurity Heute ist Welt-Passwort-Tag: Wir sollten ihn feiern!

Redakteur: Jürgen Schreier

Heute ist Welt-Passwort-Tag: Er sollte mehr sein als ein Gedenktag an ein altertümliches Sicherheitskonzept. Denn in der Corona-Krise verrichten viele ihre Arbeit im Home Office. Und dort steht in puncto Sicherheit und Identifizierung noch immer noch das gute alte Passwort an erster Stelle.

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Biometrische Identifizierungsverfahren wie Fingeradruck-Scans oder Gesichtserkennung sind zwar auf dem Vormarsch, machen das Passwort aber noch lange nicht obsolet.
Biometrische Identifizierungsverfahren wie Fingeradruck-Scans oder Gesichtserkennung sind zwar auf dem Vormarsch, machen das Passwort aber noch lange nicht obsolet.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Fingerabdrücke, Sprach- und Gesichtserkennung. Moderne Endgeräte bieten diese biometrischen Verfahren, sodass der Nutzer schnell und komfortabel Zugriff auf Smartphone, Tablet oder Notebook erhält. Die mühsame Eingabe von Passwörtern - ein gutes Passwort soll nach Empfehlungen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik mindestens acht Zeichen lang sein und bunt gemischt Buchstaben, Ziffern und Sonderzeichen enthalten- gehört damit für viele der Vergangenheit an.

Doch ausgerechnet in der Corona-Krise feiert das "altmodische" Passwort eine Renaissance. Der Grund: Das Virus hat die Bedeutung von Cyber-Sicherheit drastisch erhöht, schließlich arbeiten derzeit wohl mehr Menschen „remote“ im sogenannten Home Office als je zuvor. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen "Arbeitsmitteln" und Heimausstattung: Selbst jene, die vom Arbeitgeber eigens einen Laptop zur Verfügung gestellt bekommen, nutzen zumindest ihren privaten Internetzugang oder ihr privates WLAN. Mitarbeiter seien damit zu digitalen Nomaden geworden, so der Cloudanbieter und Security-Spezialist OpenText.

Corona-Krise verstärkt Trend zu BYOD

Meist werden berufliche und private Tätigkeiten mit einem einzigen Gerät ausgeführt – egal, ob Bankkonten überprüft, E-Mails vom Chef gelesen oder die Systeme und Datenbanken der Firma bedient werden. Und ganz egal, ob mit oder ohne zusätzliche Sicherungen: An vorderster Stelle in puncto Sicherheit und Identifizierung – sowohl für die privaten als auch die Firmendaten – steht immer noch das gute alte Passwort.

Gänzlich neu ist dieser Grenzgang nicht: "Bring your Own Device (BYOD)" ist schon seit über einem Jahrzehnt ein wichtiger Trend, den die Corona-Pandemie jetzt noch einmal deutlich verstärkt hat. Mitarbeiter im Home Office verlassen sich mehr als je zuvor auf eigene Geräte. In vielen Fällen haben sie auch schlicht keine andere Alternative, denn in vielen Unternehmen wurden die Notfall-Heimarbeitsplätze im Eilverfahren aus dem Boden gestampft.

Aus Sicht der einzelnen Mitarbeiter ist jedoch weniger die absolute Sicherheit wichtig. Die Sicherheits-Features für den Heimeinsatz sollen vor allem keine große Aufmerksamkeit benötigen und keine kostbare Zeit kosten. Gerade in der Krise nimmt für viele das Arbeitspensum zu – ganz zu schweigen davon, dass Eltern „ganz nebenbei“ noch ihre Kinder betreuen oder Schulaufgaben helfen müssen.

Die kleinen Helferlein sollen deshalb möglichst unbemerkt ihre Arbeit verrichten. Wenn sie nicht vollkommen reibungslos funktionieren, sorgen sie für Stress und Frust im Arbeitsalltag. Ein Albtraum, wenn der Heim-Zugang gesperrt wird und die Betreuung durch IT-Spezialisten dann auch noch lange Wartezeiten an der ohnehin überlasteten Hotline mit sich bringt.

Unternehmen brauchen robuste Security-Praktiken

Unternehmen müssen daher gerade jetzt robuste Richtlinien, Praktiken und Lösungen für die Cyber-Sicherheit implementieren. Es gilt, einerseits die Geräte und ihre wertvollen Unternehmensdaten und Zugänge abzusichern, gleichzeitig aber allen Nutzern flexibles, bequemes, schnelles und einfaches Arbeiten von zu Hause ermöglichen.

Dieser Spagat ist momentan wichtiger denn je, denn insbesondere Cyber-Kriminelle arbeiten schon immer flexibel und ortsunabhängig. Sie nutzen bereits jetzt die COVID-19-Pandemie für verschiedenste Betrügereien und Angriffe aus.

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