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Medienkompetenz Heute ist der Tag für mehr Internetsicherheit

| Redakteur: Jürgen Schreier

Heute ist "Safer Internet Day". Unter dem Motto "Together for a better internet" ruft die Initiative der EU-Kommission wieder weltweit zu Veranstaltungen und Aktionen rund um das Thema Internetsicherheit auf. In diesem Jahr dreht sich alles um „Idole im Netz. Influencer & Meinungsmacht“. Zielgruppen sind: Kinder, Jugendliche, Eltern und Pädagogen.

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Kinder und Jugendliche sind die größte Nutzergruppe von Online- bzw. mobilen Technologien.
Kinder und Jugendliche sind die größte Nutzergruppe von Online- bzw. mobilen Technologien.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Der internationale Safer Internet Day findet in diesem Jahr am 11. Februar statt. Unter dem Motto "Together for a better internet" ruft die Initiative der Europäischen Kommission wieder weltweit zu Veranstaltungen und Aktionen rund um das Thema Internetsicherheit auf. Über die Jahre hat sich der Aktionstag als wichtiger Bestandteil im Kalender all derjenigen etabliert, die sich für Online-Sicherheit und ein besseres Internet für Kinder und Jugendliche engagieren. Weltweit wird der SID vom europäischen Insafe-Netzwerk im Rahmen des CEF Telecom Programms der Europäischen Kommission koordiniert. In Deutschland ist die Initiative klicksafe zuständig.

44 Prozent der Jugendlichen folgen Influencern

Seit 2004 steht dieser Tag für Aktionen, die sich für mehr Online-Sicherheit und ein besseres Internet für Kinder und Jugendliche einsetzen. Unter dem Motto „Idole im Netz. Influencer & Meinungsmacht“ dreht sich am 11. Februar 2020 alles um das Thema Influencer und ihren Einfluss auf die Meinungsbildung. Inhalte dazu werden in den sozialen Netzwerken unter dem Hashtag #checkwemdufolgst zu finden sein.

Fragen, die sich dabei stellen, sind unter anderem: Wie bilden sich Jugendliche ihre Meinung und welche Rolle spielen Influencer dabei? Wie kritisch konsumieren Jugendliche Inhalte auf Social Media – prüfen sie Inhalte gründlich bevor sie einem Influencer folgen?

All diese Fragen sind für einen Großteil der deutschen Social-Media-Nutzer- bzw- Nutzerinnen relevant: Denn jeder Fünfte folgt Influencern. In der Altersgruppe der 14- bis 29-Jährigen sind es sogar 44 Prozent – also fast jeder Zweite. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

Als Influencer werden Menschen bezeichnet, die in den sozialen Netzwerken über eine hohe Präsenz mit vielen Fans verfügen und in der Regel mit einem bestimmten Themenschwerpunkt über Marken berichten und Produkte präsentieren. Viele erfolgreiche Influencer verdienen ihr Geld damit, für Marken, Produkte oder Unternehmen zu werben. So haben vier von zehn Social-Media-Nutzern (42 Prozent) schon einmal Produktplatzierungen oder gesponserte Beiträge von Influencern in den sozialen Netzwerken wahrgenommen. Bei den Jüngeren zwischen 14 und 29 Jahren sind es sogar sieben von zehn (71 Prozent), die Werbung von Influencern gesehen haben.

Die Follower von Influencern interessieren sich vor allem für die Bereiche Fitness und Sport (46 Prozent), Mode (44 Prozent) sowie Ernährung und Gesundheit (44 Prozent). Ebenfalls hoch im Kurs stehen die Themen Kosmetik und Make-Up (39 Prozent), Reisen (36 Prozent) oder Wohnen und Design (31 Prozent). Jeder Dritte (33 Prozent) folgt Prominenten und VIPs, die ihr Privatleben über Social Media teilen. Beliebt sind ferner Themen wie persönliche Weiterentwicklung (26 Prozent), IT und Technik (23 Prozent) sowie Do-it-yourself (22 Prozent).

End-to-End-Verschlüsselung von Facebook unter Beschuss

Auch das Ansinnen von Facebook, seine Apps durch eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung "sicherer" zu machen, ist unter Beschuss geraten. Rund 130 Kinderschutzorganisationen und Wissenschaftler kritisieren die Pläne des Plattformbetreibers, die Verschlüsselung, die bereits Bestandteil von WhatsApp ist und die es ausschließlich den jeweiligen Sendern und Empfängern erlaubt, eine Nachricht zu entschlüsseln, weiter auszurollen. So könnten der Messenger von Facebook und Instagram bei einer End-to-End-Verschlüsselung den Austausch von Missbrauchsbildern und -Videos erleichtern.

Doch haben auch Regierungsvertreter Facebook aufgefordert, den Behörden Möglichkeiten einzuräumen, die Verschlüsselung zu umgehen. Facebook steht hier besonders im Fokus, weil es auf seinen Plattformen bereits Millionen entsprechender Fotos und Videos entdeckt hat. Neben dem Kampf gegen den Kindesmissbrauch wird als Argument auch der Kampf gegen "Extremismus" angeführt. So hatte unter anderem der republikanische Senator Lindsey Graham im Dezember 2019 Apple und Facebook massiv mit gesetzgeberischen Maßnahmen gedroht. Falls die Plattformbetreiber im Jahr 2020 keine Lösung fänden, würde ihnen die Politik ihren Willen aufzwingen.

Was ist und was macht "klicksafe"?

Der Aktionstag Safer Internet Day (deutsch: Tag für mehr Internetsicherheit) geht auf das 1999 gestartete "Safer Internet Program" zurück. In Deutschland wird der Aktionstag vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz und dem Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien getragen und mit einer gemeinsam veranstalteten Konferenz ein aktuelles Thema beleuchtet. Der Safer Internet Day findet seit 2008 jährlich am zweiten Tag der zweiten Woche des zweiten Monats statt.

In Deutschland soll die Initiative "klicksafe" im Auftrag der Europäischen Kommission die Medienkompetenz im Umgang mit dem Internet und neuen Medien fördern.

Ziel ist, Jugendliche und Kinder als die größte Nutzergruppe für online- bzw. mobile Technologien zu schützen. Die Verbreitung von problematischen Inhalten und unlauteren Angeboten per Internet trifft letztlich alle, nur sind jüngere Menschen dagegen besonders schutzlos. Sie können leichter als Erwachsene auf unseriöse Geschäftsangebote eingehen, geben möglicherweise persönliche Daten oder Details arglos preis, halten die fingierte Identität eines Chat-Partners für echt. So soll durch die Arbeit von klicksafe in erster Linie eine sichere Nutzung des Internets durch Kinder und Jugendliche ins öffentliche Bewusstsein gerückt und somit verbessert werden.

Zu problematischen Bereichen im Internet zählen Inhalte, deren Verbreitung in Deutschland gesetzlich verboten ist. Dazu gehören Gewaltverherrlichung und rechtsextremistische oder rassistische Inhalte oder Pädosexualität. Auch Pornografie in bestimmten Formen gehört dazu. Diese ist für Erwachsene zwar legal, darf aber Minderjährigen nicht zugänglich gemacht werden. Ebenso die Verharmlosung von Drogenkonsum oder die Gefahren von Internet- oder Computerspielsucht sind Themen, für die klicksafe sensibilisieren will.

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