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Im Interview: Industrie 4.0-Startup Cybus

Herr der Daten: Die Alternative zur Cloud

| Autor: Sariana Kunze

Industrie 4.0 wird nicht nur von der deutschen Industrie vorangetrieben. Die Digitalisierung ruft neue Marktteilnehmer auf den Plan. Einer davon ist das Startup Cybus, das smarte Vernetzungslösungen entwickelt. Wir haben uns mit Marius Schmeding, Produkt-Chef bei Cybus, über die Idee, Technologie und Ziele des Startups unterhalten.

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Marius Schmeding, CPO des Startups Cybus, erklärt im Interview, wie wertvolle Produktionsdaten ohne Risiko gehoben werden können.
Marius Schmeding, CPO des Startups Cybus, erklärt im Interview, wie wertvolle Produktionsdaten ohne Risiko gehoben werden können.
(Bild: gemeinfrei / CC0)

Die Startup-Szene in Deutschland boomt und das nicht erst seit der Erstausstrahlung des TV-Formats „Die Höhle der Löwen“ im Jahr 2014. Immer mehr Menschen gründen mit ihren Erfindungen und Geschäftsideen ein eigenes Unternehmen. Gerade Deutschland scheint für die Gründer gute Rahmenbedingungen zu bieten. Deshalb zieht es auch immer mehr Gründer aus dem Ausland in die Bundesrepublik (knapp 10 %). Auch die Digitalisierung gehört zu einem der großen Treiber in der Gründerszene – neue Ideen und Konzepte sind gefragt. Wie in der TV-Show sind viele der Startups auf der Suche nach einem passenden Investoren, der den Gründern finanziell, aber auch mit Know-how unter die Arme greift. Ein Beispiel hierfür ist das Industrie 4.0-Startup Cybus aus Hamburg. Das junge Unternehmen hat mit der Pfannenberg Group einen Elektrotechnik-Spezialisten für die erste Seed-Finanzierung in mittlerer sechsstelliger Höhe gewinnen können. Wir haben uns mit Marius Schmeding, Produkt-Chef bei Cybus, über die Geschäftsidee, Technologie und Ziele des Startups unterhalten.

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Seit März 2015 gehören Sie mit dem Startup Cybus zur Gründerszene. Wie kam es dazu?

Cybus besteht aus drei Gründungsmitgliedern: Pierre Manière, CEO, Peter Sorowka, CTO, und meine Wenigkeit. Wir kennen uns schon sehr lange, denn vor Cybus haben wir schon ein anderes Startup in Hamburg zusammen gegründet: 2011 sind wir mit der Idee zu einem digitalen Bootsverleih „bootschaft.net“ an den Markt gegangen. In dieser Zeit haben wir viel Erfahrung im Bereich Telemetrie und Software-Architektur gesammelt. Dabei konnten wir feststellen, dass diese Art von Systemplattform dem ähnlich ist, was heute in der Industrie gefordert wird bzw. die Vernetzung von Geräten, Maschinen und Softwaresystemen möglich macht. Durch diese Erkenntnis haben wir uns umorientiert und unsere Fühler in die Industrie ausgestreckt. Recht schnell haben wir gemerkt, dass wir mit unserer unverfälschten Sicht auf IT-Systeme auf offene Ohrenstoßen.

Welches Know-how bringen die Gründer mit?

Wir sind zwei Techies und ein BWLer. Herr Manière ist der BWLer. Er hat vor seiner Startup-Zeit viel Erfahrung im Bereich Strategieberatung gesammelt. Herr Sorowka und ich haben gemeinsam Elektrotechnik studiert. Herr Sorowka hat seinen Schwerpunkt im Bereich Nachrichtentechnik, hat aber bereits seit seiner frühen Jugend einige klassische Webseiten und kleinere Backend-Systeme gebaut. Und ich bin der Telemetrie- und Energietechnik-Spezialist in unserem Trio, der sich sehr gut mit Schnittstellen und App-Programmierung auskennt. Ich habe ein Auge für einfache Schnittstellen entwickelt und genau das versuchen wir bei Cybus umzusetzen: Unhandliche Schnittstellen von Geräten zu kapseln und in Form von einer ATI verfügbar zu machen. Zudem gehören noch zwei Entwickler und ein Marketing- und PR-Spezialist zu unserem Team.

Sie haben sich Industrie 4.0 auf die Fahne geschrieben. Wie kam es dazu, was kann Ihre Cybus-Technologie?

Durch unsere Boatsharing-Plattform hatten wir die Idee für eine Datenhebe- und Verteilerplattform. Dass genau dieser Ansatz schon da war, haben wir erst im Laufe der Zeit gemerkt. Aber uns wurde klar, dass wir einsteigen sollten und wir uns nur auf die technische Lösung konzentrieren müssen, weil die Anwendungen schon da sind – z.B. Predictive Maintenance und Pay-per-Use. Praktisch alle Maschinen und Geräte in heutigen Fabriken bergen wertvolle Daten über ihren eigenen Zustand und die laufende Produktion. Mit Hilfe der Cybus-Technologie können Industriegerätehersteller sichere und effiziente Mehrwertdienste anbieten und so von der Digitalisierung profitieren. Mit dem Toolkit können Hersteller von Maschinen und Sensoren ihre Produkte einfach online bringen. Die Cybus-Box kann einfach in bestehende Netzwerke eingehängt werden und bietet Adapter zu fast allen Industrie-Schnittstellen. Über eine sichere Online-Schnittstelle und unsere Software Development Kits können Software-Entwickler mit wenigen Zeilen Quellcode Maschinen, Geräte oder Sensoren in ihre Anwendungen integrieren.

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